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Acrylamid: Einzelne Produkte weiter stark belastet





Berlin, 05.12.2006: foodwatch hat 19 Sorten Weihnachtsgebäck auf Acrylamid getestet. Die Belastung ist sehr unterschiedlich: Die höchstbelasteten Lebkuchen enthalten 60-mal so viel Acrylamid wie der Testsieger.



Seit vier Jahren testet foodwatch Lebkuchen und Spekulatius auf das krebsverdächtige Acrylamid. Ergebnis des Acrylamidtests 2006: Vier der elf getesteten Sorten Lebkuchen sind stärker belastet als im vergangenen Jahr. Einige Hersteller wie die Branchenführer Bahlsen und Lambertz nehmen vorsorgenden Gesundheitsschutz anscheinend nicht so wichtig. Ihre Produkte enthalten unnötig viel Acrylamid. Andere Hersteller haben sich bemüht, so dass kaum noch Acrylamid nachweisbar ist. Am besten schneiden zwei Lebkuchenprodukte des Discounters Lidl ab.

Die Unterschiede zwischen Testsieger und Testverlierer sind gewaltig: "Frenzel Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen" enthalten mit 686 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm mehr als 60-mal so viel Acrylamid wie der Testsieger. Auch bei Spekulatius gibt es große Unterschiede. Bis auf eine Ausnahme ist die Acrylamidbelastung aber bei allen getesteten Spekulatius-Sorten im Vergleich zum Vorjahr gesunken. In der Rubrik "Testergebnisse 2006" können Sie sich die ausführlichen Produktinformationen kostenlos für Ihren Einkauf herunterladen.

Die staatliche Minimierungsstrategie: Interessen der Industrie gehen vor
Die Bundesregierung will den Acrylamidgehalt mithilfe der sogenannten Minimierungsstrategie senken. Für einzelne Produktgruppen werden Signalwerte festgelegt. Liegen Produkte in ihrer Belastung darüber, werden die Hersteller in Gesprächen aufgefordert, den Acrylamidgehalt zu senken. Doch die Signalwerte orientieren sich an den höchstbelasteten Produkten statt an den niedrigstbelasteten. Mit 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm für Lebkuchen und 560 für Spekulatius sind sie viel zu hoch. Auch hier gilt wie so oft im Verbraucherrecht: Das Geschäftsinteresse rangiert vor dem Grundrecht der Bürger auf körperliche Unversehrtheit.

Vorsorgender Gesundheitsschutz muss durchgesetzt werden
Die Acrylamidbelastung könnte insgesamt viel geringer sein. Bisher fehlt jedoch der nötige Druck auf die Hersteller, die Werte weiter abzusenken. foodwatch fordert deshalb:
  • Die offiziellen Signalwerte müssen sich an den besten Produkten orientieren und nicht an den schlechtesten.
  • Hersteller und Behörden liegen tausende Testergebnisse vor. Diese müssen veröffentlicht werden. Nur die Veröffentlichung der Werte kann dauerhaft zu einer Minimierung der krebsgefährlichen Substanz führen, weil sich die Hersteller dann mehr bemühen.
  • Der Acrylamidgehalt muss auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Verbraucher können sich nur dann für die am geringsten belasteten Produkte entscheiden, wenn sie informiert sind.
Autor: foodwatch e.V.
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Stand: 5. Dezember 2006
Erstellt: 5. Dezember 2006

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