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Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 10266

Dopingkontrolle für Freizeitsportler?

Bonn, 05.04.2006: Der Handel mit illegalen Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler boomt. "Über das Internet und in manchen Sportgeschäften können problemlos Nahrungsergänzungsmittel erworben werden, die verbotene Anabolika und verschreibungspflichtige Medikamente enthalten", so Ulrike Mareck-Engelke vom Doping-Kontroll-Labor der Sporthochschule Köln. Die Dopingmittel, die bei Kraftsportlern den Muskelaufbau fördern sollen, haben starke Nebenwirkungen.


Sie können unter anderem das Herz, den Hormonhaushalt und die Leber schädigen und bei lange andauerndem Konsum sogar zum Herzinfarkt führen. "Die verbotenen Stoffe sind auf der Verpackung nicht deklariert", erläuterte die Dopingexpertin. Stattdessen finden sich in den Zutatenlisten reine Phantasienamen, die die eigentliche Zusammensetzung verbergen. Zum Beispiel wird das Steroidhormon "Metandienon" teilweise als "MET-AD17-diol", "1T-Matrix" bzw. "Metx synergic blend" deklariert.

Was die ganze Sache noch gravierender macht: Abnehmer der Präparate sind mittlerweile größtenteils Freizeitsportler, die ihre Muskeln in kürzester Zeit aufbauen wollen. Die Überwachung kommt mit der Aufklärung des illegalen Profi-Handels nicht nach, da die beteiligten Firmen meist schnell wieder vom Markt verschwinden und an anderer Stelle wieder auftauchen. Oft werden die illegalen Nahrungsergänzungsmittel in den USA hergestellt und per Internet in die ganze Welt geliefert.

Mittlerweile gibt es aber auch Abfüller der illegalen Substanzen in Deutschland, berichtete Mareck-Engelke. Durch die Verarbeitung der Substanzen in Anlagen, in denen auch andere Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin C- und Magnesium-Präparate abgefüllt werden, besteht die Gefahr einer Verunreinigung eigentlich unbedenklicher Produkte. Die Dopingexpertin fordert deshalb eine Verstärkung der Kontrollmaßnahmen und eine bessere Zusammenarbeit der Behörden im Bereich des Dopinghandels.

Rebecca Nachtigal

Foto: picturediscount.net

Autor: AID Infodienst

Weiterführende Informationen:


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Stand: 5. April 2006
Erstellt: 5. April 2006