Geld und Finanz
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Artikel Nr.: 16976
Berlin, 15.07.2010: Gesetzliche Standards, mehr Aufsicht und eine bessere Risikoaufklärung in der Finanzberatung fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). "Die Bundesregierung agiert beim Anlegerschutz zu zaghaft", kritisiert Vorstand Gerd Billen.
Auch mit der Finanzbranche geht er ins Gericht: "Nach wie vor klären Banken und Finanzvermittler Verbraucher nicht richtig und wahrhaftig über Risiken von Geldanlagen auf". Die Folge: Verbraucher können ihrer Anlageentscheidungen nicht richtig einschätzen. Wissenschaftler der Uni Mannheim haben ein Programm entwickelt, mit dem Verbraucher Risiken und Chancen von Geldanlagen besser einschätzen können.
Die Gründe für falsche Anlageentscheidungen sind vielfältig: Es fehlt an verständlichen und vergleichbaren Informationen und Finanzvermittler verkaufen eher risikoreiche Produkte, weil sie daran mehr verdienen. Die Risikoaufklärung geht dabei unzureichend auf Verlustmöglichkeiten ein. Abhilfe soll das Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes schaffen, das am 21. Juli im Kabinett verabschiedet werden soll. Obwohl es einige positive Ansätze enthält, verfehlt es das Ziel, das Ungleichgewicht in der Finanzvermittlung wirksam zugunsten der Verbraucher zu verschieben.
Dazu sind aus Sicht des vzbv folgende Maßnahmen notwendig:
Interaktives Programm zur Risikoeinschätzung
Der Lehrstuhl für Bankbetriebslehre der Universität Mannheim hat ein interaktives Programm entwickelt, mit dem Verbraucher Chancen und Risiken von Anlageoptionen besser einschätzen können. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fortentwickelt. Das Programm ist Teil eines Forschungsprojekts, das Kenntnisse darüber erlangen soll, welche Instrumente hilfreich sind, damit Verbraucher ein besseres Verständnis von Chancen und Risiken bei Geldanlagen erhalten. Verbraucher können das Programm auf der Webseite des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre (www.behavioral-finance.de/risiko) kostenlos nutzen.