Inserate
Top-News Geld und Finanzen
Noa-Bank am Ende
Banken im Test: Die Blamage geht weiter
Kakaobaum-Investment mit schneller Auszahlung wieder verfügbar
Finanzberatung darf keine Lotterie sein
Picknicken statt Schlangestehen
P-Konto darf kein Luxusprodukt werden
Grüne Suchmaschine verlost BaumSparVertrag
EU verhindert Schockrechnungen beim Daten-Roaming
Warum kaufen, reparieren und laufend Unterhalt zahlen?
Grünes Geld-Messe in München präsentiert nachhaltige Umweltinvestments
Geld verdienen – aber öko-fair!
Mehr Verbraucherschutz beim Kreditvertrag
Legen Frauen besser nachhaltig an?
Grünes Geld München
Umfrage: Bundesbürger wollen mehr Verbraucherschutz im Finanzmarkt
Milliardenschäden durch fehlende Finanzaufsicht:
Kleine Beiträge clever anlegen
35 Millionen für Öko-Innovationsprojekte
Infos zu Darlehn, Krediten, Sofortkrediten und Kredit-Forum
Imageschäden durch problematische Investments und Zulieferer
Inserate
Umweltjournal.de | Geld und Finanz  | Artikel Nr.: 15598

Milliardenvermögen sind das Problem

Dortmund, 02.05.2009: Das ganze Ausmaß der Ungleichverteilung in Deutschland sei überhaupt noch nicht erkannt worden, erklärt der Dortmunder Verteilungsforscher Prof. Günther Moewes in einem Beitrag im Maiheft der Zeitschrift "Humane Wirtschaft". Zwar wisse man inzwischen aufgrund einer Studie des renommierten Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin, vom Januar 2009, dass


- das reichste Prozent der Deutschen über 23% der gesamten Nettovermögen verfüge,

- die reichsten 10% über 61%

- 50% nach Schulden über null Vermögen und weniger und

- das Durchschnittsvermögen aller Deutschen 88 000 Euro betrage.

Das sage aber wenig über das wahre Ausmaß der Ungleichverteilung aus. Die 10% Reichsten besäßen durchschnittlich pro Kopf gerade einmal 603 000 Euro. Das kleinste Vermögen dieser reichsten 10% betrage (laut DIW) gerade einmal 222 000 Euro. Und das einschließlich Wohneigentum und Betriebs-vermögen. D.h. ein großer Teil der reichsten 10% sei immer noch Mittelstand. Also kein Grund zur Aufregung?

Doch, sagt der ehemalige Professor an der Fachhochschule Dortmund. Die eigentliche Dramatik der Ungleichverteilung spiele sich bei dem obersten reichsten einen Prozent ab. "Die Milliardenvermögen sind das Problem", lautet denn auch der Titel seines Beitrags. Üblicherweise werde die Vermö-gensverteilung in einem 10-Säulen-Diagramm im Buchformat dargestellt (auch in der DIW-Studie und in der Anlage).

In diesem üblichen Maßstab entsprächen dann 100 000 Euro = 2cm. Das Durchschnittseinkommen aller erwachsenen Deutschen von 88 000 Euro wären dann also 176 mm. Das größte Vermögens Deutschlands betrage aber bekanntlich 20 Milliarden Euro (Karl Albrecht , Aldi). Die würden in dieser Grafik nicht mehr Millimeter, Zentimeter oder Meter ausmachen, sondern genau vier Kilometer.

176 Millimeter gegen vier Kilometer - das sei das wahre Ausmaß der Ungleichverteilung in Deutschland.

Hinzu komme: Nur die Vermögen der 10% Reichsten haben sich laut DIW in den letzten Jahren ständig vermehrt, während die der übrigen 90% abgenommen hätten. Das liege daran, das nur diese 10% über ihre privaten Vermögen mehr Zinsen und Renditen einnehmen, als sie auf der anderen Seite über Preise, Mieten und Steuern wieder zahlen.

In manchen Preisen, vor allem in Energiepreisen steckten mittlerweile bis zu 70% Zinsanteil, weil heute alle Förderanlagen, Pipelines und Kraftwerke über Kredite finanziert würden und deren Zinsen dann auf die Preise abgewälzt würden. Das eigentliche Problem dabei sei nicht so sehr, daß Staat, Unternehmen und 90% der Privathaushalte ständig Zinsen und Kapitalkosten bezahlen müssten.

Das eigentliche Problem sei vielmehr, dass der Löwenanteil dieser Zinsen und Renditen auch noch auf die Privatkonten dieser 10% Reichsten fließen, die ohnehin schon 61% der Vermögen halten. Auf die Konten des Staates könne nichts fließen, weil der nur Schulden und keine Geldvermögen habe. Die aufgeblähte Schulden- und Kreditwirtschaft sei so mittlerweile zur unerschöpflichen, leistungslosen und nie versiegenden Einnahmequelle der Reichen geworden.

Es gehe nicht darum, den Milliardären ihre Milliardenvermögen wegzunehmen, schon gar nicht ihre Betriebsvermögen. Es gehe nur darum, den ständigen Weiteranstieg der sozialen Ungleichverteilung endlich durch eine vernünftige Besteuerung der Vermögensgewinne zu stoppen. Besteuert werden müssten vor allem solche Milliardenvermögen, die ständig auf der Suche nach Anlage um den Globus vagabundierten, dann mangels anderer Investitionsmöglichkeiten in leichtsinnige Kredite verwandelt würden und so einen erheblichen Anteil an der Finanzkrise hätten.

Auch die sogenannten "Rettungspakete" dürften nicht diese vagabundierenden Milliardenvermögen bedienen, sondern müssten ausschließlich in solche Realinvestitionen fließen, die die Einkommens- und Vermögensver-luste der breiten Bevölkerungsmehrheit verringerten und so den weiteren Anstieg der Ungleichverteilung stoppten.

Günther Moewes: Die Milliardenvermögen sind das Problem - und deren
Übervermehrung ist die eigentliche Ursache der Finanzkrise. In: Humane Wirtschaft 03/09, Mai 2009


Bild: © Gerd Altmann, PIXELIO

Autor: Fachhochschule Dortmund

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Geld, Einkommen":
Grünes Geld-Messe in München präsentiert nachhaltige UmweltinvestmentsGrünes Geld-Messe in München präsentiert nachhaltige Umweltinvestments
Bonn, 11.06.2010: Krisenfeste und umweltfreundliche Geldanlagen mit Sinn zeigt am 12. Juni die Verbrauchermesse „Grünes Geld“ im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz.
Geld verdienen – aber öko-fair!Geld verdienen – aber öko-fair!
Berlin, 09.06.2010: In Schülerfirmen wird die wirtschaftliche Praxis für junge Menschen besonders greifbar: Sie wollen Gewinne erwirtschaften, müssen einen Haushalt führen und mit Kunden umgehen. Doch erfolgreiches Wirtschaften setzt heute auch das Berücksichtigen ökologischer Verträglichkeit und sozialer Gerechtigkeit voraus.
Grünes Geld MünchenGrünes Geld München
Dortmund, 01.06.2010: Krisenfeste Geldanlagen mit Sinn zeigt am 12. Juni die Verbraucherausstellung „Grünes Geld München“ im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Der Eintritt zu der Ausstellung mit umfangreichem Vortragsprogramm ist frei.
Der Kniefall von DohaDer Kniefall von Doha
Frankfurt a. M. / Doha, 26.03.2010: Mit Anträgen zum Schutz der Roten Koralle, des Blauflossentunfischs und diverser Haiarten hätte die internationale Staatengemeinschaft auf der UN-Artenschutzkonferenz in Doha die Gelegenheit gehabt, die Artenvielfalt in den Meeren besser zu schützen.
Verschnaufpause für ElefantenVerschnaufpause für Elefanten
München/Doha, 22.03.2010. Die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) hat am Montag den von Tansania und Sambia beantragten Verkauf von 111 Tonnen Elfenbein ebenso abgelehnt wie den Antrag der beiden Länder, ihre Elefantenbestände in Anhang II der CITES-Anhänge herunterzustufen.
Großer Sieg für kleine TiereGroßer Sieg für kleine Tiere
München/Doha, 23.03.2010: Für zehn Tierarten, die durch den Heimtierhandel bedroht sind, wurden am Sonntag auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, englisch CITES) Schutzmaßnahmen beschlossen:
Vom Eisbär bis zum Schwarzaugenfrosch: Tierhandel bedroht die ArtenvielfaltVom Eisbär bis zum Schwarzaugenfrosch: Tierhandel bedroht die Artenvielfalt
München/Doha, 13.03.2010: Jagd, Elfenbeinschmuggel, Fischerei und Heimtierhandel bestimmen die Themen der vom 13. bis 25. März im Emirat Katar stattfindenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES). Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife stellt fünf Vertreter der bedrohten Artenvielfalt vor, über deren Schutz dort diskutiert wird.
Roter Thunfisch: Endstation SushiRoter Thunfisch: Endstation Sushi
München, 05.03.2010: Kurz vor Beginn der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) in Doha (Katar) am 13. März spaltet der Antrag Monacos, den Roten Thunfisch unter ein weltweites Handelsverbot zu stellen, noch immer die EU: Ein neuer Vorschlag der EU Kommission droht den Schutz des vom Aussterben bedrohten Speisefischs zu unterminieren.
Gewilderte Elefanten, leere MeereGewilderte Elefanten, leere Meere
München, 22.02.2010: Artenschutzkonferenz entscheidet über Schutz von Thunfisch, Haien, Elefanten und Eisbären. Ein regelrechtes Tauziehen um kommerziell genutzte marine Arten erwarten Artenschützer auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens vom 13.-25. März in Katar.
Strengere Schutzmaßnahmen für Meeresräuber - Hunger auf Schillerlocke & Co rottet Haie ausStrengere Schutzmaßnahmen für Meeresräuber - Hunger auf Schillerlocke & Co rottet Haie aus
Berlin/Hamburg, 31.01.2010. Im Vorfeld zur 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) vom 13. bis 25. März in Doha/Katar fordert der NABU strenge Schutzmaßnahmen für durch Überfischung bedrohte Haiarten wie Dorn-, Herings- und Hammerhaie sowie den atlantischen Blauflossenthun (Roter Thun).

Stand: 2. Mai 2009
Erstellt: 2. Mai 2009