Umweltjournal.de | Geld und Finanz  | Artikel Nr.: 14772

Den Preis zahlen wir alle






Baden-Baden, 12.10.2008: Die USA blicken in den Abgrund, Europa hat Angst und auch der Rest der Welt zittert. Kommentatoren nennen die USA bereits die "ehemalige Supermacht". Das mag noch übertrieben sein, aber Millionen Amerikaner droht der Verlust des Arbeitsplatzes nachdem sie ihr Haus bereits verloren haben und Benzin nicht mehr bezahlen können.



Auch Häme macht sich breit. Hat Amerika nicht der ganzen Welt die Segnungen des freien Marktes gepredigt? Wurden Staatinterventionen nicht immer als sozialistisch verteufelt? Und nun wird urplötzlich Staatssozialismus gespielt. Nachdem die Gewinne der Superreichen privatisiert wurden, werden jetzt die drohenden Verluste sozialisiert, das heißt letztlich vom Steuerzahler übernommen. Verkehrte Welt. Das Vertrauen in einen gerechten Staat wird auf der Strecke bleiben.

International war das Vertrauen in die Regierung Bush schon lange verspielt. Es begann damit, dass die USA gegen jedes Völkerrecht Irak bombardierten, Guantanamo errichtete und die Folter staatlich sanktionierten. Diese USA war auch vielen Konservativen im Ausland nicht mehr „unsere USA“.

Aber der deutsche Finanzminister irrte als er die größte Finanzkrise der globalisierten Welt als „amerikanische Krise“ abtat. Der zwischenzeitliche Zusammenbruch auch führender europäischer Banken gibt uns eine Vorahnung dessen, was noch kommen könnte. Nicht nur die amerikanischen Superreichen, auch deutsche Multimillionäre sind größenwahnsinnig geworden. Geld, Geiz und Gier sind nicht nur amerikanische Sünden. Es hat auch uns getroffen. Und es wird auch China treffen. Die chinesischen Exporte in die USA haben sich seit 1990 verzwanzigfacht. Sie könnten jetzt einbrechen.

Nach dem 11. September 2001 titelten Zeitungen weltweit: „ Die Welt wird nie wieder wie sie war.“ Es könnte sich aber bald zeigen, dass die Turbulenzen der globalen Finanzkrise zu einer globalen Wirtschaftskrise führen und ihre Auswirkungen revolutionärer sind als der Terrorismus. Doch in seiner letzten Rede vor der UNO hat Georg W. Bush in 16 Minuten das Wort Terrorismus 24mal gebraucht, aber das Wort Finanzkrise kein einziges mal. Selten war ein Präsident so verblendet. Die Bösen sind immer die Anderen.

Den Preis dafür zahlen wir alle. Und was lernen wir aus dem Desaster am Ende der Ära Bush? Militärische Verbrechen zahlen sich so wenig aus wie schamlose Gier und politische Frivolitäten. Wir alle leben unter dem geistigen Gesetz, dass wir nur ernten können, was wir sähen. Die wirklich Großen der Geschichte wie Buddha, Jesus, Laotse oder Mahatma Gandhi haben es uns gelehrt.


Bilder: © Gerd Altmann, PIXELIO
Autor: Franz Alt
2009 Aufrufe
Stand: 12. Oktober 2008
Erstellt: 12. Oktober 2008

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Finanzkrise, Banken":

Social Bookmarks
Top-News Geld und Finanzen