Umweltjournal.de | Geld und Finanz  | Artikel Nr.: 13956

Kostenlos getauscht – teuer bezahlt





Leipzig, 02.04.2008: Tauschbörsen im Internet, über die Musik, Filme, Computerspiele und andere Unterhaltungsangebote zum "Null-Tarif" zu haben sind, erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Und das, obwohl inzwischen den meisten Nutzern aufgrund einer immer breiteren öffentlichen Diskussion bewusst ist, dass der Tausch solcher Dateien zwischen den Nutzern gegen urheberrechtliche Bestimmungen verstößt.


„Es ist ein legitimes Anliegen des Gesetzgebers, den Urheberrechtsinhabern die Verwertungsrechte an ihren Produkten zuzugestehen“, sagt Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen. Dabei dürften diejenigen, die ihre Geisteswerke online zur Verfügung stellen, nicht schlechter gestellt werden als jene Urheber, die ihre Produkte etwa im konventionellen Verkauf vertreiben. Verbraucher, die glauben, sich im Internet völlig frei und ohne Beachtung der geistigen Eigentumsrechte Dritter bedienen zu können, müssen mit Abmahnungen und unter Umständen auch Schadensersatzforderungen rechnen.

Die Musikindustrie, die in aller Regel über die Urheberrechte der von ihr vermarkteten Musik verfügt, die Hersteller von PC-Spielen oder die Filmindustrie gehen bereits seit mehreren Jahren mit drastischen Mitteln gegen Tauschbörsennutzer vor. Von ihnen beauftragte Rechtsanwälte mahnen die Nutzer ab und machen nicht selten vierstellige Forderungen für ihre Gebühren sowie als Schadensersatz geltend. „Wir sehen die Verbraucher hier teilweise überzogenen Forderungen ausgesetzt, denn ob tatsächlich ein Schaden in dieser Höhe vorliegt, ist aus unserer Sicht äußerst zweifelhaft“, so Henschler.

Sie rät Verbrauchern deshalb, solche Forderungen rechtlich prüfen zu lassen, denn oftmals lassen sich die Abmahner auf niedrigere Summen ein, etwa wenn der Verstoß durch Minderjährige begangen wurde. Die Abmahnungen richten sich zudem stets an die Inhaber des PC, also häufig an die Eltern. Inwieweit diese überhaupt für Urheberrechtsverstöße ihrer Kinder haften, wird von den Gerichten bislang nicht einheitlich beurteilt. Wenn Kinder auf solche Angebote zugreifen, obwohl ihre Eltern immer wieder auf deren Rechtswidrigkeit hingewiesen und ihnen die Nutzung untersagt haben, sollten Eltern dies gegenüber den Anwälten erklären und eine Haftung für ihre Kinder zurückweisen.


Verbraucher sollten am besten einen Fachmann, etwa einen auf Urheberrecht spezialisierten Rechtsanwalt, zu Rate ziehen. Auch die Verbraucherzentrale bietet erste Unterstützung an, wenn jemand eine entsprechende Abmahnung erhalten hat.



Bild 1: www.pixelio.de, Illustration Marcus Stark Bild 2: www.pixelio.de, Stephanie Hofschlaeger
Autor: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
2258 Aufrufe
Stand: 2. April 2008
Erstellt: 2. April 2008

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Urheberrecht":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Geld und Finanzen
Schwache Jahresbilanz: Das Volumen nachhaltiger Fonds schrumpft in DeutschlandSchwache Jahresbilanz: Das Volumen nachhaltiger Fonds schrumpft in Deutschland
Schwache Jahresbilanz: Das Volumen nachhaltiger Fonds schrumpft in Deutschland
Dortmund, 02.02.2012: Die nachhaltigen Investmentfonds in Deutschlands haben 2011 sowohl beim Gesamtvolumen in Euro als auch von der Fondsanzahl her abgenommen.
Weiterlesen
Nahrungsmittel-Spekulation verschärft Hungerkrisen: Deutsche Bank muss aussteigenNahrungsmittel-Spekulation verschärft Hungerkrisen: Deutsche Bank muss aussteigen
Nahrungsmittel-Spekulation verschärft Hungerkrisen: Deutsche Bank muss aussteigen
Berlin / Aachen, 18.01.2012: Oxfam, Misereor und WEED werfen der Deutschen Bank vor, mitverantwortlich für Preisexplosionen auf den Weltagrarmärkten zu sein, die Lebensmittel für in Armut lebende Menschen unbezahlbar machen.
Weiterlesen
Zynische Werbung der Deutsche Bank mit dem Hunger in der Welt - Stopp Nahrungsmittelspekulation!Zynische Werbung der Deutsche Bank mit dem Hunger in der Welt - Stopp Nahrungsmittelspekulation!
Zynische Werbung der Deutsche Bank mit dem Hunger in der Welt - Stopp Nahrungsmittelspekulation!
Berlin, 12.01.2012: "Freuen Sie sich über steigende Preise?" Diesen Spruch konnten Verbraucher vor einigen Jahren auf Brötchentüten lesen.
Weiterlesen
Online-Kredite: EU-Kontrolle deckt Mängel bei vielen Webseiten aufOnline-Kredite: EU-Kontrolle deckt Mängel bei vielen Webseiten auf
Online-Kredite: EU-Kontrolle deckt Mängel bei vielen Webseiten auf
Brüssel, 10.01.2012: Über zwei Drittel der Webseiten, die im Internet Kredite oder Kreditkarten anbieten, informieren ihre Kunden nicht ausreichend über wichtige Kriterien.
Weiterlesen
Banken der Nachhaltigkeit unterstützen gemeinnützige RatingagenturBanken der Nachhaltigkeit unterstützen gemeinnützige Ratingagentur
Banken der Nachhaltigkeit unterstützen gemeinnützige Ratingagentur
Berlin, 08.01.2011: Führende Banken der Nachhaltigkeit unterstützen das Projekt und die Kampagne einer gemeinnützigen und nach Kriterien der Nachhaltigkeit wertenden Ratingagentur (ENRA) der Deutschen Umweltstiftung.
Weiterlesen
Haushalte werden bis 2050 mit 1,36 Billionen Euro belastetHaushalte werden bis 2050 mit 1,36 Billionen Euro belastet
Haushalte werden bis 2050 mit 1,36 Billionen Euro belastet
Berlin, 14.12.2011: Der Bund der Steuerzahler hat heute in Berlin die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die er beim Forschungszentrum Generationenverträge in Auftrag gegeben hat.
Weiterlesen
Schluss mit der Nahrungsmittel-Spekulation!Schluss mit der Nahrungsmittel-Spekulation!
Schluss mit der Nahrungsmittel-Spekulation!
Berlin, 06.12.2011: Deutsche Bank will im Januar 2012 über Ausstieg aus Spekulation mit Nahrungsmitteln entscheiden - Banker als Hütchenspieler: foodwatch-Film "Hände weg vom Acker, Mann!" thematisiert die Verantwortung von Deutschlands größtem Investmenthaus.
Weiterlesen
Ratingagenturen treiben pro-zyklische Spekulation voranRatingagenturen treiben pro-zyklische Spekulation voran
Ratingagenturen treiben pro-zyklische Spekulation voran
Berlin, 06.12.2011: Die Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) Europa im allgemeinen und Deutschland und Frankreich im besonderen in ihrer Glaubwürdigkeit abzuwerten, löst eine berechtigte Welle der Empörung aus und treibt pro-zyklisch die Krise voran.
Weiterlesen
Wie man seine Rentenlücke schließtWie man seine Rentenlücke schließt
Wie man seine Rentenlücke schließt
Berlin, 10.11.2011: Jeder zweite Berufstätige macht sich Sorgen um sein Auskommen im Alter, denn die gesetzliche Rente allein wird für die meisten nicht ausreichen. Wie man die private Altersvorsorge richtig plant, welche Produkte für den einzelnen sinnvoll sind und was der Staat dabei fördert, zeigt das von der Stiftung Warentest herausgegebene "Finanztest Spezial Altersvorsorge".
Weiterlesen
Die öffentliche Verschwendung 2011: Bund der Steuerzahler stellt das Schwarzbuch vorDie öffentliche Verschwendung 2011: Bund der Steuerzahler stellt das Schwarzbuch vor
Die öffentliche Verschwendung 2011: Bund der Steuerzahler stellt das Schwarzbuch vor
Berlin, 21.10.2011: Der Bund der Steuerzahler (BdSt) veröffentlicht gestern die 39. Ausgabe des Schwarzbuchs „Die öffentliche Verschwendung 2011“. Anhand zahlreicher Beispielfällen deckt der Verband den verschwenderischen, sorglosen und unwirtschaftlichen Umgang mit Steuergeldern auf.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse