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Umweltjournal.de | Bauen, Wohnen und Garten  | Artikel Nr.: 16552

Heizung gluckert: Zeichen für Schwachstelle am Haus

Osnabrück, 27.01.2010: Die Heizung gluckert, sie strahlt nicht gleichmäßig Wärme ab oder die jährliche Nebenkostenabrechnung ist sehr hoch? Wer sich für den Klimaschutz einsetzen und dabei Energie einsparen möchte, der sollte jetzt seine Heizung näher unter die Lupe nehmen und bei Bedarf einen Fachmann einschalten. „Private Haushalte verbrauchen rund 80 Prozent ihrer Energie zum Heizen – das Einsparpotenzial ist riesig“, weiß Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).


Die DBU gibt in einer dreiteiligen Serie im Rahmen ihrer Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ Tipps für Selbsttests. In wenigen Minuten können sich Hausbesitzer einen ersten Eindruck über den Zustand des eigenen Hauses verschaffen. Eine weitere Möglichkeit für mehr Überblick bietet die bundesweite Initiative mit ihrem kostenlosen Energie-Check, den geschulte Handwerker bei Ein- und Zweifamilienhausbesitzern durchführen. Dabei bewerten sie alle Bauteile nach einem Farbschema von rot bis grün und erläutern nächste Schritte.

Heizung blubbert und wärmt nicht richtig?

Entlüften hilft Wenn ein Heizkörper gluckert und sich nicht gleichmäßig über die
gesamte Breite erwärmt, ist das ein Zeichen dafür, dass Luft in der Leitung ist. Obwohl die Anlage vielleicht voll aufgedreht ist, kommt nicht ausreichend Wärme an. „Außerdem wird unnötig Energie verschwendet“, erläutert Andreas Skrypietz von der DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“. Sein Rat: Der Heizkörper sollte entlüftet werden. „Dafür müssen die Hausbewohner die Anlage voll aufdrehen“, erklärt Skrypietz. An jedem Heizkörper ist oben rechts oder links ein Lüftungsventil angebracht. Mit speziellen Entlüftungsschlüsseln lassen sie sich gegen den Uhrzeigersinn öffnen. „Oft hören sie ein leichtes Zischen“, betont Skrypietz. Sobald die Luft aus dem Heizkörper entwichen ist, fließt nur noch Wasser nach. Um es aufzufangen, sollten Hausbewohner einen Behälter unter den Schlüssel halten. „Ventil wieder zudrehen – und fertig“, so Skrypietz.


Heizung nicht im Gleichgewicht? Hydraulischer Abgleich für
Ausgewogenheit


Alle Heizkörper laufen, und dennoch sind die Räume unterschiedlich stark aufgeheizt? Wenn in manchen Zimmern weniger Wärme ankommt, drehen Hausbewohner oft die Thermostatventile auf. „Die Heizung erhält das Signal, auf vollen Touren zu laufen“, weiß Skrypietz. Ist eine Anlage im Ungleichgewicht, könne nicht nur das Wohnklima leiden, sondern auch zusätzliche Energiekosten könnten entstehen. Ob das Heizsystem ausgeglichen läuft, kann jeder Hausbesitzer selbst testen.

Dazu müssen alle Thermostate auf die gleiche Stufe eingestellt werden. Sind die Heizkörper warmgelaufen, misst der Eigentümer in jedem Zimmer die Raumtemperatur. Kommt nicht überall die gleiche Wärme an, sollte ein Experte einen so genannten hydraulischen Abgleich durchführen. Der Handwerker errechnet dabei den idealen Durchflusswiderstand jedes Thermostatventils und stellt diesen entsprechend ein. Skrypietz hält fest: „Ist eine Anlage optimal eingerichtet, beeinflussen sich Heizkörper nicht gegenseitig, und es gibt kaum Fließgeräusche. Zudem kann die Leistung der Umwälzpumpe heruntergefahren werden, was zusätzlich Energie spart.“

Wie gut ist der Heizkessel? Schnelltest gibt Auskunft

Selbst wenn die Heizung die Abgasnorm erfüllt, kann sie viel mehr Energie verbrauchen als üblich. Bei konventionellen Gas- und Öl-Anlagen unterscheiden Fachleute drei Typen: „Rund 20 Prozent Energie spart eine Niedertemperatur-Heizung gegenüber einem alten Konstanttemperaturkessel ein. Eine Anlage mit Brennwerttechnik verbraucht gegenüber der Niedertemperatur-Heizung noch einmal rund zehn Prozent weniger Energie“, sagt Andreas Skrypietz von der DBU-Kampagne „Haus sanieren - profitieren“. Um welche Anlage es sich handelt, können Hausbewohner selbst herausfinden.

„Niedertemperaturkessel haben einen Außentemperaturfühler, der oft an der Ost- oder Nordseite des Hauses in kleinen, meist in weißen Kästchen angebracht ist“, so Skrypietz. Da bei der Brennwerttechnik auch die Wärme aus den Abgasen genutzt wird, diese also im Vergleich kälter sind, muss der Schornstein wegen der früheren Kondensation der Abluft feuchtigkeitsbeständiger sein Hausbesitzer könnten an einer Schornsteinklappe sehen, ob im Schacht ein spezielles Kunststoff- oder auch ein Edelstahlrohr eingebaut wurde.

Weitere Infos und Handwerker, die einen kostenlosen Energie-Check im Rahmen der Kampagne durchführen, finden Interessierte unter:
www.sanieren-profitieren.de.



Autor: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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Stand: 27. Januar 2010
Erstellt: 27. Januar 2010