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Umweltjournal.de | Bauen, Wohnen und Garten  | Artikel Nr.: 15686

100-Watt-Glühbirnen-Verbot bewirkt Gegenteil


München, 01.06.2009: Am 1. September soll die 100-Watt-Glühbirne aus den Regalen verschwinden, Schritt für Schritt folgen danach die schwächeren Modelle. Doch das Verbot bewirkt eher, dass viele Menschen sich einer modernen Beleuchtung verschliessen.



Der Lampenhersteller Megaman, neben Osram und Philips führender Anbieter von Energiesparlampen, fordert wegen zunehmender Hamsterkäufe die schnellstmögliche Korrektur des Glühlampenverbots in der Europäischen Union. Die Vorräte von Glühlampen führten dazu, dass sich Verbraucher über Jahre hinweg innovativen energiesparenden Lampentechnologien verschlössen. "Das De-facto-Verbot der Glühlampen ab dem 1. September 2009 ist für viele nicht nachvollziehbar und wird als staatliche Gängelung angesehen", sagte Megaman-Seniorchef Werner Wiesner.

Statt des Verbots regt der Unternehmer an, auf Glüh- und Halogenlampen einen Aufpreis in Höhe von fünf Euro zu erheben. Dadurch werde das Verursacherprinzip bei den energieintensiven Lampen eingeführt und der Preisunterschied zu energiesparenden, aber teureren Lampen ausgeglichen. Energiesparende Lampen würden sich nicht erst im Laufe eines mehrjährigen Betriebs rechnen, sondern sofort. Mit den Erlösen des Glühlampen-Aufpreises könnten Umweltprojekte finanziert werden, beispielsweise kostenlose Soforthilfen zum Energiesparen für bedürftige Menschen.

Neben der Korrektur des bereits beschlossenen Glühlampenverbots müsse die noch nicht verabschiedete neue Regelung für Reflektorlampen auf den richtigen Weg gebracht werden. "Diese 2010 zu erwartende EU-Verordnung ist noch komplizierter und dem Verbraucher noch weniger zu vermitteln", warnte Wiesner.

Nach Medienberichten verzeichneten Super- und Baumärkte sowie Elektronik-Fachmärkte einen Ansturm auf Glühlampen. Dagegen ergab eine Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag", dass lediglich sieben Prozent der Verbraucher planen, sich mit Glühlampen zu bevorraten. Für Wiesner ist diese Momentaufnahme verfrüht: "Die Verbraucher haben die Tragweite des Glühlampenverbots noch nicht richtig begriffen. Wenn in Kürze die Torschlusspanik einsetzt, werden die Verkäufe von Glühlampen heftig anziehen." Die Initiative der Europäischen Kommission zur Energieeffizienz hält Wiesner in der Sache für richtig: "Glüh- und Halogenlampen sind Energieverschwender und in der Beleuchtung steckt ein erhebliches Potential zum Energiesparen."

Bild: © Antje Delater, PIXELIO

Autor: Natur + Kosmos

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Stand: 1. Juni 2009
Erstellt: 1. Juni 2009