Umweltjournal.de | Bauen, Wohnen und Garten  | Artikel Nr.: 3097

Greenpeace: Hornbach nimmt Urwaldholz aus dem Sortiment





Hamburg/Berlin, 18.05.2002: Baumarktkette ÖBAU und Heinzel AG unter Zugzwang. Großer Erfolg der Greenpeace-Urwaldkampagne: Hornbach Österreich hat alle Artikel aus Tropen- und Urwaldholz aus dem Sortiment genommen, die Greenpeace bei einer Baumarktführung im April beanstandet hat.

"Wir begrüßen die prompte und mutige Entscheidung von Hornbach,” sagt Martin Frimmel, Greenpeace-Waldexperte. "Jedes Jahr fallen 25 Millionen Hektar Urwald den Kettensägen zum Opfer!” Die Umweltorganisation fordert nun auch die Baumarktkette ÖBAU auf, das gesamte Sortiment auf Produkte aus glaubhaft zertifizierter ökologischer Forstwirtschaft und heimischen Hölzern umzustellen.

Die letzten großen Urwaldflächen finden sich vor allem in Brasilien, in Russland und Kanada. Nach Österreich importiert wird vor allem "Fichte/Tanne Massivholz A-Sortierung" aus der russischen Urwaldregion Archangelsk, Saunakabinen aus Red Cedar Holz aus amerikanischen Urwäldern, Merbau-Parkett aus südostasiatischen Urwäldern und Parkett aus Iroko und Doussie aus Afrika.

Greenpeace fordert den Hornbach-Einkaufsleiter Klaus Götz auf, auch in Deutschland den Verkauf von Produkten aus Urwaldholz zu stoppen. Greenpeace wird – wie alle großen Umweltorganisationen – auch weiterhin nur das FSC-Gütesiegel (Forest Stewardship Council) unterstützen. Eine Anerkennung des Industrie-Gütesiegel PEFC ist nicht vorstellbar. Die Umweltorganisation fordert die Baumärkte auf, ihr gesamtes Sortiment auf Produkte aus glaubhaft zertifizierter ökologischer Forstwirtschaft und aus heimischen Hölzern umzustellen.

Nun sind auch die Baumarktkette ÖBAU und die Heinzel AG unter Zugzwang: ÖIAG-Boss Alfred Heinzel ist einer der größten Urwaldzerstörer Europas. "Heinzel handelt mit russischem Papier und Zellstoff und hält Beteiligungen an Papierfabriken in russischen Urwaldgebieten," so Martin Frimmel. "ÖBAU verkauft nach wie vor Gartenmöbel und Bilderrahmen aus Tropenholz ebenso wie russisches Urwaldholz."

Ein weiteres großes Problem in den Baumärkten ist das Umweltgift PVC: "Das Umweltgift findet sich als Boden- und Wandbelag, Duschvorhang und Gartenschlauch, in Elektrogeräten, Kabeln und Jalousien,” kommentiert Martin Frimmel. "Die Baumarktkette Obi hat bereits einen PVC-Ausstiegsplan bis 2005 vorgelegt."
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 18. Mai 2002
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