Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 799

Krippentiere sterben aus - WWF und GEH warnen: Ochs und Esel auf der Roten Liste der bedrohten Haustierrassen





{b2l}
Frankfurt a. M., 21.12.2001: Weltweit werden in diesen Tagen in Kirchen und Wohnräumen Weihnachtskrippen aufgebaut. Aus den Ställen blicken Ochs und Esel auf das Christuskind.

Doch das friedliche Bild täuscht: In der modernen Landwirtschaft spielen diese Tiere keine Rolle mehr. Während es vor hundert Jahren in Deutschland zum Beispiel noch 87 verschiedene Rinderrassen gab, ist diese Zahl in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen.


{b1r}
Darauf wiesen der WWF und die Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH) hin.
„Als Arbeits- und Lastentiere haben Ochsen und Esel in der Landwirtschaft schon lange ausgedient“, erklärte Hilmar Freiherr von Münchhausen, Agrarexperte des WWF. Heute müssen Tierrassen in erster Linie leistungsfähig sein und das heißt möglichst schnell viel Fleisch, Milch oder Eier produzieren. „Dieser Trend hat dazu geführt, dass heute weltweit jede Woche eine Haustierrasse ausstirbt“, beklagte Antje Feldmann, Geschäftsführerin der GEH. Damit würde nicht nur die Vielfalt an Tieren abnehmen, sondern auch ein Stück Kultur der jeweiligen Region verschwinden.
„Wir wollen Nutztiere, die an die Region, die Böden und die Landschaft angepaßt sind wie zum Beispiel das Rote Höhenvieh im Vogelsberg oder im Harz“, so WWF und GEH. „Gerade in Zeiten von BSE will der Verbraucher keine anonyme Massenware mehr, sondern ist begeistert, wenn er Fleisch von Tieren aus seiner Region bekommt.“
Autor: WWF Deutschland
958 Aufrufe
Stand: 17. November 2009
Erstellt: 21. Dezember 2001

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Haustiere":

Social Bookmarks
Top-News Umwelt und Natur