Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 292

Wölfe weiter im Visier: WWF fordert generelles Jagdverbot fuer Wölfe in Norwegen





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Frankfurt, 16.02.2001 Norwegen Nach weltweiten Protesten gegen die geplante Wolfsjagd in Norwegen versuchen die dortigen Behörden einen Kompromiß zu erreichen. Zunächst war geplant, 20 Tiere zu töten, dann sollten es 9 Tiere sein. Mittlerweile hält man zumindest noch an der Tötung von einem Wolfspaar fest, dem “Imsdal-Paar”. Speziell trainierte und mit Schneefahrzeugen und Helikoptern ausgestattete Jäger wollen die beiden Tiere töten.

“Die Wölfe, die jetzt sterben sollen, ernähren sich überwiegend durch die Jagd auf Elche“ so Roland Melisch, Artenschutzexperte beim WWF Deutschland. „Die Probleme der Schafzüchter werden durch den Tod dieser Tiere nicht gelöst. Die Tötungs-Aktion ist kompletter Unsinn und dient lediglich zur Beschwichtigung der Farmer.“

1982 war die sogenannte Berner Konvention unter Beteiligung Norwegens übereingekommen, Wölfen grundsätzlich Schutz zu gewähren. Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, werden in Norwegen insgesamt 2,4 Mio. Schafe gehalten. 94% davon kehren jeden Herbst in ihre Ställe zurück. Der jährliche Verlust beliefe sich auf 130.000 Tiere, die zum Großteil durch Unfälle umkämen. Nur 30.000 Tiere würden tatsächlich von Raubtieren gefressen werden, davon noch am wenigsten von den Wölfen: 800 jährlich. Die Jagd auf die letzten Wölfe in einem der reichsten Länder der Welt wird einzig durch Vorurteile begründet. Laut WWF hat sie keinerlei sinnvolle Grundlage. Bei den zunächst geplanten 20 Abschüssen handelte es sich um drei Wolfsrudel: dem “Koppang-Rudel”, dem “Atnadal-Rudel” sowie dem “Imsdal-Paar”. Die Norwegische Regierung gab auf internationalen Druck hin zunächst den Abschuß des “Koppang-Rudels” auf, auf deren Konto die meisten Verluste der Schafhalter gehen. Die beiden anderen Gruppen sollten dennoch getötet werden, obwohl gerade diese Tiere kaum Schafe jagen. Mittlerweile wurde auf weitere vom WWF initiierte Proteste hin auch die Freigabe zum Töten des “Atnadal-Rudels” zurückgenommen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Der WWF befürchtet, dass die Tiere nur nach und nach getötet werden sollen.

Nach letzten Zählungen leben in Südskandinavien nur noch 50 bis 80 Wölfe im Grenzgebiet zwischen Schweden und Norwegen. Bei einer so kleinen Anzahl von Tieren zählt jedes Einzelne, um die Art zu erhalten. Schwedische und norwegische Wissenschaftler gehen davon aus, dass mindestens 500 Wölfe in Südskandinavien leben müssten, um das Überleben der Art in dieser Gegend zu sichern. Eine vom WWF Norwegen angestrengte Klage, ob die Wolfsjagd überhaupt statthaft ist, wird derzeit gerichtlich entschieden.

Die Region Osterdalen, in der die betroffenen Wölfe leben, ist die einzige Region Europas, die vier große Raubtiere gleichzeitig beherbergt: Wolf, Luchs, Bär und Vielfraß leben hier von Elch, Rehwild, Rotwild und Rentier. Das Gebiet gehört zu den am besten geeigneten Lebensräume für Wölfe. Teile davon liegen im Rondane National Park, einem der berühmtesten Schutzgebiete Norwegens.

Bildmaterial:
Jürgen Matijevic, Bildredaktion und Dokumentation, Tel. 069/7 91 44-152; matijevic@wwf.de

Weitere Informationen:
Roland Melisch, Artenschutz / TRAFFIC, Tel.: 0 69/7 91 44-180
Johannes Reith, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 69/7 91 44-141, Fax: -116

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Autor: WWF Deutschland
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Stand: 31. März 2003
Erstellt: 16. Februar 2001

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