Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 505

Wohin wandert der Wolf?





Seit 150 Jahren gelten die Wölfe in Deutschland als ausgestorben: Jetzt sind sie wieder zurück.

Erst kürzlich wurde ein kleines Wolfsrudel mit Jungtieren im sächsischen Teil des Dreiländerecks Tschechien, Deutschland und Polen gesichtet. Auf dem Oberlausitzer Truppenübungsplatz finden die Wölfe sehr gute Lebensbedingungen vor. Das Revier ist groß genug zum Jagen, wilde Beutetiere sind ausreichend vorhanden und die Störungen durch den Menschen ausgesprochen gering.

Doch das Rudel ist erst die Vorhut, prophezeit die Umweltstiftung WWF. „Wenn die Tiere sich wohl fühlen – und danach sieht es im Moment aus - werden sie sich auch ins Umland ausbreiten,“ freut sich Biologe Frank Mörschel vom WWF. „Langfristig können wir damit rechnen, dass sich Wölfe in weiten Teilen Ostdeutschlands wieder ansiedeln, wenn der Mensch es zulässt.“ Vor ihnen fürchten muss man sich aber nicht, obwohl sich dieses Vorurteil in der Bevölkerung hartnäckig hält. „Keine Panik vor dem Wolf. Er ist nicht das menschenfressende Raubtier aus dem Märchen. Vielmehr zeigt seine Existenz,dass der Mensch sein Naturverständnis geändert hat: Wölfen und auch Luchsen, die früher schon einmal in Deutschland heimisch waren bzw. es noch sind,
bieten wir jetzt wieder Lebensraum,“ klärt der Naturschützer auf. Wölfe sind anpassungsfähige Tiere und kommen mit dem Menschen gut zurecht – sie gehen ihm einfach aus dem Weg! In Italien, Rumänien und z.B. Spanien überleben sie auch in dichter! besiedelten Gebieten, solange sie genug Nahrung und vom Menschen unberührte Rückzugsgebiete finden.

Der Wolf ist wichtiger Bestandteil unserer Ökosysteme und eine streng geschützte Art. Deshalb appelliert der WWF: „Stören wir ihn nicht dabei, in weiten Teilen Deutschlands heimisch zu werden.“ Als wichtige Aufgabe sieht es daher die Umweltstiftung an, die betroffene Bevölkerung über das einst so gefürchtete Raubtier aufzuklären, mit Förstern, Jägern und Bauern vor Ort zusammenzuarbeiten und wichtige Wanderkorridore für Wolf und Luchs von großen Verkehrstrassen frei zu halten.

Im 19. Jahrhundert wurde der Wolf in Deutschland rücksichtslos verfolgt und letztendlich ausgerottet. Seit sich in den 80er Jahren jedoch einen Wolfspopulation in Westpolen etablieren konnte, hat die Zuwanderung nach Deutschland wieder zugenommen – in erster Linie nach Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in der Vergangenheit sind einzelne Tiere in Deutschland beobachtet worden. Immer wieder sind sie jedoch dem
Straßenverkehr zum Opfer gefallen oder von Jägern als vermeintlich streunende Hunde erschossen worden.
Autor: WWF Deutschland
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Stand: 17. November 2009
Erstellt: 26. August 2001

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