Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 371

Tschernobyl tötet noch lange Kinder





Über etwa eine Million "Liquidatoren" waren 1986 und später nach dem Reaktorunfall mit den Aufräumarbeiten in Tschernobyl beschäftigt. Die sowjetische Regierung hat über eine Million Menschen ins atomare Feuer geschickt.

Bei den nach 1986 geborenen Kindern dieser Liquidatoren wurden jetzt siebenmal häufiger genetische Veränderungen festgestellt als bei anderen Kindern. Wissenschaftler aus Israel und der Ukraine haben diese Erkenntnisse jetzt in der britischen Zeitschrift "Biological Sciences" veröffentlicht.

Entscheidend für die genetischen Veränderungen sind die Zeit, die ein Elternteil der Kinder als "Liquidator" am Reaktor verbracht hat. Der Chef der Liquidatoren war der Atomphysiker Professor Wladimir Tschernosenko. Er sagte 1996 Franz Alt in einem Fernsehinterview: "Langfristig werden Millionen durch den Tschernobyl-Unfall sterben. Ich gehöre dazu." Und auf die Frage, ob westliche AKW tatsächlich sicherer seien, sagte der Atomphysiker: "Sie werden etwas später explodieren."

Der Atomphysiker Tschernosenko war durch seinen Einsatz in Tschernobyl total verstrahlt und vom Atombefürworter zum kämpferischen Atomgegner geworden. "Atomenergiegewinnung ist ein Verbrechen an der Menschheit" , war jetzt seine These. Wladimir Tschernosenko starb 18 Monate nach dieser Fernsehsendung an Krebs.
Autor: Franz Alt
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Stand: 31. März 2003
Erstellt: 12. Mai 2001

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