Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 364

Tierarzneien haben langes Leben im Boden





Antibiotika aus der Massen Tierhaltung bleiben nach der Ausbringung mit dem Stalldünger auf Äcker noch lange wirksam.
Das hat nach den Angaben des Niedersächsischen Landesamts für Bodenforschung eine Untersuchung von Böden im Weser-Ems-Gebiet ergeben. Diese Gegend hat die dichteste Tier-Intensivhaltung Europas. Auch sechs Monate nach der Ausbringung habe sich die Konzentration der hochwirksamen Arzneimittel im Boden kaum verändert, teilte die Behörde mit.

Bei der Untersuchung von Böden, die mit Schweinegülle gedüngt wurden, fanden die Forscher erhebliche Mengen von Tetrazyklinen (Antibiotika) in der oberen Bodenschicht. Die Messungen ergaben Konzentrationen zwischen 100 und 500 Gramm je Hektar. Die Mengen hätten das Zehnfache eines Umwelt-Grenzwerts erreicht, der von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) festgesetzt wurde. Diese Tatsache würde bei der Neuzulassung von Tierarzneien "weit reichende Untersuchungen über die Umweltverträglichkeit der Wirkstoffe erforderlich machen", heißt es in der Darstellung des Landesamtes. Für die bereits seit längerem zugelassenen Wirkstoffe gelte das jedoch nicht mehr.

Die Forscher raten angesichts der Ergebnisse, jetzt auch die Wirkung von Antibiotika auf die natürlichen Kreisläufe im Boden zu untersuchen. Es sei bisher nicht klar, welchen Einfluss die auf Bakterien tödlich wirkenden Medikamente auf Bestand und Leistungsfähigkeit von Bodenorganismen haben. Eine Schädigung der Organismen könne jedoch die Bodenqualität verringern. Quelle: dpa
Autor: Franz Alt
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Stand: 31. März 2003
Erstellt: 4. Mai 2001

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