Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 761

Urwald: "Hände weg, Herr Clement"





Hamburg/Düsseldorf, 30.11.2001: Da staunte Wolfgang Clement, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, nicht schlecht: Vis-à-vis seiner Staatskanzlei in Düsseldorf hing gut sichtbar ein 30 mal 15 Meter großes Transparent. "WestLB zerstört Urwälder! Rot-Grün macht mit. Geldhahn zu, Herr Clement!" lautete die Forderung.

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Greenpeace-Protest vis-à-vis der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei


Am Donnerstagmorgen protestierten 16 Greenpeace-Aktivisten mit dieser Aktion gegen den Zwei-Milliarden-Kredit der landeseigenen Westdeutschen Landesbank (WestLB) zum Bau einer Öl-Pipeline durch den Regenwald Ecuadors. Greenpeace fordert den Regierungschef auf, dafür zu sorgen, dass die WestLB den Milliarden-Kredit zurück nimmt. Nordrhein-Westfalen ist mit 43 Prozent größter Anteilseigner der WestLB.

"Clement muss seine Bank endlich zurückpfeifen und dem Pipeline-Bau den Geldhahn abdrehen", sagt Michaela Braun, Waldexpertin bei Greenpeace. "Es darf einfach nicht sein, dass mit Geldern einer öffentlichen Bank Urwälder zerstört werden." Der Leiter des Landespresseamtes, Joachim Neuser, teilte mit, dass sich Ministerpräsident Clement noch vor Weihnachten zu der Angelegenheit äußern werde.

Und die Zeit drängt: Bis heute sind bereits 12.000 Tonnen Rohre in Lago Agrio im Osten Ecuadors eingetroffen. Am Rande des Amazonasbeckens soll der Bau der Pipeline beginnen. Die ersten Bäume in schützenswerten Wäldern wurden schon gefällt, um Zufahrtsstraßen zur geplanten Trasse anlegen zu können.

Die WestLB rechtfertigt die Finanzierung des Projektes damit, dass es unter Einhaltung der Umweltstandards der Weltbank durchgeführt würde. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Umweltorganisation Amazon Watch straft die WestLB Lügen und zeigt den mehrfachen Verstoß durch das Pipeline-Projekt gegen die ohnehin schwachen Umweltstandards der Weltbank auf.

Aber auch in Ecuador wächst der Widerstand gegen die Pipeline. Der Vizepräsident des ecuadorianischen Nationalkongresses, Dr. Antonio Passo, hat den Vorstand der WestLB sowie NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement, Finanzminister Peer Steinbrück (Fachaufsicht der WestLB) und Innenminister Fritz Behrens (Staatsaufsicht der WestLB) aufgefordert, jegliche Kredite für das Projekt umgehend zu stoppen.

Der Bau der Pipeline wird in Ecuador unwiederbringlich einmalige Urwälder zerstören. Waldvölker werden heimatlos, und die vom Ökotourismus lebende Bevölkerung verliert ihre Einnahmequellen. Hinzu kommt das Risiko von Unfällen mit Ölverschmutzungen aber auch die dramatischen Auswirkungen des steigenden Ölverbrauchs für das Klima. Leidtragende neben den Menschen werden auch viele Tiere sein.

Hintergrundinformationen finden Sie in unseren Factsheets zum Pipeline-Projekt und zu
weiteren Öl-Projekten der WestLB.

Informationen zu den bedrohten Urwäldern gibt es
hier.
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 17. November 2009
Erstellt: 30. November 2001

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