Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 577

Ministerkonferenz der Weltschifffahrts-Organisation beschließt: Konvention über TBT-Verbot ab 2003





Die Ministerkonferenz der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) hat heute in London eine Konvention für das weltweite Verbot von TBT
(Tributylzinn) und anderen hochgiftigen Organozinnverbindungen für Schiffsfarben beschlossen. Damit sollen organozinnhaltige Antifoulingmittel ab 2003 für alle weltweit verkehrenden Schiffe verboten werden. Ab 2008 ist
ein totales Verbot für das Vorhandensein dieser Farben auf allen Schiffskörpern vorgesehen. Zusätzlich wurde über eine Resolution
entschieden, die die Farbindustrie auffordert, den Handel und Verkauf von organozinnhaltigen Farben einzustellen.

{b1l}„Es ist höchste Zeit, dass TBT verboten wird. Jetzt muss das Verbot so schnell wie möglich ratifiziert werden“, sagte Patricia Cameron, Meeresschutzexpertin des WWF. „Das Gift hat bereits alle Meereslebewesen erreicht und kann durch seine hormonelle Wirksamkeit zu Immun- und Fruchtbarkeitsstörungen führen. Viele Speisefische sind betroffen und können die Gesundheit von Menschen gefährden.“

Leider könne die Konvention nach Einschätzung des WWF jedoch weltweit nicht bis 2003 in Kraft treten, da sie dafür von 25 Staaten und 25 Prozent der Welttonnage ratifiziert werden muss – dies sei bis zum 1. Januar 2003 nicht mehr möglich. Dennoch sei der Schiffsindustrie zu empfehlen, sich nach diesem Datum zu richten, da das Verbot rückwirkend für 2003 gelten wird, sobald die Konvention weltweit in Kraft tritt.

Um den TBT Ausstieg zu beschleunigen hat der WWF im Rahmen der IMO die „Gruppe 2003“ initiiert, eine weltweite Initiative für Reedereien, Farbfirmen, Werften u.a., die schon vor 2003 bereit sind, aus der Verwendung von TBT auszusteigen. Als Gründungsmitglieder traten „Hapag Lloyd Kreuzfahrten“, „Hamburg Süd (Container) und die schwedische Reederei „Wallenius“ auf. Diese Reedereien verzichten bereits auf TBT-haltige Schiffsanstriche und steigen schrittweise schon auf vollständig giftfreie Alternativen um. Sie wollen damit ein Zeichen setzen, dass effektive Alternativen verfügbar sind und es somit keinen Grund dafür gibt, noch weiterhin TBT zu verwenden. Der WWF fordert weitere umweltbewusste Unternehmen auf, sich dieser Initiative anzuschließen.
Autor: WWF Deutschland
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Stand: 31. März 2003
Erstellt: 8. Oktober 2001
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