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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 8142

BUND zum Weltwassertag: Grundwasser konsequent schützen

Berlin 21.03.2005: Anlässlich des morgigen Weltwassertages fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen besseren Schutz des Grundwassers. Mit der nun beginnenden UN-Dekade zur nachhaltigen Wassernutzung und der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) müssten Bund und Länder jetzt die Chance nutzen, um die Ursachen der Belastung anzugehen.

Bundesweit seien 50 und örtlich bis zu 90 Prozent des Grundwassers in einem alarmierenden Zustand. Die Hauptbelastung des Grundwassers stelle die intensive Landwirtschaft dar. Noch immer sei es den Landwirten erlaubt, rund ein Drittel mehr Dünger auf Äckern auszubringen als die Pflanzen aufnehmen könnten. Im Durchschnitt betrage daher die Überdüngung 80 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr. Gleichzeitig verschmutze die intensive Landwirtschaft das Grundwasser mit Pestiziden. Trotz zahlreicher Willensbekundungen aus Industrie und Landwirtschaft seien diese Belastungen weitgehend unverändert geblieben.

BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm: "Besserung ist nicht in Sicht. Die größten Quellen für die Überdüngung sind zugekaufte Futtermittel der industriellen Massentierhaltung und mineralische Düngemittel. Dennoch werden weiter riesige Tierhaltungsanlagen genehmigt und die Düngeverordnung lässt viel zu hohe Nährstoffeinträge zu. Mit der EU-Grundwasserrichtlinie müssen der Eintrag von Schadstoffen sowie Ausnahmeregelungen für die intensive Landwirtschaft konsequent verhindert werden. Bisher wurde dies auch von deutschen Parlamentariern blockiert."

Zwar gebe es ein Reduktionsprogramm für Pestizide, aber die Länder hätten noch keine adäquaten Maßnahmen entwickelt, mit denen Landwirte wirksam zur Pestizidreduktion veranlasst würden. Die Selbstreinigungskraft des Grundwassers werde vielerorts dauerhaft überfordert. Um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern, müssten die Grenzwerte für das Grundwasser weit niedriger liegen als die für Trinkwasser.

Timm: „Wenn die Bundesregierung zulässt, dass die Gelder für Agrarumweltprogramme und Ökolandbau gekürzt werden, drohen der Bevölkerung zunehmend belastetes Grundwasser und steigende Wasserkosten."

Autor: BUND Freunde der Erde

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Stand: 21. Maerz 2005
Erstellt: 21. Maerz 2005