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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 7722

Bambis sollen auf Amrum bleiben!

München, 17.12.2004: Seit einiger Zeit leben auf der Insel Amrum Rehe. Wo die Tiere herkommen und wie viele es sind, weiß niemand genau. Schätzungsweise sollen es fünf Tiere sein. Die Rehe spazieren unbeeindruckt von der Anwesenheit der Inselbewohner in deren Gärten herum. Die Tatsache, dass die Wildtiere derartig zahm sind, nährt die Vermutung, dass es sich um ausgesetztes Gatterwild handelt.

Das zutrauliche Rehwild eroberte im Sturm die Herzen der meisten Amrumer, leider nicht das Herz der Unteren Jagdbehörde in Husum. Diese wollte die Tiere bis zum 31.12.04 zum Abschuss freigeben. Janine Bahr vom Tierhuus – Insel Föhr e.V. verhandelte sofort mit der Unteren Jagdbehörde mit folgendem Ergebnis: „Bevor die Tiere bejagt werden, haben wir nun die Möglichkeit erhalten, die Rehe einzufangen, sie von der Insel zu schaffen, um sie dann in eine Auswilderungsstation zu bringen.“

Judith Schmalzl vom DEUTSCHEN TIERHILFSWERK E.V. in München: „Wir sind natürlich froh, dass unser Kooperationspartner Tierhuus – Insel Föhr e.V. die Rehe vor dem sicheren Tod gerettet hat. Aber es ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Tiere nicht einfach auf der Insel bleiben können „Das DEUTSCHE TIERHILFSWERK E.V. wird mit einer Unterschriftenaktion versuchen, die Untere Jagdbehörde davon zu überzeugen, dass die Rehe eine Bereicherung für die Insel sind.“
„Unverständlich“, so führt Judith Schmalzl weiter aus, „sind auch die Gründe, die für einen Abschuss genannt werden.“

Drastisch wird von Seiten der Behörde der Waldverbissschaden durch die Rehe ins Feld geführt. Dass auf der Nachbarsinsel Föhr, die über wesentlich weniger Waldbestand verfügt als Amrum, Schalenwild in friedlicher Koexistenz mit dem Wald lebt, wird verschwiegen. Seltsam mutet auch die Begründung an, die für eine Bejagung herangezogen wird, dass es zu Wildunfällen auf den Straßen kommen könnte. Würde dieses Argument analog auf das Festland übertragen, würde das bedeuten, dass das gesamte Rehwild in Deutschland ausgerottet werden müsste.

Das DEUTSCHE TIERHILFSWERK E.V. bittet deshalb die Untere Jagdbehörde in Husum ihren Beschluss zu revidieren.

Um die Rehe auf Amrum zu retten, sammelt das DEUTSCHE TIERHILFSWERK E.V. nun Unterschriften. Die Unterschriftenliste kann unter www.tierhilfswerk.de ausgedruckt werden. Die U-Listen werden in der Münchener Geschäftsstelle des DTHW e.V. gesammelt und in einigen Wochen der Unteren Jagdbehörde in Husum überreicht.

Autor: DTHW Pressestelle

Weiterführende Informationen:


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Stand: 23. Februar 2006
Erstellt: 17. Dezember 2004