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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 5890

Treibhauseffekt: Der Tschadsee trocknet aus


Baden-Baden, 04.01.2004: Welche katastrophalen Auswirkungen der Klimawechsel heute in den südlichen Ländern und morgen in den reichen nördlichen Ländern haben kann, zeigt die Entwicklung des Tschadsees an der afrikanischen Länder Ecke zwischen Tschad, Niger, Nigeria und Kamerun.


Einst war der Tschadsee 350.000 Quadratkilometer groß, in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts freilich nur noch 25.000 Quadratkilometer und heute noch etwa 2.000 Quadratkilometer. Irgendwann wird er durch den Treibhauseffekt völlig verschwunden sein. 90 Prozent seines Wassers, das sind etwa 400 bis 450 Milliarden Kubikmeter Zufuhr pro Jahr, erhält der Tschadsee vom Fluss Schari im Süden. Durch den Klimawandel sind seit 40 Jahren die Regenmengen in der gesamten Sahelzone zurückgegangen.

Früher waren viele Anwohner des Sees Fischer. Doch inzwischen können die meisten vom Fischfang nicht mehr leben. Sie sind jetzt Landwirte. Aber der Klimawandel sorgt für Verwüstung und Versteppung des einst fruchtbaren Bodens. Betroffen sind davon rund 20 Millionen Menschen. Die Verursacher des Treibhauseffektes sitzen weit weg vom Tschadsee in den Industriestaaten im reichen Norden. Die Opfer leben im Süden.

Die Regierungen in Kamerun, Nigeria und Tschad verfügen über reiche Erdölquellen. Diese scheinen ihnen wichtiger als der Kampf um das Wasser im Tschadsee. Neben dem Treibhauseffekt ist fehlender, politischer Wille zur Rettung des Tschadsees das Hauptproblem.

Autor: Franz Alt

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Stand: 4. Januar 2004
Erstellt: 4. Januar 2004