Rückblicke
Webvideothek
Zucker runter, Nestlé!
Die Verbraucherorganisation foodwatch schlägt Bundespräsident Joachim Gauck vor, Nestlé-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen.
Video >>
Süße Tierschutz-News
VIER PFOTEN gab bekannt, dass die beliebte Schweizer Schokolade Toblerone künftig mit Eiern aus käfigfreier Produktion hergestellt wird.
Video >>
Anti-AKW-Demo
Franz Alt sprach am 12.03.2011 auf der Anti-Atom-Kundgebung in Stuttgart über die Energiepolitik in Baden-Würtemberg unter dem Motto: "Abwählen, Abtreten, Abschalten".
Video >>

Zur Web-Videothek >>

Top-News Umwelt und Natur
Wald und Wildnis – Perspektiven einer nachhaltigen Waldentwicklung

Berliner Bürgerinnen und Bürger haben entschieden: Natur und Weite haben Vorrang

Welt-Schildkrötentag am 23. Mai: WWF fordert mehr Schutz für die Panzertiere

Klein aber oho! Wertvolle Beiträge zum Schutz der biologischen Vielfalt

Weltklimarat: Folgen der Erderwärmung bereits heute sichtbar

Von Thailand bis Tahiti: Neue Rekorde bei globaler Klimaschutzaktion Earth Hour

Wildkatze erobert sich in NRW immer mehr Lebensräume zurück

Schweinswale und Seevögel: Opfer verheerender grüner Umweltpolitik in Schleswig-Holstein

Sechsjähriger Kolumbianer entdeckt neue Froschart im Swimming-Pool

Fukushima: Energiewende statt Atomprogramme

Inserate
Tipp
Umweltlexikon
Pfeil Umweltjournal.de | Pfeil Umwelt und Natur  | PfeilArtikel Nr.: 19373

10 Jahre Jahrhundertflut: Elbe-Hochwasserschutz nach wie vor mangelhaft

Dresden / Berlin, 07.08.2012: Zehn Jahre nach der Hochwasserkatastrophe an Elbe und Donau hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Umgang mit den Flüssen in Deutschland gerügt.

Es gebe zwar Verbesserungen beim Hochwasserschutz wie erste Deichrückverlegungen und den punktuellen Rückbau von Siedlungen in Überschwemmungsgebieten. Dies dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei einem wiederholten extremen Anstieg des Elbepegels wieder zu milliardenteuren Schäden und zum Verlust von Menschenleben kommen könne, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger vor der Landespressekonferenz in Dresden.

„Bundesregierung und Elbanrainer-Länderregierungen haben nach der Jahrhundertflut 2002 vor der Presse versprochen, den Flüssen mehr Raum zu geben. Und kaum hatten sie den Presseraum verlassen, war das Versprechen schon vergessen“, sagte Weiger. Sämtliche bisher umgesetzten Maßnahmen könnten die Wassermassen von 2002 bei weitem nicht aufnehmen. Auch in Sachsen seien riesige Summen vor allem in technische Maßnahmen zum Hochwasserschutz investiert worden. Versäumt worden sei hingegen der ökologische Hochwasserschutz mit dem Schwerpunkt der Auenrenaturierung, sagte der BUND-Vorsitzende.

Zudem würden weiter teure Maßnahmen zur angeblichen Verbesserung der Schiffbarkeit auf der Elbe durchgeführt, die dem Gewässerschutz schadeten und sich wegen des starken Rückgangs der Güterschifffahrt nicht lohnten, sagte der BUND-Vorsitzende. „ Tourismus, Hochwasser- und Naturschutz, das sind die Zukunftsbranchen an der mittleren und oberen Elbe“, sagte Weiger. Er forderte BUND und Länder auf, intensiv nach weiteren möglichen Wasser-Rückhalteflächen zu suchen. Die Schaffung zusätzlicher Feuchtgebiete könne den Wasserhaushalt in den Flusseinzugsgebieten stabilisieren und wäre zudem ein wertvoller Beitrag zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

„Schon vor dem Jahrhundert-Hochwasser 2002 hatte die internationale Kommission zum Schutz der Elbe 35000 Hektar als mögliche Flächen für Auenrenaturierungen und Deichrückverlegungen identifiziert. Realisiert oder in Umsetzung begriffen sind weniger als fünf Prozent davon“, sagte der BUND-Flussexperte Winfried Lücking. „Der Wasserrückhalt in der Fläche wird vernachlässigt. Da auch das Elbe-Einzugsgebiet über Gräben oder Drainagen entwässert wird, verlieren Wiesen, Wälder, Sümpfe und Moore weiter ihre natürliche Schwammfunktion. Und was an der Elbe gilt, gilt auch für die meisten anderen Flüsse in Deutschland“, sagte Lücking.

Der BUND-Flussexperte beklagte auch Verzögerungen beim Hochwasserschutz. So werde inzwischen seit Jahren über Rückdeichungen entlang der Sude, einem niedersächsischen Elbe-Nebenfluss, debattiert, ohne dass eine Weiterführung des Projektes in Sicht sei. Die geplante Vertiefung der Unterelbe für die Zufahrt noch größerer Schiffe zum Hamburger Hafen berge ebenfalls Hochwasserrisiken, sagte Lücking. Eine Vertiefung verursache das Trockenfallen von Flachwasserzonen und ein schnelleres und höheres Auflaufen von Sturmfluten.

„Unter Blinden ist der Einäugige zwar König. Aber auch Sachsen und Sachsen-Anhalt dürfen sich nicht auf Teilerfolgen beim Hochwasserschutz ausruhen“, sagte Wolfgang Riether, Landesgeschäftsführer des BUND in Sachsen. „Mit den nach 2002 investierten Geldern sind in den Überschwemmungsgebieten vor allem Gebäude und Verkehrswege wiederhergestellt worden. Und Hunderte Millionen Euro wurden für technische Hochwasserschutzmaßnahmen wie Deichverstärkungen, den Bau von Rückhaltebecken und Uferbefestigungen ausgegeben, zuwenig aber zur Vorbeugung vor Überflutungen und für den ökologischen Hochwasserschutz.“ Dies liege am mangelnden politischen Willen und am Druck der Bau- und Agrarlobby. Es fehle außerdem an geeigneten Strategien zur Anpassung an die wegen der Klimaerwärmung auftretenden extremen Hoch- und Niedrigwasserstände der Flüsse. Aufgegeben werden müsse auch das Vorhaben, den Fluss ganzjährig schiffbar zu machen.

„Es sind die Bundesländer gewesen, die das nationale Hochwasserschutzgesetz aufgeweicht haben“, sagte der BUND-Vorsitzende Weiger. „Sie verhinderten ein generelles Bauverbot in Flussauen und stärkere Restriktionen bei der landwirtschaftlichen Nutzung potentieller Überschwemmungsflächen.“ Vorbeugender Hochwasserschutz dürfe nicht länger darauf reduziert werden, Stauanlagen zu bauen oder Deiche zu erhöhen. Dies suggeriere den Anwohnern zwar mehr Sicherheit, erhöhe aber zugleich die Gefahr stärkerer und höherer Flutwellen am Unterlauf der Flüsse. „Eine zeitgemäße und zukunftsfähige Flusspolitik stellt sich der Aufgabe, die ökologischen Potentiale der Gewässer zu erkennen, sie wiederherzustellen und zu sichern“, sagte Weiger.

Autor: BUND Freunde der Erde
3399 Aufrufe
Stand: 7. August 2012
Erstellt: 7. August 2012

Weitere Meldungen zum Thema "Elbe":

Egal - Hauptsache, es schmeckt!?Egal - Hauptsache, es schmeckt!?
Köln, 09.05.2016: Nach „Die Ernährungslüge“, „Die Kalorienlüge“ und „Die Suppe lügt“ – jetzt der aktuelle Titel von Hans-Ulrich Grimm: „Die Fleischlüge“.
Neugierig auf die EnergiewendeNeugierig auf die Energiewende
Köln, 03.03.2016: Dieses Buch nimmt Neugierige mit auf eine Reise durch die Energiewende und ihre vielfältigen Facetten. Es zeichnet ein Bild der neuen Energiewelt anhand fundierter und spannender Beispiele aus dem Energiemarkt, aus Unternehmen und Organisationen und aus unserem Alltag. So entstehen mosaikartig Ansätze zur Umsetzung der Energiewende.
Biogasanlagen im EEGBiogasanlagen im EEG
Köln, 17.02.2016: In Deutschland werden etwa 8.000 Biogasanlagen betrieben – von der kleinen „Gülleanlage“ bis zur großen Biogaseinspeiseanlage. Mit dem EEG 2014 sind die Rahmenbedingungen hierfür erneut geändert worden.
Energiewende – Quo vadis?Energiewende – Quo vadis?
Köln, 27.01.2016: An Tagen, an denen der Wind weht und die Sonne scheint, werden in Deutschland heute fast 80 Prozent des Stromverbrauchs aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt. Deutschland also als Weltmeister und Vorbild für alle?
Flüchtlingen in den Kochtopf geschautFlüchtlingen in den Kochtopf geschaut
Köln, 06.11.2015: Unzählige Flüchtlinge kämpfen täglich um genießbares Essen und sauberes Trinkwasser. In Anbetracht der Flüchtlingskatastrophe, die sich derzeit an den europäischen Grenzen, auf den Fluchtrouten und in den Herkunftsländern selber abspielt, ist es absurd ein „Flüchtlings-Kochbuch“ aus der Schweiz vorzustellen.
Grenzen des Wachstums – Grenzen des Fortschritts?Grenzen des Wachstums – Grenzen des Fortschritts?
Schwerte, 07.10.2015: Spätestens seit der Rio-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 ist klar: wir müssen die Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltiger orientieren. Heute steht die sogenannte "Große Transformation" im Fokus einer nachhaltigen Entwicklung. Die Tagung „Grenzen des Wachstums – Grenzen des Fortschritts?“ in der Evangelischen Tagungsstätte Haus Villigst beschäftigt sich vom 20. bis 22. November 2015 im Kern mit der Frage „Was ist für mehr Nachhaltigkeit erforderlich?“.
Umweltbewegung in vegetarischer Bratensoße ertrunken!Umweltbewegung in vegetarischer Bratensoße ertrunken!
Köln, 28.11.2014: Mit Dirk Maxeiner und Michael Miersch ziehen zwei der profiliertesten Beobachter der Umweltbewegung Bilanz. Die beiden Protagonisten der „Achse des Guten“ zeigen aber auch, wo ökologisches Denken heute ansetzen muss und dass es höchste Zeit dafür ist, dass die grüne Bewegung den „Resetknopf“ drückt!
Öko-Populismus – oder von der „Kritik der unkritischen Wachstumskritik“Öko-Populismus – oder von der „Kritik der unkritischen Wachstumskritik“
Köln, 24.11.2014: Der Diskurs über „Nachhaltigkeit“ hat ein Populismus-Problem. Zum einen verspricht der Ökonomie-Populismus mehr vom selben: Technik, Innovation, Wachstum. Zum anderen verspricht der Ökologie-Populismus einfache Wege zur „Nachhaltigkeit“ und setzt auf individuelle Umkehr oder schnellen Systemwandel. So lautet es (in einem fast unlesbaren Schrifttyp) auf dem Buchrücken.
Auf dem BauernhofAuf dem Bauernhof
Köln, 18.09.2014: Runter vom Sessel, raus aufs Land! Gerade in der jetzigen Jahreszeit kann man auf Bauernhöfen unzählige Pflanzen und Tiere erleben und kennenlernen.
Geothermie: Energiequelle aus der TiefeGeothermie: Energiequelle aus der Tiefe
Köln, 22.07.2014: Die Geothermie oder Erdwärme zählt zu den regenerativen Energiequellen. Das nunmehr bereits in der 2., überarbeiteten und aktualisierten Auflage vorliegende Lehrbuch gibt einen Überblick über alle derzeit verfügbaren Nutzungssysteme der oberflächennahen und tiefen Geothermie und betrachtet diese bezüglich ihrer Effizienz und potentieller Umweltauswirkungen.