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Hände weg von „Ästlingen“ - Nicht jeder vermeintlich aus dem Nest gefallene Jungvogel braucht Hilfe

Hamburg, 27.04.2012: Nicht jeder Jungvogel, den Spaziergänger am Wegesrand oder auf einer Straße finden, muss gerettet werden.

Nach Angaben der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN handelt es sich fast immer um einen so genannten „Ästling“. So bezeichnet man einen jungen Vogel, der zwar noch flugunfähig ist, aber bereits außerhalb des Nests im nahe gelegenem Geäst und Buschwerk die Gegend erkundet. Die Eltern eines Ästlings sind immer in der Nähe und sorgen sich um ihren Nachwuchs.

„Man sollte einen Jungvogel nur dann nach Hause mitnehmen, wenn man sich völlig sicher ist, dass es sich um einen echten Notfall handelt, also zum Beispiel um einen wirklich frisch geschlüpften oder wenige Tage alten Jungvogel“, erklärt Christian Erdmann, Leiter der Wildtierstation Hamburg, die von VIER PFOTEN seit Anfang 2010 unterstützt wird. Rettung sei außerdem nötig, wenn der Vogel sichtbar verletzt ist oder wenn man selbst beobachten konnte, dass die Elterntiere verunglückt sind. Auch wenn sich das Tier an einem offensichtlich gefährlichen Ort befindet, müsse man eingreifen.

Einen solchen Fall hat Christian Erdmann 2011 erlebt: Nach einem entsprechenden Hinweis barg er mit seiner Mitarbeiterin eine junge, sichtbar geschwächte Waldohreule. Nach einer Suche in der Umgebung fanden die Experten ein totes Elternteil, und schließlich auch das Nest mit dem verbleibenden Altvogel. „Hier mussten wir die junge Waldohreule retten und in unsere Station bringen, denn das verbleibende Elternteil konnte das Jungtier nicht alleine versorgen.“

Findet man als Laie einen nachweislich verwaisten Jungvogel, sollten diese Findlinge in eine Kartonschachtel (nie in einen Käfig) gesetzt und möglichst rasch erfahrenen Händen übergeben werden. Eine Versorgung mit Wasser und Nahrung – Achtung, niemals Hunde und Katzenfutter geben! – ist in der kurzen Aufbewahrungszeit nicht erforderlich.

Bei Unsicherheit sollte man unbedingt den Rat von Experten wie jene der Wildtierstation Hamburg einholen.

In der Wildtierstation Hamburg werden pro Jahr etwa 500 Jungvögel, Eichhörnchen, Hasen und andere Wildtiere gerettet, aufgezogen, medizinisch versorgt und zu fast 60 Prozent wieder freigelassen. Mit Unterstützung von VIER PFOTEN arbeiten Christian Erdmann und sein Team an effektiven Maßnahmen für die verbesserte Rehabilitation, Aufzucht und Freilassung bzw. Unterbringung bedürftiger Wildtiere.

Mehr Informationen erhalten Sie auf www.vier-pfoten.de oder auf www.wildtierstation-hamburg.de/.

Autor: VIER PFOTEN e.V.
7259 Aufrufe
Stand: 27. April 2012
Erstellt: 27. April 2012

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