Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 17065

Rehabilitations-Programm setzt neue Maßstäbe im Kampf gegen die Ausrottung der Orang-Utans





Hamburg/Samboja Lestari, 26.08.2010: Im kommenden Winter wird die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN damit beginnen, verwaiste und ehemals misshandelte Orang-Utans in Ost-Kalimantan, dem indonesischen Teil der Tropeninsel Borneo, auszuwildern.

Die Bestände der Orang-Utans sind durch Zerstörung der Tiefland-Regenwälder und durch Wilderei in den letzten Jahrzehnten von ehemals 250.000 auf weniger als 50.000 Tiere geschrumpft. Die Primatologin Dr. Signe Preuschoft betreut für VIER PFOTEN das Affen-Rehabilitationsprogramm in Samboja Lestari auf Borneo: „Wir wollen mit der Rettungsstation und der Auswilderung unseren Beitrag dazu leisten, das individuelle Elend dieser faszinierenden und uns Menschen so ähnlichen Tiere zu mildern und ihr Überleben zu sichern.“ VIER PFOTEN finanziert die Station von Samboja und bereitet die Menschenaffen in Zusammenarbeit mit der Borneo Orangutan Survival Foundation auf die Auswilderung vor.

Ab Ende 2010 sollen sukzessive mehr als 100 der rothaarigen Menschenaffen aus der Station von Samboja in ein für 90 Jahre von der Regierung gepachtetes Gebiet gebracht und freigelassen werden. Eigens geschulte Betreuer werden während der ersten Monate den Menschenaffen zur Seite stehen, bis sie sich allein zurecht finden. Zuvor haben die Orang-Utans alles zum Überleben Notwendige gelernt – wie Menschenkinder. Das geschieht in der „Waldschule“ von Samboja. „Wir lehren die Orang-Utan-Kinder klettern, Nahrung finden, Nester bauen, Orientierung im Wald und Skepsis gegenüber fremden Menschen, die ihnen dann im Wald gefährlich werden könnten“, sagt Signe Preuschoft. „Mit dem Rehabilitationsprogramm wollen wir neue Maßstäbe setzen im Kampf gegen die Ausrottung der Orang-Utans.“

Viele der verwaisten Orang-Utan-Kinder, die nach Samboja Lestari gebracht werden, sind in einem jämmerlichen Zustand: traumatisiert, weil sie in vielen Fällen den Tod ihrer Mutter ansehen mussten, fehlernährt, dehydriert und oft gezeichnet von Misshandlungen durch Menschen. Nach der medizinischen Erstversorgung versuchen Signe Preuschoft und ihr Team, die kleinen Menschenaffen zu trösten und ihr Vertrauen zu gewinnen. Manchmal übernehmen ältere Orang-Utans die Rolle von Ersatzeltern oder -geschwistern.

Für Orang-Utans, die nicht mehr ausgewildert werden können, gibt es künstlich angelegte Inseln; hier leben sie frei und geschützt. Doch die Station von Samboja platzt aus allen Nähten, zu groß ist der Andrang auf Grund der fortschreitenden Zerstörung der Regenwälder. VIER PFOTEN will daher so rasch wie möglich zusätzliche Inseln bauen. Hierfür sind zusätzliche Finanzmittel notwendig. „Es bricht einem fast das Herz, wenn man sieht, was mit unseren nahen Verwandten und ihrer Heimat geschieht“, sagt Signe Preuschoft. „Wir alle tragen die Verantwortung für das Schicksal der Orang-Utans. Mit dem Rehabilitationsprogramm trägt VIER PFOTEN dazu bei, dass sie wieder in ihrer natürlichen Heimat leben können. Um die Orang-Utans zu retten brauchen wir ein internationales Engagement gegen die Waldzerstörung, einen nachhaltigeres Konsumverhalten in den Industrieländern und die Unterstützung des Rehabilitationsprojekts durch möglichst viele Menschen in wohlhabenden Ländern wie Deutschland.“

Spendenkonto:
VIER PFOTEN
Postbank Hamburg
Konto-Nr: 745 919 202
BLZ: 200 100 20
Autor: VIER PFOTEN e.V.
1099 Aufrufe
Stand: 26. August 2010
Erstellt: 26. August 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Orang-Utan":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Umwelt und Natur
Dreckiges Benzin aus KanadaDreckiges Benzin aus Kanada
Dreckiges Benzin aus Kanada
Berlin, 07.02.2012: Die Umweltorganisationen Greenpeace, Nabu und WWF fordern in einer gemeinsamen Erklärung die Bundesregierung auf, strengere Klimaauflagen für Benzin und Diesel aus Teersanden zu unterstützen.
Weiterlesen
Europäischer Solarmarkt von der Förderung abhängigEuropäischer Solarmarkt von der Förderung abhängig
Europäischer Solarmarkt von der Förderung abhängig
Bad Homburg, 02.02.2012: 2012 wird das Jahr des Einschnitts in die Förderung der europäischen Photovoltaik werden. Das sehen viele Experten nicht nur auf Grund restriktiver Regierungsmaßnahmen in einigen europäischen Staaten so, sondern auch die Struktur der selbst verordnete Entwicklungspolitik der Solarförderung ist an einem Punkt angekommen, wo es neuer Impulse bedarf.
Weiterlesen
Fangverbot für Donau-StörFangverbot für Donau-Stör
Fangverbot für Donau-Stör
Berlin, 29.01.2012: Die bulgarischen Behörden haben ein vierjähriges Fangverbot für Stören in der Donau und dem Schwarzen Meer bekannt gegeben. Auch der Handel mit Kaviar von wildlebenden Stören ist nun für vier Jahre untersagt.
Weiterlesen
VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor KopfgeldjägernVIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
Indonesien / Kalimantan / Borneo, 27.01.2012: Buchstäblich in letzter Minute konnte ein Team der international tätigen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in Borneo eine Orang-Utan-Mutter und ihre Tochter vor dem sicheren Tod bewahren.
Weiterlesen
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“ Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“
Berlin, 27.01.2012: Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), eine der größten und auffälligsten heimischen Libellen, wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (Libellenkundler) zur „Libelle des Jahres 2012“ gekürt.
Weiterlesen
Angriff auf Wale unter falscher FlaggeAngriff auf Wale unter falscher Flagge
Angriff auf Wale unter falscher Flagge
Hamburg / München: Forscher des Alfred Wegener Instituts für Polarforschung führen derzeit riskante Lärmexperimente in der Antarktis durch. Die Versuche werden von WDCS und WWF scharf kritisiert.
Weiterlesen
Nichts zu lachen für die DrachenNichts zu lachen für die Drachen
Nichts zu lachen für die Drachen
Berlin, 24.01.2012: Alle zwölf Jahre wiederholt sich im chinesischen Horoskop das Jahr des Drachen, das am 23. Januar beginnt. Während wir den Drachen in Europa als bedrohliche Feuer speiende Kreatur aus Märchen und Sagen kennen, ist er in China ein berühmter Glücksbringer, der für den Frühling und Zuversicht steht.
Weiterlesen
Südafrika verliert 448 NashörnerSüdafrika verliert 448 Nashörner
Südafrika verliert 448 Nashörner
Berlin, 13.01.2012: Die Wilderei-Krise in Afrika spitzt sich nach Ansicht der Umweltschutzorganisation WWF weiter zu.
Weiterlesen
5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar
5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar
Düsseldorf, 13.01.2012: In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Sturm Kyrill über Deutschland und sorgte vor allem in Nordrhein-Westfalen für Schäden in Milliardenhöhe.
Weiterlesen
Vögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen FütterungVögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen Fütterung
Vögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen Fütterung
Hamburg, 12.01.2012: Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN weist darauf hin, dass das Füttern von Vögeln nicht nur bei frostigen Temperaturen und dauerhafter Schneedecke sinnvoll ist.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse