Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 17052

Die Heuschrecken auf dem Biesenhorster Sand Pflegeeinsätze zeigen Erfolge





Berlin, 19.08.2010: Der NABU Berlin und seine Mitglieder bemühen sich an vielen Stellen in Berlin um den Schutz der Naturvielfalt. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die große innerstädtische Brache des Biesenhorster Sands in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg ein.

15 Jahre kontinuierliche Betreuung der Fläche zeichnen sich nun aus, doch die Unterschutzstellung durch die Senatsverwaltung lässt immer noch auf sich warten.

Ziel der Pflegeeinsätze auf der Fläche war schon immer der Erhalt der ausgedehnten Sandtrockenrasen und ihrer großen Artenvielfalt, die von der gelbblühenden Sandstrohblume bis zu 28 verschiedenen Heuschreckenarten reicht.

Auf den Klang kommt es an
Heuschrecken spielen im Sommer die „klassische musikalische Untermalung“ eines heißen Sommertages, der sogar dazu in der Lage ist Verkehrslärm zu übertönen. Weit weniger bekannt ist, dass die verschiedenen Arten an ihrem Zirpen auseinander gehalten werden können. Während die Laubheuschrecken ihre Lautäußerungen durch das Streichen des linken über den rechten Flügel erzeugen, reiben die Feldheuschrecken, die deutlich kürze Flügel haben, ihren Hinterschenkel über die Flügel.

Überwältigende Vielfalt
Dank der tatkräftigen Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer werden seit 15 Jahren verschiedene Trockenrasenflächen kontinuierlich offen gehalten und dieses Engagement zahlt sich aus. Von den 43 in Berlin vorkommenden Heuschreckenarten, kommen 28 alleine auf dem Biesenhorster Sand vor. Unter fachkundiger Anleitung hatten beim letzten Pflegeeinsatz die Helfer eine beachtliche Vielfalt beobachten können: Südöstliches Heupferd, Blauflügelige Ödlandschrecke, Zweifarbige Beißschrecke, Gefleckte Keulenschrecke oder die vom Aussterben bedrohe Blauflügelige Sandschrecke sind in dem Gebiet vertreten. Bei verschiedenen Arten wird vermutet, dass sie Anzeiger für den fortschreitenden Klimawandel sind, wie beispielsweise die Italienische Schönschrecke, die lange Zeit als in Berlin ausgestorben galt, oder die Gemeine Sichelschrecke.

NABU Berlin fordert Erhalt der Flächen
Bereits seit mehreren Jahren fordert der NABU Berlin immer wieder mit großem Nachdruck die Unterschutzstellung der Flächen. Die Senatsverwaltung hat den hohen Stellenwert des Gebiets im Biotop- und Artenschutz zwar bereits erkannt und ihm auch eine würdigende Passage im Buch „Natürlich Berlin!“ gewidmet, aber eine gesetzliche Unterschutzstellung ist dem NABU Berlin natürlich lieber. „Die Begehrlichkeiten auf Freiflächen sind in Berlin einfach viel zu hoch, als dass man mit einer Unterschutzstellung noch länger warten darf“, gibt Bezirksgruppenleiter Jens Scharon zu bedenken.
Autor: NABU Naturschutzbund Deutschland e.V.
1283 Aufrufe
Stand: 19. August 2010
Erstellt: 19. August 2010

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