Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 16982

Wertvolle Naturgebiete in Bayern für die Zukunft gesichert





Erlangen, 17.07.2010: Rund 1.300 Hektar wertvoller Naturgebiete in Bayern sind heute in den Besitz der DBU Naturerbe GmbH übergegangen. Die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird künftig auf den Flächen Tennenlohe, Hainberg, Landshut, Lauterberg und Reiterswiesen den Naturschutz sicherstellen.

Bislang gehörten die Flächen der Bu ndesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). „Die Flächen sind Teil des Nationalen Naturerbes. Sie bergen äußerst artenreiche Lebensräume. Gleichzeitig können die Gebiete dazu beitragen, die Menschen für den Naturschutz zu begeistern“, erklärte Dr. Fritz Brickwedde, DBU-Generalsekretär und Geschäftsführer der DBU Naturerbe GmbH, anlässlich der offiziellen Übergabe im Walderlebniszentrum Tennenlohe (Erlangen). Daher gelte es, diese wertvollen Naturgebiete für heutige und nachfolgende Generationen zu schützen. „Wir freuen uns, die verantwortungsvolle Aufgabe ab heute offiziell übernehmen zu dürfen“, betonte DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl.
Söder: "Für uns steht die Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt"

Auf den Flächen findet nicht nur eine Vielzahl vom Aussterben bedrohter Tierarten ein Zuhause. Sie umfassen auch eine vielfältige Landschaft: ausgedehnte Mager- und Trockenrasen, Heiden, Moore und Kleingewässer sowie Laub-, Misch-, Auen- und Nadelwälder. Allein auf der rund 440 Hektar umfassenden Fläche Tennenlohe leben über 350 stark gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, wie der Ziegenmelker und die Ödlandschrecke, die streng geschützte Kreuzkröte oder das scheue Auerhuhn, erläuterte Brickwedde. Bayerns Umweltminister Dr. Markus Söder betonte: "Für uns steht die Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt. Diese wertvollen Lebensräume tragen entscheidend zum Erhalt der biologis chen Vielfalt Bayerns und Deutschlands bei. Wir sind sicher: Dieses Stück bayerisches Naturerbe ist bei der DBU in besten Händen."

Irlinger: "Viele Menschen sehnen sich nach unverbrauchter Natur"

Eberhard Irlinger, Landrat von Erlangen-Höchstadt, betonte den Wert der Fläche als Naherholungsgebiet: „Gerade heute, wo die Flächenversiegelung zugenommen hat, wo mehr Menschen als früher in den Städten leben und sich selbst kleine ehemals landwirtschaftlich geprägte Dörfer zu größeren Orten mit neuen Wohnsiedlungen gewandelt haben, sehnen sich viele Menschen nach unverbrauchter Natur.“
DBU Naturerbe GmbH übernimmt Flächen in neun Bundesländern
Die bayerischen Flächen sind Teil von insgesamt 33 bedeutsamen Liegenschaften, die die DBU Naturerbe GmbH in den nächsten Jahren bundesweit übernimmt. „Neben Bayern werden uns auch Flächen in acht weiteren Bundesländern anvertraut“, betonte Brickwedde. Auf den mehr als 46.000 Hektar setze sich die gemeinnützige GmbH für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Den entsprechenden Rahmenvertrag schloss die DBU Naturerbe GmbH im Mai 2008 mit der BImA ab. Prora auf Rügen war die erste Fläche des Nationalen Naturerbes, die vor anderthalb Jahren in den Besitz der DBU Naturerbe GmbH überging.
Geschichte der Flächen zeichnet weltpolitische Entwicklung nach

„Dass wir nun die Naturerbeflächen in Bayern übertragen, hat in mehrfacher Hinsicht symbolische Bedeutung“, sagte André Gregarek, Vorstandsmitglied der BImA. Zum einen sei die Natur bei den Gebieten in Bayern bei der Verteilung ihrer Reize besonders großzügig gewesen. Zum anderen zeichne die Geschichte der Flächen sehr anschaulich die weltpolitische Entwicklung der vergangenen 100 Jahre nach. So seien die Flächen ab Mitte der 30er Jahre militärisch genutzt worden – bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht. Danach hätten US-Streitkräften sie bis 1993 in Anspruch genommen. „Seit dieser Zeit regiert hier – gelenkt durch die Försterinnen und Förster – die Natur“, so Gregarek, der optimistisch auf die künftige Zusammenarbeit aller Beteiligten blickte.
Schönheit der Natur für Besucher zugänglich machen
Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung seien Offenlandflächen entstanden, auf denen sich seltene Tier- und Pflanzenarten entwickeln konnten. „Diesen natürlichen Reichtum wollen wir für die Zukunft bewahren“, so Brickwedde. Dazu möchte die DBU Naturerbe GmbH etwa großflächige Wildnisgebiete schaffen und Wälder ihrer ungestörten Entwicklung überlassen. Die Naturschutzmaßnahmen führen ortskundige Bundesförster in Abstimmung mit der DBU Naturerbe GmbH aus. Gleichzeitig soll die Schönheit der Natur künftig auch Besuchern durch eine attraktive und sichere Wegeführung auf den Flächen zugänglich gemacht werden. „Wir suchen den Dialog mit den Menschen vor Ort, um für Unterstützung zu werben und Beteiligungsprozesse aufzuzeigen“, sagte Weinzierl. Naturschutz werde auf diese Weise erlebbar, betonte auch Brickwedde: „Die Menschen über das Geb iet und den Naturschutz zu informieren, um Verständnis und Verantwortungsbewusstsein für die heimische Natur zu fördern, ist uns ein wesentliches Anliegen.“
Herrmann betont Stärkung des Naturschutzes durch Flächenübertragung

Begrüßt hatte die Gäste in Tennenlohe Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Walderlebniszentrum Erlangen-Tennenlohe. Er betonte die Rolle des Erlebniszentrums als Besuchermagnet der Region. Er unterstrich, dass durch die Flächenübertragung an die DBU Naturerbe GmbH der Naturschutz weiter belebt und gestärkt werde.
Autor: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
1309 Aufrufe
Stand: 17. Juli 2010
Erstellt: 17. Juli 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Naturerbe":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Umwelt und Natur
Dreckiges Benzin aus KanadaDreckiges Benzin aus Kanada
Dreckiges Benzin aus Kanada
Berlin, 07.02.2012: Die Umweltorganisationen Greenpeace, Nabu und WWF fordern in einer gemeinsamen Erklärung die Bundesregierung auf, strengere Klimaauflagen für Benzin und Diesel aus Teersanden zu unterstützen.
Weiterlesen
Europäischer Solarmarkt von der Förderung abhängigEuropäischer Solarmarkt von der Förderung abhängig
Europäischer Solarmarkt von der Förderung abhängig
Bad Homburg, 02.02.2012: 2012 wird das Jahr des Einschnitts in die Förderung der europäischen Photovoltaik werden. Das sehen viele Experten nicht nur auf Grund restriktiver Regierungsmaßnahmen in einigen europäischen Staaten so, sondern auch die Struktur der selbst verordnete Entwicklungspolitik der Solarförderung ist an einem Punkt angekommen, wo es neuer Impulse bedarf.
Weiterlesen
Fangverbot für Donau-StörFangverbot für Donau-Stör
Fangverbot für Donau-Stör
Berlin, 29.01.2012: Die bulgarischen Behörden haben ein vierjähriges Fangverbot für Stören in der Donau und dem Schwarzen Meer bekannt gegeben. Auch der Handel mit Kaviar von wildlebenden Stören ist nun für vier Jahre untersagt.
Weiterlesen
VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor KopfgeldjägernVIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
Indonesien / Kalimantan / Borneo, 27.01.2012: Buchstäblich in letzter Minute konnte ein Team der international tätigen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in Borneo eine Orang-Utan-Mutter und ihre Tochter vor dem sicheren Tod bewahren.
Weiterlesen
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“ Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“
Berlin, 27.01.2012: Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), eine der größten und auffälligsten heimischen Libellen, wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (Libellenkundler) zur „Libelle des Jahres 2012“ gekürt.
Weiterlesen
Angriff auf Wale unter falscher FlaggeAngriff auf Wale unter falscher Flagge
Angriff auf Wale unter falscher Flagge
Hamburg / München: Forscher des Alfred Wegener Instituts für Polarforschung führen derzeit riskante Lärmexperimente in der Antarktis durch. Die Versuche werden von WDCS und WWF scharf kritisiert.
Weiterlesen
Nichts zu lachen für die DrachenNichts zu lachen für die Drachen
Nichts zu lachen für die Drachen
Berlin, 24.01.2012: Alle zwölf Jahre wiederholt sich im chinesischen Horoskop das Jahr des Drachen, das am 23. Januar beginnt. Während wir den Drachen in Europa als bedrohliche Feuer speiende Kreatur aus Märchen und Sagen kennen, ist er in China ein berühmter Glücksbringer, der für den Frühling und Zuversicht steht.
Weiterlesen
Südafrika verliert 448 NashörnerSüdafrika verliert 448 Nashörner
Südafrika verliert 448 Nashörner
Berlin, 13.01.2012: Die Wilderei-Krise in Afrika spitzt sich nach Ansicht der Umweltschutzorganisation WWF weiter zu.
Weiterlesen
5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar
5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar
Düsseldorf, 13.01.2012: In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Sturm Kyrill über Deutschland und sorgte vor allem in Nordrhein-Westfalen für Schäden in Milliardenhöhe.
Weiterlesen
Vögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen FütterungVögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen Fütterung
Vögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen Fütterung
Hamburg, 12.01.2012: Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN weist darauf hin, dass das Füttern von Vögeln nicht nur bei frostigen Temperaturen und dauerhafter Schneedecke sinnvoll ist.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse