Fischer im Korallendreieck wollen Beifang bekämpfen
Bali, Indonesien, 07.07.2010: Lokale Fischer und private Unternehmen aus der als Korallendreieck bekannten Region haben sich am heutigen letzten Tag des Coral Triangle Fisher Forum auf ein Paket von Empfehlungen für eine nachhaltigere Fischerei geeinigt.
Diese Empfehlungen sehen vor, das Problem des Beifangs in der regionalen Gesetzgebung hervorzuheben und sie in nationale Politik umzusetzen. Weiterhin sollen Zölle auf umweltfreundliches Fischereigerät abgeschafft, eine vertikale Integration von Beifangthematiken in die Versorgungskette erreicht und Anreize für Fischer zur Umstellung ihrer Fischereimethoden geschaffen werden. Geplant sind Partnerschaften mit akademischen Institutionen und Fischereischulen, um ein Bewusstsein und Kapazitäten für umweltfreundlichste Fischereipraktiken und nachhaltige Der Gesamtertrag der Meeres-F. lag im Jahr 2000 laut FAO bei 100.192.612 Tonnen. In Deutschland wurden im Jahr 2002 205. 689 Tonnen Seefisch angelandet.lFischerei bei der jüngeren Der Begriff Generation bezeichnet die Geschlechterfolge (Eltern, Kinder, Enkel usw.).Generation zu schaffen. Schließlich soll es mehr Forschung und Studien geben, um politische Entscheidungen auf Grundlage besserer Informationen treffen zu können. Verschiedene Organisationen und Einzelpersonen haben sich bereits verpflichtet, die Empfehlungen des Forums voranzutreiben. Das Sekretariat der Coral Triangle Initiative on Coral Reefs, Fisheries and Food Securitiy (CTI) wird diese Empfehlungen seinen Mitgliedern vorstellen.
Das vom Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründetWWF initiierte dreitägige Coral Triangle Fishers Forum wurde von Fischern aus der Region besucht, um ihre Erfahrungen und innovativen Ideen zur Umsetzung verantwortungsvollerer Fischereipraktiken auszutauschen. Das erste Fischerforum hat eine gemeinsame Plattform geschaffen, auf der Fischer eng zusammen arbeiten können, um das Beifangproblem zu lösen und eine nachhaltige und gerechte Zukunft für die Fischereiindustrie dieser Region zu sichern sagte Keith Symington, Bycatch Strategy Leader des WWF Coral Triangle Programme.
Beifang gehört zu den dringlichsten Problemen der heutigen Fischerei im Korallendreieck, die die Vielfalt der Meere und die Fischbestände bedroht. Viele bedrohte Meerestiere einschließlich Meeresschildkröten, Haien, marinen Säugetieren und tausende Tonnen Fisch, der nicht der Zielart entspricht, werden jedes Jahr in den Fischernetzen mitgefangen.
Solch ineffektive Fischereipraktiken plündern unsere Meere. Wertvolle Arten, die Millionen von Menschen als Nahrungs- und Einkommensquelle dienen, werden dabei dezimiert, so WWF-Experte Keith Symington weiter. Es ist ermutigend zu sehen, dass die Fischer der Region, groß und klein, die dringende Notwendigkeit dazu erkennen, ihre Fischereipraktiken zu ändern und mit den Akteuren der gesamten Versorgungskette zusammenzuarbeiten, um die Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit der Meere und ihre Der Begriff Ressourcen bezeichnet die Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe oder Mittel um bestimmte Aufagben zu lösen.Ressourcen und damit letztendlich die Zukunft ihrer Betriebe zu schützen.
Das Forum hat Fischern die Möglichkeit gegeben, Partnerschaften zu formen, effektive Modelle und Techniken zu erweitern, Lücken in der Politik und Gesetzgebung zu bearbeiten und ökonomische Vorteile und Marktanreize zur Verbesserung ihrer Fischereipraktiken abzuklopfen.
Das Coral Triangle Fishers Forum, das vermutlich erste von vielen, wurde vom WWF und dem indonesischen Meeres- und Fischereiministerium in Zusammenarbeit mit dem Southeast Asian Fisheries Development Center (SEAFDEC) veranstaltet und organisiert. Es wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Deutschlands größtem Einzelhändler EDEKA, der zugleich über das größten Fische- und Meeresfrüchtesortiment verfügt. EDEKA hat sich im Rahmen einer WWF-Kooperation dazu verpflichtet, bis 2012 alle Fische- und Meeresfrüchteprodukte aus 100% nachhaltigen Quellen zu beziehen.
Hintergrundinformationen:
- Das Korallendreieck die Kinderstube der Meere ist die artenreichste Meeresregion des Planeten, vergleichbar in seiner Bedeutung für das Leben auf der Erde mit dem Amazonasregenwald und dem Kongobecken. Bestimmt durch Meeresgebiete mit mehr als 500 riffbildenden Korallenarten umfasst es ungefähr 6 Millionen Quadratkilometer über sechs Länder im Indo-Pazifik Indonesien, Malaysia, Papua-Neuguinea, die Philippinen, die Solomon und Osttimor.
- Es beheimatet 3000 Rifffischarten und kommerziell wertvolle Arten wie Tunfisch, Wale, Delphine, Rochen, Haie, und sechs der sieben bekannten Meeresschildkrötenarten.
- Das Korallendreieck sorgt außerdem direkt für den Lebensunterhalt von mehr als 120 Millionen Menschen und ist Kinderstube für Tunfisch. Gesunde Riff- und Küstensysteme sind die Grundlage für einen wachsenden Tourismussektor. WWF arbeitet mit anderen Nichtregierungsorganisationen, multilateralen Agenturen und Regierungen weltweit am Schutz und Erhalt des Korallendreiecks.
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Beifang":
Fischer im Korallendreieck wollen Beifang bekämpfenBali, Indonesien, 07.07.2010: Lokale Fischer und private Unternehmen aus der als Korallendreieck bekannten Region haben sich am heutigen letzten Tag des Coral Triangle Fisher Forum auf ein Paket von Empfehlungen für eine nachhaltigere Fischerei geeinigt.
Die Artenvielfalt der Meere ist auch unsere LebensversicherungWädenswil, 08.06.2010: Nie zuvor hat sich das Leben auf unserem Planeten so rasch verändert, wie in den vergangenen hundert Jahren. Immer mehr Lebensräume werden unbewohnbar, Tier- und Pflanzenarten sterben in geradezu unheimlichem Tempo aus. Das sensible Ökosystem der Ozeane einst ein Paradies voller Leben gerät zunehmend aus dem Lot.
Strengere Schutzmaßnahmen für Meeresräuber - Hunger auf Schillerlocke & Co rottet Haie ausBerlin/Hamburg, 31.01.2010. Im Vorfeld zur 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) vom 13. bis 25. März in Doha/Katar fordert der NABU strenge Schutzmaßnahmen für durch Überfischung bedrohte Haiarten wie Dorn-, Herings- und Hammerhaie sowie den atlantischen Blauflossenthun (Roter Thun).
80 Prozent der Bestände überfischt - Pro Wildlife fordert radikalen Umbau der FischereipolitikMünchen, 06.01.2010. In diesem Jahr will die Europäische Union (EU) die Weichen für eine neue Fischereipolitik stellen. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife hat der EU hierfür einen 10-Punkte-Plan vorgelegt, der die Überfischung der Meere beenden soll. Der Plan enthält unter anderem die Forderungen, den Beifang zu reduzieren und strengere Kontrollen auf See durchzuführen.
Umweltjournal-Kinotipp: "Tortuga"Frankfurt, 01.10.2009: Meeresschildkröten bevölkerten schon vor über 200 Millionen Jahren die Ozeane der Erde. Die Dinosaurier haben sie überlebt, ob sie die Plünderung der Meere durch rücksichtslose Fischereimethoden überstehen, ist ungewiss. Der WWF schätzt, dass jedes Jahr eine viertel Million Schildkröten an den Haken der Langleinenfischerei verenden oder in den Netzen der industriellen Fischerei grausam als so genannter Beifang ersticken.
Fische statt Seevögel am HakenFrankfurt, 21.09.2009: Der WWF gab soeben die diesjährigen Gewinner des Internationalen Wettbewerbs "Schlaue Netze" bekannt. Weltweit prämiert die Umweltorganisation die Entwicklung von innovativen Fischereimethoden, die Umweltschäden und unerwünschten Beifang reduzieren. Der mit 30.000 US Dollar dotierte Preis geht in diesem Jahr an ein australisches Wissenschaftler-Team.
Apnoe-Taucher kämpfen für die FischeFrankfurt, 04.11.2008: Der Wal windet sich im Todeskampf im Fischernetz. Verzweifelt versucht die Meeresschildkröte, sich aus dem Netz zu befreien. Auch ein Fisch kann nicht mehr entkommen. Sie sind Beifang-Opfer in der Fischerei, wirtschaftlich nutzloser Müll. Diese Szenen spielen sich ausnahmsweise nicht im Meer, sondern bei einer Unterwasser-Performance im Berliner Stadtbad Schöneberg ab.
Haken rettet MeeresschildkrötenFrankfurt, 05.09.2008: Ein neuer Rundhaken verhindert den qualvollen Tod von Meeresschildkröten in der Fischerei. Jedes Jahr verenden schätzungsweise 250.000 der vom Aussterben bedrohten Tiere qualvoll an herkömmlichen Haken oder in Fischernetzen. Mit dem neuen Rundhaken kann dieser so genannte Beifang um bis zu 90 Prozent gesenkt werden, berichtet ein neuer WWF-Report. Der Beifang gilt als die größte Bedrohung für das Überleben ...
Wale und Delphine im Mittelmeer stark bedrohtWädenswil, 29.04.2008: Viele Küstenbewohner und Touristen wissen nicht, dass rund 15 verschiedene Arten von Walen und Delphinen im Mittelmeer auftauchen, acht davon regelmässig. Zunehmende menschliche Aktivitäten gefährden diese Tiere immer stärker. Das Überleben von vier Arten ist auf Messers Schneide. Bereits akut vom Aussterben bedroht ist die Population der Orcas in der Strasse von Gibraltar.
Millionen Haie verenden qualvollHamburg, 20.07.2007: Im Südost-Atlantik verenden jährlich sieben Millionen Haie und Rochen als ungewollter Beifang der kommerziellen Langleinen-Fischerei auf Tunfisch*, Schwertfisch und Seehecht. Dies geht aus einer aktuellen WWF-Studie hervor. 5,5 Millionen Blauhaie und 1,1 Millionen der auf der Roten Liste als gefährdet eingestuften Kurzflossen-Makos kommen qualvoll ums Leben.
Erstellt: 7. Juli 2010




















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