Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 16697

Hagener „Wal- und Delfinschutz-Forum“ im Gutachterausschuss des Bundesministeriums





Hagen-Hohenlimburg, 17.03.2010: Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat am Montag den Geschäftsführer und Gründer des Hohenlimburger „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF), Jürgen Ortmüller, in den Gutachterausschuss zur Überarbeitung des Säugetiergutachtens für die in Deutschland in Zoos gehaltenen Delfine einberufen.

Das WDSF macht seit Jahren mit Kundgebungen in Berlin und in den Städten mit Zoo-Delfinarien (Münster, Duisburg und Nürnberg), in Gesprächen mit Politikern aller Fraktionen und mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit auf die missliche Situation der Delfine in Delfinarien aufmerksam. Delfine schwimmen in Freiheit in Delfinschulen mit vielen anderen Artgenossen täglich bis zu 100 Kilometer weit und können dabei Tauchtiefen von 300 Meter erreichen.

Hilfreich für die Öffentlichkeitsarbeit der Delfinschützer ist der in der vergangenen Woche mit einem Oscar prämierte Dokumentar-Spielfilm „Die Bucht“ mit dem WDSF-Kuratoriumsmitglied und Delfinschützer Ric O’Barry, vormals Fernsehtrainer der Serie „Flipper“. Der Film hat mit über 40 weiteren Filmpreisen inzwischen weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Er handelt von der grausamen Delfintreibjagd in Japan. Hollywood-Regisseur Louie Psihoyos hat das Delfindrama in einer fesselnden Handlung inszeniert, die mit „Ocean’s Eleven“ verglichen wird. Die schönsten und stärksten Delfine werden vor dem Schlachten von alljährlich rund 20.000 Meeressäugern aussortiert und für bis zu 150.000 US-Dollar an Delfinarien veräußert. Nur deshalb lohnt sich die aufwändige und blutige Jagd auf die Delfine, die angeblich die Fischbestände reduzieren.

In den deutschen Zoos gäbe es zwar keine Delfine aus der japanischen Treibjagd beteuern die Zoodirektoren, dennoch hat das WDSF festgestellt, dass acht von derzeit 17 Delfinen in den Tiergärten aus Wildfängen stammen. In dem 1994 bereits geschlossenen Delfinarium im Holiday-Park in Hassloch/Rheinland-Pfalz befanden sich sogar zwei Delfine aus der grausamen Delfintreibjagd. Erst kürzlich verstarben in einem Delfinarium in der Türkei vier von zehn Meeressäugern aus dem Japan-Import. Das WDSF kritisiert dort die deutschen Reiseveranstalter, welche die Delfintouren als Unterhaltungsprogramm anbieten.

Der Zoo-Direktor des Allwetterzoos in Münster, Jörg Adler, äußerte im Stadtmagazin „echo-muenster.de“ in der vergangenen Woche bereits, dass man „auf die Delfine im Zweifelsfall verzichten könne“ (http://www.echo-muenster.de/node/61157).

In Zusammenarbeit mit den Biologen Dr. Christian Schulze aus Wiblingwerde, der an der Ruhr-Universität- Bochum tätig ist, und Norbert Kochhan aus Leverkusen will das WDSF in Kooperation mit der Organisation „ProWal“ von Andreas Morlok das Bundesministerium davon überzeugen, dass eine Gefangenhaltung von Delfinen gestoppt werden muss. Die vorhandenen Tiere sollen, soweit sie nicht wieder ausgewildert werden können, in betreute Lagunen transferiert werden. –
Autor: Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF
4543 Aufrufe
Stand: 17. März 2010
Erstellt: 17. März 2010

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