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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 16633

Keine Urwaldriesen zu Hackschnitzeln

Bremen, 20.02.2010: Mitglieder der Umweltorganisation ROBIN WOOD haben vor der australischen Bot­schaft in Berlin dagegen protestiert, dass die letzten Urwälder Tasmaniens abgeholzt und zu Holzhackschnitzeln für die Energie- und Papierwirtschaft verarbeitet werden.

Kostümiert als Bäume und Kängurus platzierten die UmweltschützerInnen ein Transparent mit der Auf­schrift „Protect Tasmania’s unique forests“ („Schützt die einzigartigen Wälder Tasmaniens“) vor dem Botschaftsgebäude.

Außerdem übergaben sie einen Protestbrief an den australi­schen Premierminister Kevin Rudd, den rund sechseinhalb Tausend BürgerInnen im Rah­men einer ROBIN WOOD-Aktion in den letzten beiden Monaten unterschrieben hatten. Auch neun weitere deutsche Umwelt- und Naturschutzorganisationen unterstützen die RO­BIN WOOD-Initiative und fordern einen umfassenden Schutz für die Urwälder Tasmaniens.

Die ursprünglichen Wälder der im Süden Australiens gelegenen tasmanischen Insel sind in mehrfa­cher Hinsicht einzigartig: Sie sind geprägt von zahlreichen, erdgeschichtlich sehr alten Baumarten, die nur auf Tasmanien vorkommen. Dort wächst die größte Laubbaumart der Welt, der Riesen-Eu­kalyptus, der über 100 Meter hoch wird. Im Nordwesten der Insel befindet sich das größte nicht-tro­pische Regenwaldgebiet der Südhemisphäre. Außerdem zeichnen sich die tasmanischen Wälder dadurch aus, dass sie deutlich mehr Kohlenstoff speichern als die meisten anderen Waldgebiete der tropischen und gemäßigten Klimazone.

Trotz dieser Einzigartigkeit ist der größte Teil dieser Wälder nicht geschützt, weite Teile sind bereits zerstört. Sie wurden in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich in Holzplantagen mit Kiefern- oder Eukalyptus-Monokulturen umgewandelt. Noch existieren mehr als eine Million Hektar ungeschützte Urwaldgebiete. Ihnen droht die Abholzung und Verarbeitung zu Holzhackschnitzeln für die Papier- und Energiewirtschaft.

ROBIN WOOD fordert gemeinsam mit deutschen und australischen Umweltorganisationen wie der Wilderness Society, dass Premierminister Kevin Rudd die weltweite Bedeutung dieser einzigartigen Urwälder im südlichsten, australischen Bundesstaat anerkennt und sie unter umfassenden Schutz stellt.

„Wir fordern Premierminister Kevin Rudd auf: Retten Sie die tasmanischen Urwälder!“, sagt Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. „Das wäre ein überzeugender, konkreter Beitrag der aust­ralischen Klima- und Umweltpolitik im Jahr der Artenvielfalt und nach dem kläglichen Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen.“



Autor: Robin Wood e.V.

Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Urwald":
Fortschritt für UrwaldschutzFortschritt für Urwaldschutz
München/Straßburg, 07.07.2010: EU-Parlament verabschiedet Einfuhrverbot für illegal geschlagene Hölzer. Die Einfuhr illegal geschlagener Tropenhölzer in die EU wird künftig verboten. Am heutigen Mittwoch will das Europäische Parlament einer entsprechenden Verordnung zustimmen.
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Spenden für Cyber-Elefant und Online-FroschSpenden für Cyber-Elefant und Online-Frosch
Frankfurt a. M, 29.01.2010: Auf WWF.de hat ein neues, multimediales Online-Spendentool Premiere: Unter www.wwf.de/urwaldriese/ wächst ein virtueller Urwaldriese durch die Spenden der User in ungeahnte Höhen. Der Spenden-Baum ist dem Mengaris-Baum aus Südostasien nachempfunden. Die Internetnutzer können durch ihre Spende die zahlreichen Baumbewohner, darunter Nebelparder, Nasenaffen oder Sunda-Plumploris, platzieren und den Baum – ganz wie in der Realität – zu einer Oase der biologischen Vielfalt werden lassen.
EU-Holzgesetz ist wurmstichigEU-Holzgesetz ist wurmstichig
München/Brüssel, 18.10.2008: Ein von der EU vorgelegter Gesetzesvorschlag zur Bekämpfung des Handels mit illegalen Hölzern ist nach Auffassung von Pro Wildlife mangelhaft. Die Artenschutzorganisation begrüßt zwar, dass die EU der Vernichtung der Regenwälder entgegentreten will, sieht jedoch erhebliche Lücken im geplanten Gesetz. "Der Entwurf ist nicht geeignet, das Verschwinden der Urwälder ...
Greenpeace fordert sofortiges Einfrieren der BiospritquoteGreenpeace fordert sofortiges Einfrieren der Biospritquote
Wien, 04.10.2008: Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert die heutige Erhöhung der Beimischungsquote für Biosprit von 4,3 auf 5,75 Prozent. Trotz vieler Warnungen vor den negativen Umwelt- und Klimafolgen der derzeitigen Biotreibstoffpolitik hält Umweltminister Josef Pröll an einer weiteren Erhöhung der Biospritquote fest.
Milliarden für den Regenwald gut - Urwaldschutzgesetz besserMilliarden für den Regenwald gut - Urwaldschutzgesetz besser
Bonn, 02.06.2008: Bundeskanzlerin Merkel versprach auf der am Freitag geendeten UN-Artenschutzkonferenz, dass Deutschland bis 2012 zusätzlich 500 Millionen Euro in den Regenwaldschutz investiert. Anschließend wird die Summe auf 500 Millionen jährlich erhöht. "Die Menschheit ist dabei, in wenigen Jahrzehnten zu zerstören, was die Natur in Millionen von Jahren geschaffen hat", so Merkel.
Kettensägen kreischen weiterKettensägen kreischen weiter
München/Bonn, 01.06.2008: Die soeben zu Ende gegangene UN-Naturschutzkonferenz (CBD) bringt kaum Fortschritte für den Schutz der Regenwälder, so das Fazit der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. "Einigungen konnten die Teilnehmer nur bei Themen erreichen, die die Interessen von Ländern wie Brasilien, Kanada oder Malaysia nicht allzu sehr beschneiden", sagt Pro Wildlife-Sprecherin Dr. Sandra Altherr.
Urwaldkiller HolzhandelUrwaldkiller Holzhandel
Hamburg, 13.05.2008: Bundesweit werden in Baumärkten und Holzhandlungen Produkte aus illegaler Urwaldabholzung verkauft. Das ist das Ergebnis einer Recherche, die Greenpeace in den vergangenen drei Monaten im deutschen Holzhandel durchgeführt hat. Die in 700 Geschäften gefundenen Produkte aus beispielsweise Teak, Bangkirai oder Akazie stammen zu großen Teilen aus Urwaldraubbau sowie Plantagen, für die Urwald zerstört wurde.
Urwaldschutz weiter stärken Urwaldschutz weiter stärken
Köln, 28.04.2008: Der Bundestag hat den Antrag der GRÜNEN, EU-Mittel für den Urwaldschutz zu verwenden, mit den Stimmen der Regierungsparteien abgelehnt. Das Ziel des Antrages war es, das Urwaldschutzprogramm "Forest Carbon Partnership Facility" um weitere 200 Millionen Euro aufzustocken. Mit diesen Mitteln sollen die Entwicklungsländer stärker den Urwaldschutz unterstützen.
Urwaldschutz: EU vertagt und versagtUrwaldschutz: EU vertagt und versagt
München, 22.03.2008: Anlässlich des Welttages des Waldes fordert die Artenschutzorganisation Pro Wildlife die Europäische Union (EU) auf, die Einfuhr illegal geschlagener Hölzer zu stoppen. "Illegaler Holzeinschlag ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung von Wäldern weltweit. Das Holz darf bei uns importiert werden - und die EU schaut tatenlos zu", sagt Jana Rudnick, Waldexpertin von Pro Wildlife.

Stand: 21. Februar 2010
Erstellt: 21. Februar 2010