Neuer Anlauf zum Stopp des Artensterbens
Berlin/Madrid, 27.01.2010: Der NABU hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen aufgefordert, sich auf der Konferenz der spanischen Ratspräsidentschaft (26.-27.1.) für ein ambitioniertes Biodiversitätsziel einzusetzen. Alle bisherigen Forschungsberichte haben belegt, dass die Europäische Union ihr selbst gestecktes Ziel, das Artensterben bis zum Ende des Jahres 2010 zu stoppen, mit ihrer bisherigen Politik nicht erreichen kann.Ein neuer Anlauf zum Stopp des Artensterbens mit verbindlichen Zielen bis zum Jahr 2020 ist daher überfällig, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Die erst kürzlich veröffentlichte UN-Studie The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB) hat gezeigt, dass der Verlust von Arten, Lebensräumen und natürliche Der Begriff Ressourcen bezeichnet die Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe oder Mittel um bestimmte Aufagben zu lösen.Ressourcen die Menschheit teuer zu stehen kommt. Allein die Zerstörung der Korallenriffe durch die Übersäuerung der Meere vernichtet die Lebensgrundlagen von 500 Millionen Menschen und führt zu wirtschaftlichen Verlusten von etwa 170 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Durch die Zerstörung von Schutzgebieten und den Raubbau an Ressourcen entstehen jährlich Schäden von vier bis fünf Billionen US-Dollar, während mit Investitionen eines Zehntels dieser Beträge die Leistungen der Ökosysteme weltweit erhalten werden könnten. Die Kommission hat daher den Rahmen für mögliche neue Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2020 sowie eine Vision bis 2050 vorgelegt.
Dringenden Handlungsbedarf sieht die Kommission unter anderem bei der Schließung der immer noch bestehenden Lücken im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000, der besseren Finanzierung der Schutzgebiete und der Integration von Umweltbelangen in Bereiche wie Agrar-, Der Gesamtertrag der Meeres-F. lag im Jahr 2000 laut FAO bei 100.192.612 Tonnen. In Deutschland wurden im Jahr 2002 205. 689 Tonnen Seefisch angelandet.lFischerei- und Strukturpolitik. Die EU muss nicht nur beim Klimaschutz bezeichnet Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegen wirken sollen. Im Mittelpunkt steht derzeit die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen.Klimaschutz, sondern auch beim Schutz der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme Deutschland wähnt sich häufig innerhalb Europas einer V.-Rolle im Umweltschutz. Nimmt man die Pro-Kopf-Umweltausgaben zum Maßstab, so steht Deutschland nach der Wiedervereinigung hinter Österreich und vor den Niederlanden an zweiter Stelle.Vorreiter sein und sich zu ihrer internationalen Verantwortung bekennen, so NABU-Europaexperte Claus Mayr. Zudem habe das Scheitern des 2010-Zieles gelehrt, dass die neuen Ziele schnellstens verabschiedet und in den Mitgliedstaaten konsequent umgesetzt werden müssten. Es bedarf nicht nur ambitionierter Beschlüsse und markiger Sonntagsreden, sondern auch Taten, so Mayr.
Autor: NABU Naturschutzbund Deutschland e.V.
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Artensterben":
Die Artenvielfalt der Meere ist auch unsere LebensversicherungWädenswil, 08.06.2010: Nie zuvor hat sich das Leben auf unserem Planeten so rasch verändert, wie in den vergangenen hundert Jahren. Immer mehr Lebensräume werden unbewohnbar, Tier- und Pflanzenarten sterben in geradezu unheimlichem Tempo aus. Das sensible Ökosystem der Ozeane einst ein Paradies voller Leben gerät zunehmend aus dem Lot.
Forsa: Mehrheit der Deutschen meint, Natur- und Artenschutz findet zu wenig BeachtungBerlin, 25.05.2010: 53 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass bei Entscheidungen über große Bauprojekte zu wenig Rücksicht auf den Natur- und Artenschutz genommen wird. In der Gruppe der unter 30-jährigen sowie der befragten Frauen sind sogar fast zwei Drittel dieser Meinung.
Neuer Anlauf zum Stopp des ArtensterbensBerlin/Madrid, 27.01.2010: Der NABU hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen aufgefordert, sich auf der Konferenz der spanischen Ratspräsidentschaft (26.-27.1.) für ein ambitioniertes Biodiversitätsziel einzusetzen. Alle bisherigen Forschungsberichte haben belegt, dass die Europäische Union ihr selbst gestecktes Ziel, das Artensterben bis zum Ende des Jahres 2010 zu stoppen, mit ihrer bisherigen Politik nicht erreichen kann.
Die Arche Noah wieder flott machen!Frankfurt a. M., 12.01.20010: Gestern eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin offiziell das internationale Jahr der Biologischen Vielfalt der Vereinten Nationen. Der WWF begrüßt die Ankündigungen, den Kampf gegen das Artensterben zu verstärken. Allerdings dürfe es nicht bei Sonntagsreden bleiben.
Countdown 2010: Die Zeit läuft abBerlin, 09.01.2010: Den Kampf gegen das Artensterben nicht weiter verschleppen. Zum Beginn des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt fordert der NABU von der Bundesregierung mehr Anstrengungen zum konsequenten Schutz von natürlichen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Um den Artenverlust zu stoppen, müssten vor allem die Gefährdungsursachen stärker bekämpft werden wie zum Beispiel die Vernichtung wertvoller Lebensräume durch den Umbruch von Grünland zu Äckern oder der Flächenfraß durch Verkehrs- und Bauprojekte.
Eisbär, Tiger & Co: Gewinner und Verlierer 2009Frankfurt a. M., 29.12.2009: Menschenverursachtes Artensterben schreitet auch 2009 ungebremst voran. WWF: Bundesregierung verfehlt Biodiversitäts-Ziel. Die Umweltstiftung WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine durchwachsene Jahresbilanz. Während sich die Lage von Tiger, Eisbär oder Nashorn in 2009 weiter verschlechtert habe, können Elbebiber, Luchs und Amur-Leopard etwas optimistischer in die Zukunft blicken.
Nashorn-Retter auf vier PfotenFrankfurt, 20.11.2009: Um die seltensten Nashörner der Erde vor dem Aussterben zu retten, erhalten WWF Umweltschützer jetzt tierische Unterstützung: Die speziell trainierten Spürhunde Pepper und Chevy erschnüffeln in Südvietnam den Kot von Java-Nashörnern. Analysen der Losungen sollen Aufschluss über die Anzahl und Fortpflanzungsfähigkeit der Rhinozerosse geben.
Der Tod des FroschkönigsFrankfurt a. M., 04.10.2009: Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat heute die aktuelle Rote Liste der weltweit bedrohten Tiere und Pflanzen vorgestellt. Die dramatische Bilanz: 17.291 und damit mehr als ein Drittel der 47.677 untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Liste erfasst nur einen Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt. Der WWF geht davon aus, dass mehr als 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten den Planeten besiedeln.
Das Sterben der TiereFrankfurt, 04.11.2009: Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat heute die aktuelle Rote Liste der weltweit bedrohten Tiere und Pflanzen vorgestellt. Die dramatische Bilanz: 17.291 und damit mehr als ein Drittel der 47.677 untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Liste erfasst nur einen Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt. Der WWF geht davon aus, dass mehr als 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten den Planeten besiedeln. Deshalb sei auch die Zahl der gefährdeten Spezies noch viel größer.
Der Baiji hat die Erde verlassen - Chinas Jangtse-Delfin ausgestorben Hamburg, 28.10.2009: Der mächtige Jangtse Chinas umfangreichste Wasserstraße war 20 Millionen Jahre lang Lebensraum eines besonderen weißen Delfins. Baiji nennen ihn die Chinesen. Der Gott des Jangtse war er im antiken China. Über Tausende von Jahren verbrachte er in einer Art magischer Koexistenz mit dem Menschen, die nun abrupt ihr Ende fand mit der Einführung neuer Technologien und in deren Folge massiver Umweltverschmutzung.
Stand: 27. Januar 2010
Erstellt: 27. Januar 2010
Erstellt: 27. Januar 2010




















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