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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 16467

Waldschutz: Mehr Glanz als Substanz

München, 21.12.2009: Bäume wachsen und binden CO2. Durch diese einfache Formel kommt Wald im Klimaschutz eine wichtige Rolle zu. Manchmal die eines Feigenblattes. Am letzten Tag der Klimaverhandlungen in Kopenhagen warnte die Hilfsorganisation CARE, dass ein Abkommen zum Waldschutz (REDD: Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) ein allgemein eher schwaches Klimaabkommen verschleiern könnte.


"Ein erfolgreicher Vertrag zum Waldschutz ohne ein umfangreiches Klimaabkommen ist wie die Politur einer Radkappe an einem Auto ohne Motor. Es schaut gut aus aber bringt einen nicht weit", sagt Andreas Zahner, Klima-Experte von CARE.

Waldschutz ist eines der Schlüsselthemen, dass derzeit bei der Klimakonferenz in Kopenhagen verhandelt wird. Obwohl der Textentwurf für das REDD-Abkommen bislang die größte Übereinstimmung der Verhandlungspartner gefunden hat, so stehen noch viele Punkte in Klammern. Darüber müssen die Minister jetzt entscheiden. Der wichtigste dieser noch zu entscheidenden Punkte ist jener, der die Rechte der indigenen Gemeinden schützt. "Mehr als 300 Millionen Menschen leben in und von den Wäldern. Ohne sie können die Wälder nicht geschützt werden. Sie müssen an den Gewinnen durch REDD teilhaben können", so Zahner.

Selbst wenn diese Lücken jedoch im finalen Vertragstext geschlossen werden, so hat ein gut aussehendes Waldschutz-Abkommen wenig Wert, wenn am Ende der Klimakonferenz keine globalen Zusagen zur Emissionsreduzierung getroffen werden. "Regenwälder dürfen nicht weiter gerodet werden", fordert Andreas Zahner. "Das muss Hand in Hand mit drastischen Emissionsreduzierungen gehen." Wenn die Erderwärmung nicht auf zwei Grad Celsius begrenzt wird, so wird der Klimawandel desaströse Auswirkungen auf Wälder und die in ihnen lebenden Gemeinden haben. "Wie können wir Länder mit Regenwäldern fragen, ihre Emissionen zu reduzieren ohne das gleiche von Industriestaaten zu verlangen", fragt Zahner.

Am Anfang der Verhandlungen von Kopenhagen sei die Hoffnung auf ein faires, ambitioniertes Klima-Abkommen groß gewesen. "Nun spricht man nur noch von einem vernünftigen, balancierten Ergebnis. Dieser Erdrutsch der Erwartungen zeigt die wahre Geschichte - es fehlt der politische Wille für eine wirkliche Lösung", so Zahner.


Bild: Fotolia


Autor: Natur + Kosmos

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Stand: 21. Dezember 2009
Erstellt: 21. Dezember 2009