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Gestern zeichnete die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ den Film DIE BUCHT als „Besten Dokumentarfilm“ aus.



Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus, riesige Wirtschaftzweige sind auf eine intakte Natur angewiesen.




Preisträger wurden von der Jury ermittelt.






PETA warnt vor möglichen Delfinangriffen in deutschen Delfinarien.




Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat heute das Schwein zum Versuchstier des Jahres 2010 ernannt.




Den größten Lebensraum auf diesem Planeten bilden die Ozeane. Sie bedecken 70 Prozent der Erdoberfläche.


Ein regelrechtes Tauziehen um kommerziell genutzte marine Arten erwarten Artenschützer auf der Konferenz CITES vom 13.-25. März in Katar.

Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 16356

Betteln für den Artenschutz?

Berlin, 25.11.2009: Die Fangquoten müssen weit über das kommende Jahr hinaus reduziert werden, ansonsten ist der Rote Tunfisch nicht mehr zu retten", sagt die WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht. "Auf ICCAT ist kein Verlass mehr, diese Kommission schützt den Roten Tunfisch nicht, sondern riskiert sein Überleben." Das letzte Treffen der Kommission zum Schutz des Atlantischen Tunfischs (ICCAT) in Recife, Brasilien hat nach begründeter Meinung des WWF zu keinem dem Roten Thunfisch nützlichen Ergebnis geführt.


Die Teilnehmer konnten sich nicht zu den notwendigen Maßnahmen zum Schutz des inzwischen stark gefährdeten Roten Thunfisches entschließen. Die Fangquoten für das Mittelmeer wurden zwar um etwa ein Drittel auf 13.500 Tonnen für das kommende Jahr festgelegt, das reicht aber laut WWF nicht, um den Bestand zu stützen. Deshalb soll eben im kommenden März ein Handelsverbot diskutiert werden.

Appelle blieben ungehört

Bereits seit Jahren unterstützen namhafte deutsche und europäische Unternehmen und Handelsketten die Forderungen des WWF an die europäische Kommission. Die Firmen betonen den Wunsch nach einem nachhaltigen Fischangebot. Dazu gehören auch schonende Fangpraktiken und ein gutes Fischereimanagement. Dafür sei in erster Linie die Politik verantwortlich, hieß es in einem Aufruf.

Im Mittelmeer stehe angesichts der weiterhin zu hohen Fangquoten eine Tragödie bevor. Der Rote Tunfisch drohe zu verschwinden. Es sei „unmoralisch und unverantwortlich", wenn die EU-Staaten nicht umsteuerten. Die Appelle blieben ungehört. Der Rote Tunfisch wird vor allem in Japan, aber auch in Europa und den USA für Sushi verarbeitet.

„Der Handel und die Fisch verarbeitende Industrie sind auf stabile Fischbestände und gesunde Lebensräume angewiesen", erläutert Karoline Schacht das Engagement der Unternehmen.

Handelsverbot als Retter

Deshalb ruft jetzt der WWF die Vertragsstaaten des internationalen Artenschutzabkommens CITES auf, sich für ein internationales Handelsverbot und strengere Fangquoten einzusetzen. Es ist zu erwarten, dass der Rote Tunfisch bei der nächsten CITES-Tagung im März 2010 in Doha in die entsprechende Kategorie der Handelsbeschränkungen aufgenommen wird.

„Das Ergebnis der ICCAT-Sitzung ist völlig inakzeptabel", so Karoline Schacht, Fischereiexpertin beim WWF Deutschland. „Die verabschiedete Fangmenge entspricht politischer Willkür und hält keiner wissenschaftlichen Prüfung stand. Wir halten deswegen ein totales Handelsverbot mehr denn je für unverzichtbar."

Reaktionen deutscher Handelsketten

Für die Verbraucher ist es aber hilfreich zu sehen, dass sogar selbst auferlegte Verpflichtungen und konsequentes moralisches Handeln engagierter Firmen mittlerweile zur Werbe-Botschaft werden und Handelsketten wie Kaufland/Handelshof regelmäßig in ihren wöchentlichen Werbe-Broschüren die Kunden informieren.

So erfährt man ganz nebenbei: „Weil der Erhalt von Fischarten bei uns seit Jahren im Vordergrund steht, verzichten wir auf den Verkauf stark bedrohter Arten. ... Zum Schutz der Umwelt verzichten wir auch auf den Verkauf anderer stark bedrohter Fischarten. Seit längerem führen wir deshalb keinen Dornhai (Schillerlocke), Aal, Roten Thun und Wildstör. Aktuell haben wir neben dem Rotbarsch außerdem Schwertfisch, Weißen Heilbutt, Red Snapper, Marlin, Wittling und Papageifisch aus dem Sortiment genommen." Und weiter: „Unser Sortiment umfasst bereits jetzt viele Produkte mit dem MSC-Siegel, das für nachhaltige Fischerei steht. Sie finden bei uns außerdem Fisch und Meeresfrüchte aus ökologischer Aufzucht. Bei Thunfischkonserven - insbesondere bei unserer Eigenmarke K-Classic - legen wir Wert auf das SAFE-Label, das für delfinsicheren Thunfischfang steht."

Zukunftsweisende Maßnahme

Noch erstaunlicher ist, dass solche Ketten Umwelt-Management als kundenbindende Maßnahme betreiben und wider alles Erwarten sehr erfolgreich sind. Hier ist es kein Widerspruch, bei Greenpeace-Bewertungen in der obersten Liga zu spielen und dennoch auch die allgemeine Wirtschaftskrise erfolgreich zu durchlaufen. Das ist die große Kunst, sich durch Einschränkungen zu stabilisieren und für alle Käuferschichten interessant zu sein.

Fisch des Jahres 2009: Aal-Bestände stark gefährdet

„Mit der Wahl des Europäischen Aals (lat. Anguilla anguilla) zum Fisch des Jahres 2009 soll auf den drastischen Rückgang der Bestände im gesamten Verbreitungsgebiet aufmerksam gemacht werden. Weil für unsere Fisch-Einkaufspolitik der verantwortliche Umgang mit der Ressource Fisch von wesentlicher Bedeutung ist, beziehen wir Stellung: im Dezember 2008 haben wir den Aal aus dem Sortiment genommen. Dies bezieht sich nicht nur auf frischen und geräucherten Aal, sondern auch auf alle Produkte, die Aal enthalten." (aus Werbeblatt 48/2009)

Wenn die Politiker keine Vernunft annehmen, müssen es die Verbraucher tun nach dem Motto: „Wir sind das Volk, wir wollen Nachhaltigkeit!"

STECKBRIEF:

Der Rote Thun – auch Blauflossenthunfisch genannt – Thunnus thynnus, ist den meisten Menschen als Delikatesse bekannt: auf dem Teller liegend zu horrenden Preisen. Sein tiefdunkelrotes Fleisch wird auch beim Braten nicht heller, wird aber meist roh als Sushi oder fast roh als Steak serviert. Lecker? Ja – eindeutig erhaltenswert. 

Die größten seiner Art wurden bis zu 4,58 Meter lang und wogen bis zu 684 Kilogramm, die meisten Fänge liegen aber bei der Hälfte dieser Werte. Deshalb wird er von den Japanern in Aquakultur nachgemästet um ihn noch wertvoller zu machen.

Der Rote Thun ist ein Kaltwasserfisch mit riesigem Appetit, der in großen Schwärmen den Atlantik durchwandert. Er benötigt weniger als zwei Monate um den Atlantik zu durchqueren. Die Fische können bis zu 30 Jahre alt werden, beginnen ihr Leben aber als eiergeschlüpfte Mini-Larve von drei Millimetern. Das erklärt, warum es von vierzig Millionen Thunfischen nur einer schafft, erwachsen zu werden und sich weiter fortzupflanzen. So ist es eben in der Natur: Fressen und gefressen werden.

Autor: The Epoch Times Deutschland

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Artenschutz":
Roter Thunfisch: Endstation Sushi
München, 05.03.2010: Kurz vor Beginn der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) in Doha (Katar) am 13. März spaltet der Antrag Monacos, den Roten Thunfisch unter ein weltweites Handelsverbot zu stellen, noch immer die EU: Ein neuer Vorschlag der EU Kommission droht den Schutz des vom Aussterben bedrohten Speisefischs zu unterminieren.
Gewilderte Elefanten, leere Meere
München, 22.02.2010: Artenschutzkonferenz entscheidet über Schutz von Thunfisch, Haien, Elefanten und Eisbären. Ein regelrechtes Tauziehen um kommerziell genutzte marine Arten erwarten Artenschützer auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens vom 13.-25. März in Katar.
Keine „grüne Welle“ für den Natur- und Artenschutz
Berlin 18.02.2010: 2007 hatte die Bundesregierung mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Paket mit 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt verabschiedet. Große Verantwortung für deren Umsetzung haben die Bundesländer.
Strengere Schutzmaßnahmen für Meeresräuber - Hunger auf Schillerlocke & Co rottet Haie aus
Berlin/Hamburg, 31.01.2010. Im Vorfeld zur 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) vom 13. bis 25. März in Doha/Katar fordert der NABU strenge Schutzmaßnahmen für durch Überfischung bedrohte Haiarten wie Dorn-, Herings- und Hammerhaie sowie den atlantischen Blauflossenthun (Roter Thun).
Neuer Anlauf zum Stopp des Artensterbens
Berlin/Madrid, 27.01.2010: Der NABU hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen aufgefordert, sich auf der Konferenz der spanischen Ratspräsidentschaft (26.-27.1.) für ein ambitioniertes Biodiversitätsziel einzusetzen. „Alle bisherigen Forschungsberichte haben belegt, dass die Europäische Union ihr selbst gestecktes Ziel, das Artensterben bis zum Ende des Jahres 2010 zu stoppen, mit ihrer bisherigen Politik nicht erreichen kann.
Countdown 2010: Die Zeit läuft ab
Berlin, 09.01.2010: Den Kampf gegen das Artensterben nicht weiter verschleppen. Zum Beginn des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt fordert der NABU von der Bundesregierung mehr Anstrengungen zum konsequenten Schutz von natürlichen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Um den Artenverlust zu stoppen, müssten vor allem die Gefährdungsursachen stärker bekämpft werden wie zum Beispiel die Vernichtung wertvoller Lebensräume durch den Umbruch von Grünland zu Äckern oder der Flächenfraß durch Verkehrs- und Bauprojekte.
80 Prozent der Bestände überfischt - Pro Wildlife fordert radikalen Umbau der Fischereipolitik
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Eisbär, Tiger & Co: Gewinner und Verlierer 2009
Frankfurt a. M., 29.12.2009: Menschenverursachtes Artensterben schreitet auch 2009 ungebremst voran. WWF: Bundesregierung verfehlt Biodiversitäts-Ziel. Die Umweltstiftung WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine durchwachsene Jahresbilanz. Während sich die Lage von Tiger, Eisbär oder Nashorn in 2009 weiter verschlechtert habe, können Elbebiber, Luchs und Amur-Leopard etwas optimistischer in die Zukunft blicken.
2010 wird entscheidend für den Artenschutz. Hunderttausende Pflanzen- und Tierarten gefährdet
Berlin, 28.12.2009: Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) darin, den Schwund der biologischen Vielfalt zu stoppen. Das Ziel, bis 2010 den Verlust der Biodiversität aufzuhalten, werde leider verfehlt. Unzähligen Tier- und Pflanzenarten drohe nach wie vor die Ausrottung.
Neuer Coltan-Boom bedroht Gorillas im Kongo
München, 22.12.2009: Blutige Geschäfte mit Rohstoffen – die dunkle Seite der glitzernden High-Tech-Welt. Für die Gorillas im Kongo wird es eng: Das sel­tene Roherz Coltan wird wieder verstärkt in den letzten Rückzugsgebieten der Gorillas im Kongo abgebaut. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife befürchtet verheerende Folgen für die Gorillas: Die Minenarbeiten zerstören den Lebensraum der Tiere, und für die Fleischversorgung der Arbei­ter werden die Menschenaffen im großen Stil gewildert.

Stand: 25. November 2009
Erstellt: 25. November 2009