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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 16241

Gravierende Schäden für lokale Bevölkerung und Tierwelt an Madagaskars Küste

Frankfurt a. M., 30.10.2009: Tonnen von Giftmüll, die nach der Havarie eines türkischen Frachters im August vor Madagaskar, ausgetreten sind, haben ein Walsterben und weitreichende Schäden für die Bevölkerung und Umwelt verursacht. Laut eines aktuellen WWF-Reports gleichen einige Strandabschnitte regelrechten Todeszonen. Allein im Monat September strandeten neun Wale an der Küste, an der normalerweise drei tote Wale im Jahr verzeichnet werden. Die Einwohner der Region leiden unter Atemwegserkrankungen, Durchfall und Hautkrankheiten.

39.000 Tonnen Phosphat, 568 Tonnen Öl, 66 Tonnen Diesel und 8000 Liter Schmierstoffe sind aus dem Wrack des verunglückten türkischen Frachter Gulser Ana ins Meer geflossen. Der Unfall ereignete sich zur Wurfzeit in einem Meereskorridor der zur Kinderstube der Buckelwale führt, da die bedrohten Meeressäuger vor der Insel La Reunion ihre Jungen zur Welt zu bringen. „Wie Menschen auch leiden die Wale jetzt unter Atemwegsproblemen, die von Dieselausdünstungen verursacht werden. Wenn sie durch einen giftigen Ölteppich auftauchen, um Luft zu holen, führt die Verstopfung der Atemwege oft zum Tod der Wale“sagt Stephan Lutter, WWF Experte für Meeresschutz.

Die Schäden für Bevölkerung und Tierwelt in der gesamten Küstenregion Faux Cap sind nach WWF Einschätzung besorgniserregend und beeinträchtigen das Ökosystem vermutlich langfristig. Zunehmende Eutrophierung und Veränderungen in der Nahrungskette, lassen sich bereits feststellen. „Der aus dem Wrack ausgetretende Phosphor wirkt wie Dünger, führt zu einem Algen-Boom und entzieht den betroffenen Gewässern Sauerstoff. Als Resultat könnten einige Fischarten und Mollusken verschwinden“ so Stephan Lutter. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung, denn 25 – 40 % der Menschen in der Region erwirtschaften ihren Lebensunterhalt durch Fischerei und leiden bereits jetzt unter einem dreimonatigen Fischereiverbot.


Autor: WWF Deutschland

Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Havarie":
Öl-Alarm im UnterwasserparadiesÖl-Alarm im Unterwasserparadies
Berlin, 06.04.2010: Durch die Havarie des chinesischen Kohlefrachters Sheng Neng 1 wird das Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens von einer Ölpest bedroht. Für den WWF zeigt der Unfall einmal mehr die mangelnden Sicherheitsstandards auf See. „Die Schiffssicherheit muss angesichts des zunehmenden Verkehrs auch in sensiblen Meeresgebieten dringend erhöht werden“, betont Stephan Lutter vom WWF Deutschland.
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Die Ölpest-ZeitbombeDie Ölpest-Zeitbombe
Frankfurt, 29.10.2008: Die Gefahr einer Umweltkatastrophe an der deutschen Küste durch Havarien von Tankern und Containerschiffen ist immer noch nicht gebannt. Der zunehmende Schiffsverkehr, die wachsenden Schiffsgrößen, technische Mängel und schlecht ausgebildete Besatzungen bei Billigflaggen-Schiffen sowie der Bau von Windkraftanlagen auf See erhöhen sogar die Unfallgefahr, warnt der WWF anlässlich des 10. Jahrestages der Pallas-Havarie.
Ölteppich auf der ElbeÖlteppich auf der Elbe
Hamburg, 17.07.2008: Auf der Elbe oberhalb von Hamburg sind in der vergangenen Nacht ein Frachter und ein Tankschiff kollidiert. Aus den vier dabei aufgerissenen Tanks des Tankschiffs "Undine" liefen nach Angaben der Behörden 200.000 bis 400.000 Liter Diesel in den Fluss. Laut Behördenangaben treibt derzeit ein fünf bis sechs Kilometer langer Ölteppich zwischen Geesthacht und Hamburg und bedeckt auf diesem Abschnitt die gesamte Elbe.
Ölunfall im Wattenmeer!Ölunfall im Wattenmeer!
Cuxhafen, 15.11.2007: Das Wattenmeer ist einzigartig. Dieser besondere, empfindliche Lebensraum wäre durch die Folgen von Schiffsunfällen stark betroffen. Daher ist es wichtig, bei einem Schadstoffunfall schnell und zielgerichtet zu handeln. Dies setzt eine umfassende Vorsorgeplanung voraus.
Giftiges Öl im NationalparkGiftiges Öl im Nationalpark
Hamburg, 09.11.2007: Die Ölverschmutzung im Nationalpark Wattenmeer ist nach Ansicht des WWF schwerwiegender, als zunächst angenommen. An mindestens fünf ostfriesischen Inseln – Wangerooge, Norderney, Baltrum, Juist und Langeoog – wurde bislang Öl angeschwemmt. Zahlreiche verölte Vögel sind gestorben. Das Öl stammt vermutlich von dem am Dienstagabend havarierten Frachter „Duncan Island“.
Ibiza in Öl – keine EntwarnungIbiza in Öl – keine Entwarnung
Hamburg/Madrid, 18.07.2007: Seit sechs Tagen liegt der Frachter "Don Pedro" vor Ibiza in 48 Meter Wassertiefe auf Grund. Zwar konnten die Risse im Wrack inzwischen offenbar geschlossen werden, doch für den WWF ist das kein Grund zur Entwarnung. "Die Reederei Iscomar, der das gesunkene Schiff gehört, muss das Wrack bergen", so WWF-Experte Stephan Lutter. Nur so könne eine schleichende Ölpest vermieden werden.
Japaner beenden offiziell die WalfangsaisonJapaner beenden offiziell die Walfangsaison
Hamburg, 01.03.2007: Rund zwei Wochen nach der Havarie ihres Fabrikschiffes Nisshin Maru hat die japanische Walfangflotte am Mittwoch offiziell die Heimfahrt angetreten. Die japanische Fischereibehörde erklärte die diesjährige antarkische Walfangsaison für beendet. Die Esperanza begleitete die japanische Walfangflotte aus den Gewässern des Südpolarmeers hinaus bis zum 60 Breitengrad. Dort enden die japanischen Walfanggründe.
Ölpest bedroht WeltnaturerbeÖlpest bedroht Weltnaturerbe
Hamburg, 23.01.2007: Nach Einschätzung des WWF könnte die Havarie des Containerfrachters "MSC Napoli" erhebliche ökologische Folgen für eine der schönsten Küsten Großbritanniens haben. Das Schiff war in der vergangenen Woche im Sturm "Kyrill" im Ärmelkanal in Seenot geraten. Nach gescheiterten Schleppversuchen, bei denen der Frachter auseinanderzubrechen drohte, wurde er vor der Küste von Devon auf Grund gelegt.
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Hamburg/Oslo, 14.01.2007: Ein Ölteppich hat am Samstag vor der norwegischen Küste nach einer Frachter-Havarie ein Vogelschutzgebiet bedroht. Das zyprisches Frachtschiff war am Freitagabend bei schwerer See auf Grund gelaufen und später auseinander gebrochen. Rund 300 Tonnen Schweröl seien ausgelaufen und trieben nun auf ....

Stand: 30. Oktober 2009
Erstellt: 30. Oktober 2009