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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 16158

Europaweite Aktionswoche für bedrohte Haie

München, 08.10.2009: Protestaktion gegen brutale Tötungsmethoden – Verbrauchertipps für Meeresfreunde. Vom 10. bis 18. Oktober findet die „Europäische Haiwoche“ statt. Das Ziel: über die Bedrohung von Haien zu informieren. Vor allem für die in Asien beliebte Haiflossensuppe werden manche Haiarten bis an den Rand der Ausrottung gejagt. Die Tiere enden aber auch an der Fischtheke, in Kosmetikprodukten, Nahrungsergänzungen und sogar als Lederarmband. Besonders grausam ist das so genannte Finning, das Abtrennen der Rückenflossen.

Pro Wildlife fordert deshalb mit einer Petition Spanien auf, seinen Widerstand gegen ein strenges Finning-Verbot aufzugeben. Das Land ist der größte Hai-Exporteur der EU. Auch die Verbraucher sind gefragt: „Jeder kann etwas zum Schutz der Haie tun – und auf Haiprodukte verzichten. Dabei hilft unser Einkaufsführer für Haifreunde“, sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife.

Die Überfischung hat dazu geführt, dass viele der etwa 360 Haiarten weltweit gefährdet sind: Mehr als die Hälfte ist in der Liste der bedrohten Arten aufgeführt. Die meisten Haiarten haben nur wenige Nachkommen, deshalb leiden die Bestände besonders unter der industriellen Fischerei. Vor allem das Finning steht im Mittelpunkt der Kritik, denn hierfür sterben Haie besonders grausam: „Die Fischer trennen den Tieren bei lebendigem Leib die Flossen ab. Der verstümmelte Körper wird ins Meer zurückgeworfen - der Hai sinkt auf den Grund und verendet qualvoll“, berichtet Altherr. Haifischflossensuppe steht in Asien hoch im Kurs, wird aber auch in Europa angeboten. Ein Kilogramm der begehrten Haiflossen wird für bis zu 700 Euro gehandelt.



Spanien: Trauriger Rekordhalter bei Hai-Exporten
Spanien gehört weltweit zu den größten Hai-Exporteuren: Es ist einer der wichtigsten Lieferanten für den Haiflossenmarkt in Südostasien. Fast die Hälfte der in der EU gefangenen Haie fischt die spanische Fischereiflotte. Daher überrascht es wenig es, dass das südeuropäische Land strenge EU-Schutzvorschriften blockiert: „Spanien will ein strenges Finning-Verbot für Haie verwässern“, so die Pro Wildlife Sprecherin. „Die Petition der Shark Alliance soll den Ministerpräsidenten zum Umdenken bewegen.“


Jeder kann etwas für den Schutz der Haie tun
„Haie landen nicht nur auf dem Teller – sie werden in Nahrungsergänzungsmitteln, Cremes und zu Uhrenarmbändern verarbeitet“, berichtet die Pro Wildlife-Sprecherin.

Ob beim Fischkauf, in der Drogerie oder beim Juwelier – zunehmend kaufen Kunden Produkte, ohne zu ahnen, dass sie damit aktiv die Ausrottung der Haie vorantreiben. Pro Wildlife hat deshalb einen Einkaufsführer für Haifreunde zusammengestellt, der unter www.prowildlife.de als Download angeboten wird. Darin werden die Fantasienamen an Fischtheken enttarnt. So verbergen sich hinter Schillerlocke, Kalbsfisch und Seeaal Produkte aus Hai. Auch bei anderen Produkten rät die Artenschutzorganisation, genau hinzusehen: Boroso-Leder wird aus Hai gemacht, manche Nahrungsergänzungsmittel enthalten Haiknorpelpräparate. Und der Wirkstoff Squalan kann immer noch aus Hai gewonnen sein.


Mitmach-Aktionen für die Europäische Haiwoche
Kritisches Konsumverhalten ist wichtig, doch jeder Einzelne kann noch mehr tun. Pro Wildlife fordert Tierfreunde auf, während der Europäischen Haiwoche (12. bis 18. Oktober) aktiv für die bedrohten Meerestiere einzutreten. Besonders engagierte Haifreunde sind aufgefordert, während der Europäischen Haiwoche als „Hai-Detektiv“ in Geschäften Hai-Produkte aufzuspüren. „Halten Sie gerade während der Hai-Woche die Augen auf: Sprechen Sie in Läden, Kantinen oder Restaurants, die Hai-Produkte anbieten, die Mitarbeiter an. Weisen Sie sie freundlich auf die Bedrohung der Haie hin und bitten Sie sie, die Produkte aus dem Programm zu nehmen“, empfiehlt Altherr.

Pro Wildlife ist Mitglied der Shark Alliance.

Weitere Informationen:



Autor: Prowildlife

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Stand: 8. Oktober 2009
Erstellt: 8. Oktober 2009