Europaweite Aktionswoche für bedrohte Haie
München, 08.10.2009: Protestaktion gegen brutale Tötungsmethoden Verbrauchertipps für Meeresfreunde. Vom 10. bis 18. Oktober findet die Europäische Haiwoche statt. Das Ziel: über die Bedrohung von Haien zu informieren. Vor allem für die in Asien beliebte Haiflossensuppe werden manche Haiarten bis an den Rand der Ausrottung gejagt. Die Tiere enden aber auch an der Fischtheke, in Kosmetikprodukten, Nahrungsergänzungen und sogar als Lederarmband. Besonders grausam ist das so genannte Finning, das Abtrennen der Rückenflossen.
Pro Wildlife fordert deshalb mit einer Petition Spanien auf, seinen Widerstand gegen ein strenges Finning-Verbot aufzugeben. Das Land ist der größte Hai-Exporteur der EU. Auch die Verbraucher sind gefragt: Jeder kann etwas zum Schutz der Haie tun und auf Haiprodukte verzichten. Dabei hilft unser Einkaufsführer für Haifreunde, sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife.
Die Überfischung hat dazu geführt, dass viele der etwa 360 Haiarten weltweit gefährdet sind: Mehr als die Hälfte ist in der Liste der bedrohten Arten aufgeführt. Die meisten Haiarten haben nur wenige Nachkommen, deshalb leiden die Bestände besonders unter der industriellen Der Gesamtertrag der Meeres-F. lag im Jahr 2000 laut FAO bei 100.192.612 Tonnen. In Deutschland wurden im Jahr 2002 205. 689 Tonnen Seefisch angelandet.lFischerei. Vor allem das Finning steht im Mittelpunkt der Kritik, denn hierfür sterben Haie besonders grausam: Die Fischer trennen den Tieren bei lebendigem Leib die Flossen ab. Der verstümmelte Körper wird ins Meer zurückgeworfen - der Hai sinkt auf den Grund und verendet qualvoll, berichtet Altherr. Haifischflossensuppe steht in Asien hoch im Kurs, wird aber auch in Der Name E. wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von E. umfaßt. Dem geographischen Umfang nach ist E. mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Europa angeboten. Ein Kilogramm der begehrten Haiflossen wird für bis zu 700 Euro gehandelt.
Spanien: Trauriger Rekordhalter bei Hai-Exporten
Spanien gehört weltweit zu den größten Hai-Exporteuren: Es ist einer der wichtigsten Lieferanten für den Haiflossenmarkt in Südostasien. Fast die Hälfte der in der EU gefangenen Haie fischt die spanische Fischereiflotte. Daher überrascht es wenig es, dass das südeuropäische Land strenge EU-Schutzvorschriften blockiert: Spanien will ein strenges Finning-Verbot für Haie verwässern, so die Pro Wildlife Sprecherin. Die Petition der Shark Alliance soll den Ministerpräsidenten zum Umdenken bewegen.
Jeder kann etwas für den Schutz der Haie tun
Haie landen nicht nur auf dem Teller sie werden in Nahrungsergänzungsmitteln, Cremes und zu Uhrenarmbändern verarbeitet, berichtet die Pro Wildlife-Sprecherin.
Ob beim Fischkauf, in der Drogerie oder beim Juwelier zunehmend kaufen Kunden Produkte, ohne zu ahnen, dass sie damit aktiv die Ausrottung der Haie vorantreiben. Pro Wildlife hat deshalb einen Einkaufsführer für Haifreunde zusammengestellt, der unter www.prowildlife.de als Download angeboten wird. Darin werden die Fantasienamen an Fischtheken enttarnt. So verbergen sich hinter Schillerlocke, Kalbsfisch und Seeaal Produkte aus Hai. Auch bei anderen Produkten rät die Artenschutzorganisation, genau hinzusehen: Boroso-Als Leder werden Tierhäute bezeichnet, die durch chemische Behandlung (Gerben) fest, flexibel, dehnbar, porös und haltbar gemacht werden. Leder wird aus Hai gemacht, manche Nahrungsergänzungsmittel enthalten Haiknorpelpräparate. Und der Wirkstoff Squalan kann immer noch aus Hai gewonnen sein.
Mitmach-Aktionen für die Europäische Haiwoche
Kritisches Konsumverhalten ist wichtig, doch jeder Einzelne kann noch mehr tun. Pro Wildlife fordert Tierfreunde auf, während der Europäischen Haiwoche (12. bis 18. Oktober) aktiv für die bedrohten Meerestiere einzutreten. Besonders engagierte Haifreunde sind aufgefordert, während der Europäischen Haiwoche als Hai-Detektiv in Geschäften Hai-Produkte aufzuspüren. Halten Sie gerade während der Hai-Woche die Augen auf: Sprechen Sie in Läden, Kantinen oder Restaurants, die Hai-Produkte anbieten, die Mitarbeiter an. Weisen Sie sie freundlich auf die Bedrohung der Haie hin und bitten Sie sie, die Produkte aus dem Programm zu nehmen, empfiehlt Altherr.
Pro Wildlife ist Mitglied der Shark Alliance.
Weitere Informationen:
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Haie":
Gewilderte Elefanten, leere MeereMünchen, 22.02.2010: Artenschutzkonferenz entscheidet über Schutz von Thunfisch, Haien, Elefanten und Eisbären. Ein regelrechtes Tauziehen um kommerziell genutzte marine Arten erwarten Artenschützer auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens vom 13.-25. März in Katar.
Strengere Schutzmaßnahmen für Meeresräuber - Hunger auf Schillerlocke & Co rottet Haie ausBerlin/Hamburg, 31.01.2010. Im Vorfeld zur 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) vom 13. bis 25. März in Doha/Katar fordert der NABU strenge Schutzmaßnahmen für durch Überfischung bedrohte Haiarten wie Dorn-, Herings- und Hammerhaie sowie den atlantischen Blauflossenthun (Roter Thun).
Hai Noon statt Hai LifeMünchen 01.11.2009: Gleich für acht Haiarten werden aktuell beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) weltweite Handelsbeschränkungen beantragt. Damit ist diese Tiergruppe Spitzenreiter bei den Schutzanträgen und wird auf der Artenschutzkonferenz im März 2010 für hitzige Diskussionen sorgen. "Niemals zuvor gab es so viele Anträge, Haie schützen zu lassen", berichtet Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. "Doch es wird schwer werden.
Europaweite Aktionswoche für bedrohte HaieMünchen, 08.10.2009: Protestaktion gegen brutale Tötungsmethoden
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Haie schützenBrüssel, 06.02.2009: Die EU will gefährdete Haifischbestände erhalten. Das ist Ziel des heute von der EU-Kommission verabschiedeten Aktionsplans. Der Plan umfasst auch Maßnahmen zur besseren Erforschung der Haibestände und der Haifischereien. Die Maßnahmen sollen dort greifen, wo die EU-Flotten tätig sind, innerhalb und außerhalb der europäischen Gewässer.
Brandland darf kein Bauland werdenFrankfurt, 01.08.2007: Angesichts der verheerenden Waldbrände in Europa verlangt der WWF ein Gesetz auf EU-Ebene, das es verbietet, auf abgebrannten Waldflächen zu bauen. WWF-Expertin Nina Griesshammer: "Wir wissen, dass ein großer Teil der Waldbrände auf Brandstiftung zurückgeht. Kaum ist ein Wald abgebrannt, interessieren sich auffallend oft Grundstücksspekulanten für das Gebiet, das sie nie hätten kaufen können, als der Wald dort ...
Millionen Haie verenden qualvollHamburg, 20.07.2007: Im Südost-Atlantik verenden jährlich sieben Millionen Haie und Rochen als ungewollter Beifang der kommerziellen Langleinen-Fischerei auf Tunfisch*, Schwertfisch und Seehecht. Dies geht aus einer aktuellen WWF-Studie hervor. 5,5 Millionen Blauhaie und 1,1 Millionen der auf der Roten Liste als gefährdet eingestuften Kurzflossen-Makos kommen qualvoll ums Leben.
Hai-Schutz gescheitertBerlin, 16.06.2007: Der von der Europäischen Union auf der Artenschutzkonferenz in Den Haag beantragte strengere Schutz für Haie ist gescheitert. Der deutsche Delegationsleiter Jochen Flasbarth äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis: "Eine Mehrheit aus Fischereinationen hat eine Verbindung zwischen den Hai-Anträgen und den Diskussionen um das Walfangmoratorium der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) hergestellt.
Haie bleiben vorerst ohne SchutzDen Haag/München, 09.06.2007: Auf der heutigen Sitzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) scheiterten heute die beiden Anträge Deutschlands, Dorn- und Heringshaie weltweit unter Schutz zu stellen. "Beide Haiarten sind in ernster Gefahr, wenn jetzt nicht die Notbremse gezogen wird", bedauert Daniela Freyer, die für PRO WILDLIFE an der WA-Konferenz (Den Haag, Niederlande, bis zum 15. Juni) teilnimmt.
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Erstellt: 8. Oktober 2009




















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