Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 15866

Biologische Vielfalt in Europa gefährdet





Brüssel, 15.07.2009: Trotz der Rückkehr von Bibern und Bären gibt es keine Entwarnung beim Artenschutz in Europa: Ein Großteil der empfindlichsten Arten und Lebensräume ist gefährdet. Die Mitgliedstaaten müssen nun noch stärker gegensteuern. Dies ist das Ergebnis eines Berichts über den Erhaltungszustand von über 1150 Arten und 200 Lebensraumtypen, die durch EU-Recht geschützt sind.


Demnach wurde nur bei einem kleinen Teil dieser empfindlichen Lebensräume und Arten ein guter Erhaltungszustand erreicht. Grasland, Feuchtgebiete und Küstenräume sind am stärksten gefährdet, insbesondere wegen des Rückgangs der traditionell geprägten Landwirtschaft, wegen der Förderung des Fremdenverkehrs und wegen des Klimawandels.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: „Wir haben uns dazu verpflichtet, den Verlust der biologischen Vielfalt in Europa einzudämmen, und der heutige Bericht macht deutlich, dass wir uns noch nicht auf unseren Erfolgen ausruhen können. Die Wiederherstellung eines guten Zustands der Lebensräume und der Tier- und Pflanzenarten kostet Zeit und verursacht erheblichen Aufwand. Die EU-Naturschutzvorschriften und das Netz Natura 2000 sind die entscheidenden Mittel zur Erreichung unserer Ziele für den Schutz der biologischen Vielfalt in der EU. Nachdem der Aufbau des terrestrischen Teils des Netzes beinahe abgeschlossen ist, können wir für die nächsten 10-20 Jahre mit wesentlichen Verbesserungen rechnen.“

Der Bericht, der sich auf den Zeitraum 2001-2006 erstreckt und die bislang umfassendste Übersicht über die biologische Vielfalt in der EU bietet, ist ein wichtiger Maßstab zur Abschätzung zukünftiger Trends. Obwohl insgesamt deutlich wurde, dass viele Tier- und Pflanzenarten und Lebensraumtypen keinen guten Erhaltungszustand erreicht haben, gibt es Anzeichen dafür, dass die Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen und einige Lebensraumtypen und Arten anfangen, sich zu regenerieren. Tierarten wie der Braunbär, der Wolf oder der Biber erholen sich und lassen sich in vielen Gebieten wieder von neuem nieder.

Viele Mitgliedstaaten haben erhebliche Mittel investiert, um eine genaue Überwachung vornehmen zu können, und die Berichterstattung war trotz einiger Lücken ein großer Erfolg. Insgesamt wurde bei etwa 13 Prozent der Bewertungen der regionalen Lebensräume und bei etwa 27 Prozent der Bewertungen der regionalen Arten der Erhaltungszustand als „unbekannt” gemeldet. Besonders hoch war die Zahl der Einstufungen als „unbekannt” bei Arten, die in Südeuropa vorkommen, wobei Zypern, Griechenland, Spanien und Portugal bei mehr als 50 Prozent der in ihren Gebieten erfassten Arten das Ergebnis „unbekannt” übermitteln. Nach der Habitatrichtlinie werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, alle sechs Jahre über die Durchführung der in der Richtlinie festgelegten Maßnahmen Bericht zu erstatten.
Autor: Europäische Kommission in Deutschland
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Stand: 15. Juli 2009
Erstellt: 15. Juli 2009

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