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Artikel Nr.: 15604
Akute Gefahr für Bienen durch Maisaussaat
Wien, 04.05.2009: Der Maisanbau ist in Österreich voll im Gange. Leider wird auch heuer wieder jenes gefährliche Saatgut eingesetzt, das mit dem Pestizidwirkstoff Clothianidin "gebeizt" wurde. Dieses Pestizid verursachte 2008 ein massenhaftes Bienensterben in Deutschland, wo während der Maisaussat 11.500 Bienenvölker vergiftet wurden. Massenhafte Bienenverluste traten auch in Slowenien und Italien auf.Nachdem auch in Österreich Vergiftungserscheinungen an über 2.500 Bienenvölkern beobachtet wurden, forderten die heimischen Imkervertreter und die österreichische Umweltschutzorganisation
Global 2000 ist eine unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation mit Sitz in Wien, welche Umweltthemen auf internationaler Ebene zur Sprache bringt. Das Ziel von Global 2000 ist es gewaltfrei und unter Ausschöpfung aller demokratischer Mittel, nicht nur die Symptome (End of Pipe- Lösungen) zu behandeln, sondern auch Ursachenbekämpfung zu praktizieren.GLOBAL 2000 ein Verbot derartiger
Pestizide sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind. Der Begriff Pestizide steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel.Pestizide zur
S. soll verhindern, daß ausgebrachtes Saatgut von Krankheitserregern und "Schädlingen" befallen bzw. von Vögeln oder Kleintieren gefressen wird (Vergällungsmittel) und stellt einen Schutz gegen Frühinfektionen dar.Saatgutbehandlung. Doch während in Deutschland, Slowenien und Italien tatsächlich Verbote zum Schutz der Bienen folgten, wird in Österreich dieser Tage wieder mit Clothianidin gebeiztes Maissaatgut ausgebracht - mit dem Segen des Landwirtschafts- und Umweltministers, empört sich Helmut Burtscher, Pestizidexperte von GLOBAL 2000.
Bei der Saatgutbeize wird Clothianidin direkt auf das Maiskorn aufgetragen, um die Maispflanzen vor Insekten wie der Fritfliege oder dem Maiswurzelbohrer zu schützen. Clothianidin wirkt als Nervengift. Es blockiert die Acetylcholinrezeptoren im Zentralen Nervensystem und kann daher auch Vögeln und Säugetieren gefährlich werden. Für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten dürfte neben dem giftigen Beizstaub, der bei der Aussaat freigesetzt wird, nach neuesten Erkenntnissen auch die Maisjungpflanze noch wochenlang eine Giftquelle darstellen. Nichts desto trotz sucht man im amtlichen Zulassungsregister der AGES vergeblich nach einem Hinweis auf die Bienengefährlichkeit von mit Clothianidin gebeiztem Saatgut.
Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge statt Chemiekeule: Tatsächlich gibt es eine einfache und absolut wirksame Alternative zum Einsatz von bienengefährlichen Ackergiften: die altbewährte Fruchtfolgewirtschaft. Schädlinge wie der Maiswurzelbohrer werden erst durch Monokulturen zum Problem. Das Unterbrechen des monotonen Maisanbaus durch eine Fruchtfolge - wie dies etwa in der Schweiz seit Jahren erfolgreich praktiziert wird - hindert den Maiswurzelbohrer in seiner Entwicklung, und löst das Problem auf natürliche Weise. Außerdem wird so das
G. ist im Boden vor Jahrzehnten versickertes Niederschlagswasser, das sich an wasserundurchlässigen Schichten ansammelt. Grundwasser geschont und nebenbei das Landschaftsbild verbessert. Im Bio-Landbau ist die
S. soll verhindern, daß ausgebrachtes Saatgut von Krankheitserregern und "Schädlingen" befallen bzw. von Vögeln oder Kleintieren gefressen wird (Vergällungsmittel) und stellt einen Schutz gegen Frühinfektionen dar.Saatgutbehandlung mit Insektiziden selbstverständlich verboten und auf Grund der praktizierten Fruchtfolge auch gar nicht notwendig.
GLOBAL 2000 fordert vom Landwirtschaftsministerium:
1.Das sofortige Verbot von Clothianidin-gebeiztem Saatgut sowie sämtlicher Saatgutbeizmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide
2.Einen Stufenplan mit klaren Maßnahmen und zeitlichen Vorgaben für eine verbindlichen Umstellung von Maismonokulturen auf eine Fruchtfolgewirtschaft.
Bild: © gnubier, PIXELIO
Autor: Global 2000 Umweltschutzorganisation
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Stand: 3. Mai 2009
Erstellt: 3. Mai 2009
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