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Im Tierreich können sich viele Weibchen glücklich schätzen, zwei X-Chromosomen zu besitzen.




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Gestern zeichnete die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ den Film DIE BUCHT als „Besten Dokumentarfilm“ aus.


Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 15356

Tag des Artenschutzes: Pro Wildlife warnt vor dem Abschuss von Elefanten

München, 03.03.2009: Elefanten sind die Wildtiere, deren Schutz am kontro­versesten diskutiert wird: Als „Plattmacher“ sind sie in Verruf geraten, Südaf­rika plant den Abschuss ganzer Elefantenherden. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife nimmt den Tag des Artenschutzes am 3. März zum Anlass, mit gängigen Vorurteilen gegenüber den grauen Riesen aufzuräumen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten noch mehrere Millionen Afrikanische Elefanten. 1981 waren es noch etwa 1, 2 Millionen, heute ist ein Bestand von nur noch 472 000 Tieren gesichert. Laut der Fachzeitschrift Conservation Biology werden derzeit pro Jahr 38 000 Elefanten allein für den illegalen Elfenbeinhandel gewildert. Obwohl Elefanten durch Wilderei afrikaweit in knapp 30 Jahren um fast 60 Pro­zent dezimiert wurden und die Bestände der meisten Länder schrumpfen, herrscht die Meinung vor, es gäbe zu viele Elefanten. Häufige Berichte über scheinbare Überpopulationen im südlichen Afrika verleiten zu dieser Einschätzung. Unter Wissenschaftlern ist jedoch äußerst umstritten, ob es lokal tatsächlich zu viele Elefanten gibt.

Ist der Massenabschuss von Elefanten wirklich nötig?

Immer wieder wird berichtet, Elefanten würden Nationalparks zerstören und das Leben der Parkanwohner gefährden, der systematische Abschuss ganzer Herden (so genanntes „Culling“) sei unbedingt notwendig. Eine Negativ-Kampagne der südafrikanischen Regierung zielt von langer Hand darauf ab, das Bild vom Elefanten als Plattmacher zu verbreiten. Hintergrund: Für den Zeitraum zwischen Mai und August erwägt Südafrika, erstmals seit 1994 wieder Massenabschüsse zuzulassen. Ein vom südafrikanischen Umweltminister eingesetztes Expertengremium sieht allerdings keine dringende Not­wendigkeit für Massentötungen. Die Experten sind sich auch einig, dass – entgegen der öffentlichen Wahrnehmung – durch Elefanten keine Tier- oder Pflanzenart ausgerottet wurde und dass Konflikte zwischen Elefanten und Menschen in Südafrika eher selten sind.

„Die Abschusspläne haben vor allem politische und kommerzielle Hintergründe. Sie sind ein Armutszeugnis und das Ergebnis einer verfehlten südafrikanischen Naturschutz­politik“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife. In Südafrika sind die Dickhäuter auf nur zwei Prozent der Landesfläche konzentriert, sie leben ausschließlich in eingezäunten Gebie­ten. Ihre natürlichen Wanderrouten in Gebiete mit mehr Wasser- und Nahrungsangebot sind durch Zäune unterbrochen, künstlich angelegte Wasserlöcher konzentrieren die Tiere an bestimmten Stellen - auch um Touristen anzulocken. Wie zweifelhaft die Abschusspläne sind, ist auch daran zu erkennen, dass die Culling-Befürworter im südlichen Afrika gleichzeitig den lukrativen Elfenbeinhandel vorantreiben: Nach dem jüngsten Räumungsverkauf von insgesamt über 100 Tonnen Stoßzähnen Ende 2008 sind die Elfenbeinlager in Südafrika, Botswana, Namibia und Simbabwe leer und könnten schon bald durch Culling für zukünftige Verkäufe aufgefüllt werden. 45 Prozent des jüngst aus Südafrika verkauften Elfenbeins stammten aus früheren Culling-Aktionen. Dies entspricht den Stoßzähnen von etwa 2 300 Elefanten. „Südafrikas Regierung will Elefan­ten vor allem als Einnahmequelle ausschlachten: Dazu gehört neben dem Elfenbein­handel auch die Verarbeitung von Elefantenleder und die Abfüllung von Elefantenfleisch in Dosen. Die Sinnlosigkeit der grausamen Massentötungen und die Bedeutung der grauen Riesen für die Artenvielfalt wird ignoriert“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.

Wichtige Rolle im Ökosystem

Wahr ist, dass Elefanten Bäume und Büsche entwurzeln können – doch dies hat durch­aus positive Konsequenzen für viele Wildtiere: Elefanten schaffen Freiflächen, auf denen Pflanzen wachsen, die anderen Pflanzenfressern als Nahrungsquelle dienen. Zudem sind die grauen Riesen Samenverbreiter für viele Baumarten und legen mit ihren Stoßzähnen Wasserquellen frei - auch für andere Tiere. Die Wechselwirkungen zwischen Elefanten, anderen Savannenbewohnern und Pflanzen sind sehr komplex und häufig noch unerforscht. Niemand weiß, welche Auswirkungen die ge­planten Massentötungen haben. Es wird bezweifelt, dass sie überhaupt den gewünsch­ten Erfolg bringen, solange neue Elefanten und andere Pflanzenfresser den Platz abge­schossener Elefanten einnehmen können.

Mehr Lebensraum statt Abschuss

„Um zu verhindern, dass die in Südafrika übliche Einzäunung von Schutzgebieten lokale Überpopulationen verursacht, sollte Südafrika in erster Linie natürliche Regulationsmechanismen wieder herstellen“, sagt Freyer. „Deshalb wünschen wir uns, dass die Regierung den Lebensraum von Elefanten ausweitet, Schutzgebiete vernetzt, natürliche Wanderrouten wiederherstellt sowie künstliche Wasserlöcher schließt.“

München, 02.03.2009: Elefanten sind die Wildtiere, deren Schutz am kontro­versesten diskutiert wird: Als „Plattmacher“ sind sie in Verruf geraten, Südaf­rika plant den Abschuss ganzer Elefantenherden. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife nimmt den Tag des Artenschutzes am 3. März zum Anlass, mit gängigen Vorurteilen gegenüber den grauen Riesen aufzuräumen.
Autor: Prowildlife

Weiterführende Informationen:


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Zurück aus dem Dschungel Afrikas
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Dorf der Elefanten
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Elfenbeinstreit spitzt sich zu
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Geburt eines Elefantenbabys
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Stand: 3. Maerz 2009
Erstellt: 3. Maerz 2009