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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 15300

Handys für Gorillas?

München, 17.02.2009: Im Jahr des Gorillas startet die Artenschutzorga­nisation Pro Wildlife ein Handy- Recyclingprogramm, das dem Schutz von Go­rillas gleich doppelt zugute kommt: Zum einen setzt Pro Wildlife den Erlös für den Schutz von Gorillas ein. Zum anderen werden noch funktionsfähige Handys wiederverwendet, wodurch weniger Coltan abgebaut werden muss. Dieses sel­tene Roherz steckt in jedem Mobiltelefon.


Gorillas leiden besonders unter dem Abbau von Coltan, denn es kommt auch in den letzten Rückzugsgebieten der vom Aussterben bedrohten Flachlandgorillas vor. Für jedes Althandy erhält Pro Wildlife je nach Qualität 75 Cent bis 200 € für den Gorillaschutz.

Warum der Coltan-Abbau Gorillas gefährdet

Nur an wenigen Stellen der Erde gibt es Coltan-Minen. Experten schätzen, dass etwa 15 Prozent des weltweiten Vorkommens im Kahuzi-Biega- Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo liegen – genau dort leben noch einige hundert Flachlandgorillas. Seit Anfang der neunziger Jahre entstehen im Kampf um diesen begehrten Rohstoff nicht nur immer wieder kriegerische Konflikte. Während des Handy-Booms zu Beginn des Jahrtausends drangen tausende Men­schen in den Nationalpark ein, um dort Coltan abzubauen. Als einzige Nahrungsquelle dient den ausgebeuteten Minenar­beitern Buschfleisch, also das Fleisch einheimischer Wildtiere. Besonders Gorillas sind eine leichte, aber begehrte Beute. Handy-Hersteller können kaum überprüfen, ob sie Coltan aus dem Gorilla-Gebiet im Kongo oder aus anderen Abbaugebieten beziehen.

Handys recyceln: So geht‘s Der Handyrecycler Greener Solutions sammelt für Pro Wildlife die Althandys. Für jedes Handy fließen zwischen 75 Cent und 200 Euro an Pro Wildlife. Wer sein altes Handy für die Gorillas spenden möchte, findet auf der Gorilla-Website www.jahr-des-gorillas.de/PROWILD.pdf einen Vordruck, mit dem man das Mobiltelefon portofrei einschicken kann. Engagierte Gorillaschützer, die eine Handysammelaktion in Schule oder Freundeskreis durchführen möchten, können das Paket portofrei abholen lassen.


Wie Pro Wildlife Gorillas schützt

Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife setzt sich auf mehreren Ebenen für den Schutz von Gorillas ein: Seit zehn Jahren unterstützt der Verein eine Auffangstation in Kamerun, in der fast 200 verwaiste Affenkinder medizinisch versorgt und wieder aufgepäppelt werden – darunter viele Gorillas und Schimpansen. Die Elterntiere fielen fast immer Wilderern zum Opfer. Pro Wildlife finanziert auch den Einsatz von Razzien in Kamerun und Kongo, bei denen illegale Wildtierhändler-Ringe aufgedeckt werden. Bei Politikern setzt sich Pro Wildlife dafür ein, dass der Lebensraum für Wildtiere erhalten bleibt.


Bild: Gorilla Pitchou in der von Pro Wildlife unterstützten Auffangstation für Affenwaisen (Kamerun)

Autor: Prowildlife

Weiterführende Informationen:


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Stand: 17. Februar 2009
Erstellt: 17. Februar 2009