Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 15240

USA-Filmpreis für Delfinmord-Spielfilm





Hagen/USA, 31.01.2009: The Cove – die Bucht, so lautet der harmlose Filmtitel mit Ex-TV-Trainer von Flipper, Richard O‘Barry, der am Wochenende auf dem Sundance-Filmvestival, dem größten amerikanischen Filmfest für unabhängige Produktionen, den Zuschauerpreis gewonnen hat.


Robert Redford hatte das Filmspektakel vor 25 Jahren gegründet. Kritiker vergleichen den Doku-Spielfilm vom japanischen Delfinmorden als Horror-Version von "Ocean Eleven"

Großes Lob und eine Unterstützungszusage für den Kampf gegen das japanische Massaker kamen auch von Sänger Sting und 007-Darsteller Pierce Brosnan auf dem Sundance-Festival für The Cove und Richard O’Barry (s. Foto).


Mehr als sechs Jahre benötigte Richard O’Barry, Mitbegründer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) im westfälischen Hagen-Hohenlimburg, mit seiner Crew alleine für die Vorbereitungen der schockierenden Dokumentation im Fischerdorf Taiji in Japan. Immer wieder wurden sie von Fischern, den Behörden und der Polizei bei den Dreharbeiten behindert. Sie alle hüten ein dunkles Geheimnis. Dies konnte jetzt erstmals gelüftet werden. Das amerikanische Filmteam der Oceanic Preservation Socieaty (OPS) unter der Leitung von Louie Psihoyos arbeitete verdeckt mit Unterwasserkameras, Filmdrohnen und mit in Bäumen und Steinattrappen verstecken Mikros in Verbindung mit Infrarot-HD-Kameras. Das Ergebnis ist schockierend. Delfine wälzen sich zu Hunderten in ihrem eigenen Blut, während die Fischer ihren Spaß haben.

Mehr als 23.000 Delfine werden alljährlich in den japanischen Küstenregionen mit Metallstangengetrommel in kleine Buchten getrieben und dort bestialisch massakriert, in dem ihnen die Halsschlagader durchtrennt wird und sie stundenlang ausbluten. Einige wenige potente und starke Delfine werden zum Verkauf an Delfinarien aussortiert. Bis zu 150.000 Dollar erzielen diese „Beifänge“, die das Delfintöten erst lukrativ machen. Die Fischer argumentieren mit Traditionen und dass die Delfine die größten Fischfresser wären und ihnen die Fänge rauben.

Mit 2,5 Millionen Dollar wurde die Film-Produktion durch den Netscape-Gründer und Executive-Producer des Films, Jim Clark, unterstützt. Die TV-Serie „Flipper“ war in den sechziger Jahren der Auslöser für einen weltweiten Boom von Delfinarien. Auch in Deutschland werden Delfine für Show-Zwecke in den Zoos von Münster, Duisburg und Nürnberg gehalten, die zum Teil aus Wildfängen stammen, da eine Zucht nicht nachhaltig ist. Ein Wal- und Delfinimportverbot für Deutschland gibt es bislang nicht. Für den WDSF-Gründer Jürgen Ortmüller aus Hagen eine Katastrophe. „Zusammen mit Richard O’Barry bemühen wir uns im WDSF seit Jahren, dass die Gefangenhaltung von Delfinen in Deutschland und der Import nach Deutschland aufgegeben wird. Bei der CDU/CSU- und SPD-Regierung in Berlin stoßen wir auf Granit. Die überlegen höchstens, wie man die Haltungsbedingungen verbessern kann und gleichzeitig protestieren sie scheinheilig gegen den japanischen Walfang. Unterstützung für die Delfine kommt nur von den Grünen und Linken im Bundestag und nicht von den Fraktionen der deutschen Delfinstädte“, so Ortmüller.

Das WDSF kritisiert auch die Delfinhaltung des Vergnügungspark-Großeigners Merlin Entertainments im Gardaland in Italien. Erst kürzlich war dort ein Delfin in Gefangenschaft zu Tode gekommen. Tierschützer kündigten einen Boykott der Vergnügungsparks im Gardaland, Lego-Land, den Sea Life-Aquarien und anderen Vergnügungsstätten von Merlin an.

Der Reiseveranstalter TUI der sich im letzten Jahr noch der UNO-Initiative zum Schutz der Delfine angeschlossen hatte, steht ebenfalls in der Kritik des WDSF. Im Sommerkatalog von TUI wird im türkischen Belek ein 5-Sterne Hotel mit gefangenen weissen Walen und Delfinen angeboten. Im Oktober 2007 erst waren zehn Delfine für einen „Sonderpreis“ von 280.000 US-Dollar aus dem japanischen Taiji in die Türkei verkauft worden.

Der preisgekrönte Film „The Cove“ gibt den WDSF-Gründern Richard O’Barry und Jürgen Ortmüller mit den WDSF-Kuratoriumsmitgliedern, dem Wal- und Delfinschützer Andreas Morlok, dem Biologen Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität-Bochum und dem kanadischen Walschutz-Aktivisten Paul Watson, die Hoffnung, dass die beabsichtigte Verbreitung des Films „zum Ende dieser unsäglichen Ausbeutung von wehrlosen Meeressäugern durch die weltweite Delfinindustrie, die Milliarden damit verdient, führt“.

Informationen über den Film und ein Ausschnitt sind unter www.thecovemovie.com verfügbar. Ein Interview mit Richard O’Barry und dem Filmleiter Loui Psihoyos in Kürze auf: http://www.walschutzaktionen.de/336201.html (s.a. http://www.wdsf.eu/wdsfnews.html).
Autor: Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF
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Stand: 31. Jänner 2009
Erstellt: 31. Jänner 2009

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