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Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 14632

Süße Küsse für heiße Bienen

Würzburg, 11.09.2008: In Bienenvölkern sorgen spezielle Tankwarte dafür, dass ihre besonders hart arbeitenden Kolleginnen immer gut mit Energie in Form von Honig versorgt werden. Diese neue "Berufsgruppe" der Bienen haben Forscher vom Biozentrum der Universität Würzburg entdeckt. Ihre Ergebnisse stellen sie in der neuesten Ausgabe des Fachblatts Zoology vor. Damit sich Honigbienen in ihrem Brutnest optimal entwickeln können, muss dort immer eine bestimmte Temperatur herrschen. Diese liegt während der zehn Tage dauernden Puppenphase im Mittel bei 35 Grad Celsius.


Spezielle Heizerbienen sorgen dafür, dass es dem Nachwuchs nicht zu kalt wird: Sie lassen ihre Flugmuskulatur surren und erzeugen damit genug Wärme, um die Kinderstube kuschelig warm zu halten.

Als Energiequelle für diese Leistung dient der Honig. Allerdings sind hoch aktive Heizerbienen nach maximal 30 Minuten Heizleistung unterzuckert und derart erschöpft, dass sie den Weg zum Honiglager nicht mehr schaffen.

Während sich das Brutnest auf einer Fläche von etwa zwei Handtellern Größe im Zentrum der Wabe befindet, sind die mit Honig gefüllten Zellen am oberen Rand angeordnet. So liegt der süße Stoff bis zu 20 Zentimeter vom Brutnest entfernt. "Für eine erschöpfte Biene ist das eine ganz schöne Strecke", sagt Professor Jürgen Tautz.

Wie die Bienen dieses logistische Problem lösen, hat die Würzburger Zoologin Rebecca Basile von der BEEgroup des Biozentrums in ihrer Doktorarbeit herausgefunden: Spezielle Tankstellenbienen pendeln zwischen den Honigvorräten und den Brutregionen hin und her. Treffen sie auf erschöpfte Heizerbienen, geben sie ihnen einen süßen Kuss: Von Mund zu Mund übertragen sie den energiereichen Honig, woraufhin die Heizerbienen ihrer Aufgabe sofort wieder nachkommen können.

Nach mehreren Fütterungen kehren die Tankstellenbienen zum Lager zurück, nehmen dort neuen Honig auf und beginnen erneut ihren Rundlauf über das Brutnest. In nur 20 Minuten schaffen sie bis zu sechs Versorgungsläufe, bei denen sie bis zu 30 Heizerbienen nachtanken können.

Rebecca Basile, Christian W.W. Pirk, Juergen Tautz: "Trophallactic activities in the honeybee brood nest - Heaters get supplied with high performance fuel". Zoology 111 (2008), Seiten 433-441. doi:10.1016/j.zool.2007.11.002
Autor: Bayerische Julius-Maximilians- Universität Würzburg

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Bienen":
Honigbienen verhungern mitten im Sommer
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Die Bienen sterben und der Landwirtschaftsminister schaut weg
Wien, 21.06.2009: Er wird wohl einen Grund haben, warum er die Ursachen des Bienensterbens nicht untersucht haben will. Denn Untersuchungen könnten ja ergeben, dass er selbst die Verantwortung dafür zu tragen hat, da er die Erkenntnisse der deutschen Behörden und den Hilfeschrei der österreichischen ImkerInnen bewusst ignoriert.
Apitherapie- Heilen mit Bienenprodukten
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Akute Gefahr für Bienen durch Maisaussaat
Wien, 04.05.2009: Der Maisanbau ist in Österreich voll im Gange. Leider wird auch heuer wieder jenes gefährliche Saatgut eingesetzt, das mit dem Pestizidwirkstoff Clothianidin "gebeizt" wurde. Dieses Pestizid verursachte 2008 ein massenhaftes Bienensterben in Deutschland, wo während der Maisaussat 11.500 Bienenvölker vergiftet wurden. Massenhafte Bienenverluste traten auch in Slowenien und Italien auf.
Reizend!
Berlin, 18.04.2009: In Deutschland leiden über 30 % der Gesamtbevölkerung an einer Allergie. Allergien nehmen zu, vor allem in den Industrieländern. Neben den Erbfaktoren spielen Umwelteinflüsse, hygienische Bedingungen und Infekte im Kindesalter eine Rolle. Eine Broschüre der VERBRAUCHER INITIATIVE beschäftigt sich nun mit diesem Thema. Ob Pollenflug, Bienen oder Lebensmittel – Allergien haben viele Gesichter.
Bienen retten Gorillas
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Fliegender Ölteppich
Bonn, 30.03.2009: Das Wundertuch, mit dem ausgelaufenes Öl nach Tankerunfällen einfach aufgewischt werden kann, eine utopisch klingende Vorstellung. Aber in der Tat eine reale Vision der aktuellen Bionikforschung. In dieser Disziplin der Naturwissenschaften verbinden Forscher Biologie und Technik nicht nur im Wortspiel, sondern in Form realer technischer Anwendungen, wie beispielsweise wasserabweisende Oberflächen nach dem Lotus-Prinzip.
High-Tech Bienen
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Stand: 11. September 2008
Erstellt: 11. September 2008