Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 14295

Die Vergiftung der Meere – Ein Boomerang für uns Menschen





Wädenswil, 21.06.2008: OceanCare hat in Zusammenarbeit mit BlueVoice.org ein "White Paper" mit dem Titel "A Shared Fate" erstellt, mit dem Bestreben, dieses an der 60. Internationalen Walfangkonferenz in Santiago de Chile einzubringen. Der Bericht offenbart Zusammenhänge zwischen dem Vorkommen von Umweltgiften in den Meeren und dem Auftreten gewisser Formen von Krebs bei Meeressäugern und Menschen.


Giftige Chemikalien und Schwermetalle, die wir unbedacht im Alltag verwenden, gelangen auf verschiedensten Wegen ins Meer, werden dort in den Körpern der Tiere abgelagert und in der Nahrungskette angehäuft. Je höher sich also ein Tier in der Nahrungspyramide befindet, desto höher ist die Konzentration an Umweltgiften in seinem Körper. Das hat für Meeressäuger und für Menschen, die sich regelmässig von deren Fleisch ernähren, schwerwiegende Konsequenzen.

Krebserkrankungen bei Delphinen und anderen Meeressäugern wurden bisher nur unzureichend untersucht. Aufgrund einer Häufung von Fällen kranker Tieren in den letzten Jahren, wurde die Forschung aber intensiviert. Es zeigte sich, dass Umweltgifte, die von den Menschen hergestellt und in die Umwelt eingeführt werden, mit grosser Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung mitverantwortlich sind. Und es scheint sich zu bestätigen, dass Menschen, die verseuchten Fisch und speziell Fleisch von Meeressäugern konsumieren, das Risiko eingehen, an bestimmten Formen von Krebs zu erkranken. „A Shared Fate“ zeigt auf, dass durch den Konsum von Delphin- und Walfleisch grosse Mengen an Schadstoffen aufgenommen werden. Für über zwei Milliarden Menschen sind Meeresfrüchte die hauptsächliche Proteinquelle. Wie die Meeressäuger sind auch sie den Giften in hohem Masse ausgesetzt.

Anhand von DNA-Analysen bei Patienten mit Multiplem Myelom (einer Art von Blutkrebs) hat Dr. Brian Durie von der International Myeloma Foundation, genetische Zusammenhänge entdeckt, die darauf hinweisen, dass Umweltgifte das Risiko für eine Erkrankung an bestimmten Formen von Krebs erhöhen können. Je besser wir die Genetik von Delphinen und Menschen verstehen, desto klarer wird, dass beide beinahe identisch sind. Deshalb wird Delphine und Menschen schlussendlich wohl dasselbe Schicksal ereilen, wenn weiterhin derart grosse Mengen an Chemikalien in die marinen Lebensräume gepumpt werden.

Die Körper der Delphine können schwer abbaubare organische Schadstoffe (POPs) nicht verarbeiten. Da sie sich aber von kontaminierten Fischen ernähren, werden diese Umweltgifte in ihren Körpern angehäuft, was ihre Gesundheit stark gefährdet. Gleichzeitig sind Delphine damit ein Indikator für den Zustand der Meere. Was sie uns zeigen ist, dass wir Menschen eine der bedeutendsten Nahrungsquellen des Planeten vergiften.

Erklärtes Ziel von OceanCare ist, gegen den drastischen Rückgang an Lebenskraft der Meere anzugehen und damit das Gedeihen der wild lebenden Tiere zu ermöglichen. Das Meer soll wieder eine gesunde und nachhaltige Nahrungsquelle für Mensch und Tier werden. Deshalb müssen das Ausmass der Verschmutzung untersucht und die Resultate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein Ökosystem, in dem die abnehmenden Fischbestände durch eine Anhäufung von Umweltgiften bereits derart stark verseucht sind, benötigt dringend Schutzmassnahmen. Weiter ist es wichtig, den Zusammenhang zwischen kontaminierten Fischbeständen und der Häufung von Krebs sowie hormonellen Störungen bei Menschen intensiver zu untersuchen und Fischkonsumenten bezüglich der Gefahren zu informieren.

„Dolphins Are Not Food“ – Eine Vorschau auf Themen des White Paper

„A Shared Fate“ die englische Fassung des „White Paper“

23.-27. Juni 2008: Internationale Walfangkonferenz in Santiago de Chile


Über OceanCare

OceanCare setzt sich seit 1989 für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane ein. Jagd, Lärm, Überfischung und Zerstörung der Ökosysteme bedrohen die Zukunft der Tiere – und auch unsere. Mit konstruktiven Massnahmen wie Forschungsprojekten und Umweltbildungskampagnen sowie dem Engagement im Bereich der Gesetzgebung und in internationalen Foren verschafft sich OceanCare weit über die Landesgrenzen Gehör und setzt Verbesserungen durch. Bei all ihren Aktivitäten strebt OceanCare eine lösungsorientierte Zusammenarbeit an. Denn: Was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen.


Bild: www.pixelio.de
Autor: OceanCare
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Stand: 21. Juni 2008
Erstellt: 21. Juni 2008

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