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Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 10782

Steigende Gewässerbelastung durch Hitzewelle - Infektionsgefahr für Hunde

Hamburg, 25.07.2006: Bei den derzeit herrschenden hochsommerlichen Temperaturen ist ein kühles Bad für viele Vierbeiner eine willkommene Erfrischung. Doch mit den Temperaturen steigt auch die Belastung der Gewässer durch Bakterien, Viren und Einzeller. Besonders gefährlich sind flache, stehende Gewässer und Pfützen. Insbesondere Fäkalkeime wie E.coli oder Fäkalstreptokokken sind die Erreger klassischer Wasserseuchen.


Werden sie vom Hund beim Trinken oder beim Baden über kleine Hautwunden, Augen etc. aufgenommen, können sie Durchfallerkrankungen oder Wundinfektionen hervorrufen. Gewässer, in denen sich bereits eine große Zahl Fäkalkeime angesiedelt hat, sind zusätzlich häufig von einer sprunghaften Vermehrung der so genannten Blaualge betroffen. Dieser zur Gruppe der Cyanobakterien gehörende Keim produziert hochpotente Gift- und Reizstoffe, die zu Augenentzündungen, Fieber und Durchfällen führen können.

Eine ernstzunehmende Gefahr geht zudem von einer anderen Bakterienart, den Leptospiren aus. Die Übertragung erfolgt durch den Urin bereits infizierter Tiere – vor allem Ratten und Mäuse, aber auch Hunde, Katzen, Schafe, Pferde, Rinder. Der Erreger gelangt durch die Ausscheidung der Tiere in Tümpel, Seen, Pfützen und feuchte Böden. Über kleinste Hautverletzungen oder die Schleimhäute wird er beim Baden oder Trinken aufgenommen. Sind die Leptospiren in die Blutbahn eingedrungen, befallen sie vorwiegend die Nieren, aber auch Leber und andere Gewebe und rufen schwere – häufig unwiderrufliche – Schäden hervor. Auf einen Leptospirose-Impfschutz sollte daher nicht verzichtet werden, zumal sich auch Menschen mit der Krankheit infizieren können.

"Aber auch andere Bakterien sowie Viren und Einzeller vermehren sich sehr schnell bei hohen Temperaturen in unseren Gewässern. Verantwortungsbewusste Hundehalter sollten daher unbedingt vermeiden, dass ihr Tier aus seichten Gewässern trinkt oder in ihnen badet. Eine geringere Infektionsgefahr geht von fließenden Gewässern aus. Aber aufgrund der hohen Temperaturen oder Überdüngung kann deren Selbstreinigung bereits stark herabgesetzt sein, so dass auch hier Vorsicht geboten ist“, erklärt Daniela Rost, Tierärztin bei VIER PFOTEN. Um zu vermeiden, dass Hunde einen Schluck aus einem Tümpel nehmen, sollte auf Spaziergängen frisches Wasser mitgenommen werden, rät sie weiterhin.

Autor: VIER PFOTEN e.V.

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Erstellt: 25. Juli 2006