Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 10526

Braunbär: Asyl im Wildpark Poing?





Hamburg/Poing, 25.05.2006: Während des gestrigen Pressegespräches im Wildpark Poing präsentierten VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz und die Stiftung für Bären das Freigehege, das sie der Bayerischen Landesregierung zur Unterbringung des nach Deutschland eingewanderten Braunbären angeboten haben. Es liegt im Wildpark Poing und ist drei Hektar groß.


Das weitläufige Gelände ist abwechslungsreich strukturiert. Neben einem großen Badesee bietet das Areal einen Bachlauf sowie Wald- und Wiesenflächen.

Das Angebot von VIER PFOTEN und der Stiftung für Bären zur Unterbringung des eingewanderten Bären bleibt bestehen, auch wenn sich das Tier wieder aus Deutschland weg bewegt und beispielsweise in Österreich gefangen werden sollte.

Manfred Wölfl, Koordinator für Großtiere in Bayern und Abgesandter der Bayerischen Landesregierung in Wildtierfragen erklärte: „Wir sind sehr dankbar, dass diese Vermittlung von VIER PFOTEN, der Stiftung für Bären und auch dem Wildpark Poing zustande gekommen ist. Wir wussten bisher nicht, dass hier ein so gut geeignetes Gehege gerade entstanden ist. Wir sind sehr froh über dieses Angebot. Uns ist wichtig, dass der erste bayerische Bär auch in Bayern bleibt.“

Der anwesende Umweltsprecher des WWF Deutschland Christoph Heinrich betonte: „Der WWF Deutschland zielt darauf ab, dass auch die bayerischen Alpen in Zukunft dazu beitragen, im gesamten Alpenraum eine größere, lebensfähige Bärenpopulation zu haben. Wir müssen uns darauf einstellen, dass hin und wieder auch Bären Probleme bereiten. Wenn das wie hier der Fall ist, dann möchten wir als Lösung immer den Lebendfang. Dazu braucht man Gehege, die bärengerecht sind. Wir sind froh, dass wir im Wildpark Poing ein solches Gehege zur Verfügung gestellt bekommen haben.“

Dr. Marlene Wartenberg, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz, begrüßte die konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen Partner: “Wir erleben hier ein sehr gutes Zusammenwirken zwischen dem Artenschutz, dem Tierschutz und der Landesregierung. Es ist ein Glücksfall, dass wir dieses schöne Gelände hier zur Verfügung stellen können. Mit diesem Angebot verbinden wir die Erwartung, dass nunmehr die Bemühungen der Landesregierung, das Tier lebend zu fangen, deutlich intensiviert werden.“

Von der Stiftung für Bären erklärte Geschäftsführer Rüdiger Schmiedel: „Wir sind glücklich über die Zusammenarbeit zwischen Landesregierung, WWF, VIER PFOTEN und Stiftung für Bären und freuen uns hier eine Lösungsmöglichkeit anbieten zu können. Als Partner vom Wildpakt Poing waren wir auch bei der verhaltensgerechten Einrichtung dieser Bärenanlage beratend tätig."
Autor: VIER PFOTEN e.V.
2447 Aufrufe
Stand: 25. Mai 2006
Erstellt: 25. Mai 2006

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