Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 10362

Gedicht zu 20 Jahre Tschernobyl





Köln, 24.04.2006: Aufgrund der derzeitigen Berichterstattung über die Reaktorkatastophe von Tschernobyl vor 20 Jahren, viel mir wieder ein, dass ich damals unter den aktuellen Eindrücken ein Gedicht geschrieben hatte:




20 Jahre nach Tschernobyl

Wie sag ichs meinem Kinde?

Papa, ich kann das kann das nicht verstehn,

warum wir nicht spazieren gehn,

zum Haus was wir dort drüben sehn.

 

Ach Kind, du bist ja noch so klein,

dort drüben, glaub mir trügt der Schein,

kein Leben kann mehr dorten sein.

 

Es stammt noch aus der alten Zeit,

drum nehms vorerst als Wirklichkeit:

betrachten darf mans nur von weit.

 

Dazumal wars eine Ware,

jetzt dauerts noch 10.000 Jahre,

bis es so ist, wies vorher war, eh.

 

Ich kann es auch nicht gut erklären,

weshalb man konnte sich nicht wehren,

gegen Dinge, die noch Heute das Leben beschweren.

 

Doch sag zum Opa keinen Ton,

was wir gesehen und davon,

dass Schuld ist seine Generation.

 

Denn ihm tut noch die Seele weh,

wenn er dran denkt, was eh und jeh,

genannt wird nur noch AKW.

©Rainer H. Michael

two.oaks@gmx.net

Autor: Rainer H. Michael
5122 Aufrufe
Stand: 24. April 2006
Erstellt: 24. April 2006

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