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Berlin, 07.09.2002: Rund um Dänemark bedroht derzeit akuter Sauerstoffmangel das Leben in Nord- und Ostsee. Die Ursache: Es werden über die Flüsse zu viele Nährstoffe eingetragen, etwa aus der Landwirtschaft. Die Konsequenz: Algen wuchern und wenn sie absterben, verbraucht ihr biologischer Abbau den für Schnecken, Muscheln und Fische lebensnotwendigen Sauerstoff.Die anhaltende Wärme beschleunigt zusätzlich den Sauerstoffverbrauch. Doch auch die
Die internationale Nordseeschutzpolitik hat bis heute keine entscheidenden Fortschritte für die Nordsee gebracht, da Nutzungsinteressen meist Vorrang vor wirksamen Umweltschutzkonzepten bekommenNordsee vor Deutschland ist mit zu vielen Nährstoffen belastet - vor allem das
Amphibisches Ökosystem zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie, das vom natürlichen Ungleichgewicht durch Wechsel der Überflutung lebt.Wattenmeer und weite Teile der Deutschen Bucht sind gefährdet. Diese Gebiete sind von Natur aus nährstoffreich, doch die zusätzlichen Einträge durch den Menschen führen zu einem Überangebot an Nährstoffen und damit zur so genannten
E. bezeichnet die Gewässeranreicherung mit Pflanzennährstoffen (Überdüngung). Dieser Prozeß findet meist in langsam fließenden oder stehenden Gewässern statt und kann durch menschliche Eingriffe stark beschleunigt werden.Eutrophierung. Die Einträge durch den Menschen - vor allem von Stickstoff - müssen weiter reduziert werden, etwa durch Verringerung der Einträge aus der
Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft.

Die Bekämpfung der Eutrophierung ist ein umweltpolitisches Dauerthema. Bereits 1987 haben auf der Zweiten Internationalen Nordseeschutz-Konferenz die Nordseeanrainerstaaten in London beschlossen, die Nährstoffeinträge um 50 Prozent bis 1995 zu senken. Während dieses Ziel für die vom Menschen stammenden Phosphoreinträge von Deutschland und den meisten Nordseeanrainerstaaten bis 1995 erfüllt wurde, konnten die Stickstoffeinträge von den Nordseeanrainern bis 2000 nur um etwa 20 bis 45 Prozent reduziert werden. Deutschland verringerte seine Einträge um 38 %.
Die unverändert hohen Stickstoffeinträge verursachen in Kombination mit den geringeren Phosphateinträgen mittlerweile unnatürlich hohe Verhältnisse der Nährstoffe Stickstoff und Phosphat zueinander. Die weitreichenden ökologischen Konsequenzen können sein: Verschiebungen im Artenspektrum der
Artenreiche Abteilung des Pflanzenreichs. Niedere, autotroph lebende Pflanzen aus einzelnen Zellen oder Zellverbänden, die zumeist im Wasser, aber auch im Boden leben.Algen oder eine Erhöhung der Giftigkeit einzelner Algenarten.
Das natürliche Verhältnis muss daher dringend wieder hergestellt werden, indem der Eintrag von
Zu den wichtigsten Stickstoffverbindungen gehören Ammoniak, Nitrate, Nitrit, Nitrosamine und Stickstoffoxide.Stickstoffverbindungen weiter verringert wird. Insbesondere die Nährstoffeinträge durch die
Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft - etwa durch Überdüngung und die
Als Massentierhaltung wird die konzentrierte Haltung von Tieren, v.a. Geflügel, Rindern und Schweinen in großer Zahl auf engem Raum (z.B. Batteriehaltung von Legehennen)zur Erzeugung tierischer Nahrungsmittel bezeichnet. Massentierhaltung erfolgt mit sehr großen Beständen und meist nur eine Tierart.Massentierhaltung - sind deutlich zu reduzieren.

Ein Schritt dahin wäre die konsequente Umsetzung der
N. das Salz der Salpetersäure ist eine anorganische Stickstoffverbindung, die natürlicher Bestandteil des Bodens ist.Nitrat-Richtlinie der Europäischen Union. Auch der massive bundesweite Ausbau kommunaler und industrieller Kläranlagen - einschließlich der Einführung der dritten Reinigungsstufe für Stickstoff - hat sich als richtige Maßnahme zur deutlichen Minderung der Stickstoffeinträge erwiesen. Sie muss weiterverfolgt werden, soweit dies nicht bereits geschehen ist.
Auch die durch das Hochwasser im
Die E. ist mit 1.140 km Länge von der Quelle bis zur Nordseegrenze und einem Gesamteinzugsgebiet von 148.268 km2 eines der größten Flußgebiete Westeuropas; für das Gebiet der ehemaligen DDR das größte und für die CSFR das zweitgrößte Fließgewässer. Elbe-Gebiet überfluteten Kläranlagen sollten so schnell wie möglich wieder in Betrieb genommen werden.
Weitere Informationen und Publikationen gibt es beim Umweltbundesamt, Fachgebiet II 3.3, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin
www.umweltbundesamt.de und beim Gemeinsamen Wattenmeersekretariat, Virchowstraße 1, 25382 Wilhelmshaven.