Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3525

Kampagnen-Floß droht die Stilllegung





Berlin, 04.09.2002: ROBIN WOOD fordert die Umweltminister der Elbanrainer-Länder sowie Bundesumweltminister Trittin auf, sich heute Abend bei ihrer Sonderkonferenz in Berlin auf Maßnahmen für einen konsequent ökologischen Hochwasserschutz zu einigen. ROBIN WOOD plant, im Anschluss an die Konferenz Trittin Quellwasser der Elbe zu überreichen.

Mit der symbolischen Aktion unterstreichen sie ihre Forderung nach einem Ausbaustopp an Elbe, Saale und Havel und für die Schaffung neuer Überschwemmungsflächen durch die Renaturierung dieser Flüsse.

Die UmweltschützerInnen von ROBIN WOOD hatten das Elbwasser in Dresden am 14. Juli während des Internationalen Elbebadetages an Bord ihres selbst gebauten Holzfloßes genommen. Mit dem Floß sind sie seitdem unter dem Motto "Freie Ufer - lebendige Flüsse" auf Elbe und Havel unterwegs. "Die Zustimmung der BürgerInnen für einen Ausbau-Stopp war überwältigend", erzählt Alexa Kessler, Sprecherin der Floßtour. "Das Hochwasser hat uns allen nun noch einmal auf grausame Weise gezeigt, wie existenziell wichtig es ist, den Flüssen ihren Raum zu lassen."

ROBIN WOOD erwartet von den Umweltministern, dass sie sich bei der anstehenden "Nationalen Flusskonferenz" mit einer einheitlichen Position gegen die Betonköpfe in den Wasser- und Schifffahrtsämtern sowie im Verkehrsministerium durchsetzen. Die - teils als Unterhaltungsmaßnahmen getarnten - Ausbauten der Flüsse müssen gestoppt werden. Anstatt weiter die Flüsse zu vertiefen, die Ufer zu zuschottern und Schleusen auszubauen, müssen Deiche zurückgebaut und Flusslandschaften renaturiert werden. "Jetzt als Konsequenz aus der Hochwasser-Katastrophe allein auf technische Maßnahmen wie die Erhöhung der Deiche zu setzen, packt das Problem nicht an der Wurzel. Vielmehr treibt es die Menschen weiter in einen verheerenden Wettkampf mit der Natur, den sie langfristig nur verlieren können", erklärte Kessler.

Wie kleinkariert manche Behörden-Vertreter auf das Engagement der Umweltschützer reagieren, zeigte sich heute in Berlin. Nach siebenwöchiger Tour und trotz vorliegender Genehmigung eröffnete die Einsatzleiterin der Wasserschutzpolizei, Frau Braun, der Flößer-Crew, sie habe Strafantrag gegen sie wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt. Sie drohte damit, das Floß werde stillgelegt. Außerdem sollen die UmweltschützerInnen pro Nase eine Buße in Höhe von 100 Euro zahlen, weil sie mit ihrem Floß ins Regierungsviertel geschippert sind.
Autor: Robin Wood e.V.
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 4. September 2002

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