Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3485

Weltgipfel: Letzte Ausfahrt Johannesburg





Hamburg, 24.08.2002: Auf einem Krisentreffen am Wochenende in Johannesburg müssen tiefgreifende Konflikte zwischen einzelnen Ländern beim UN-Weltgipfel beseitigt werden. Sonst droht nach Ansicht von Greenpeace das Scheitern des Weltgipfels. Die Umweltschutzorganisation fordert eine rasche Einigung über strittige Entwicklungsfragen.

Delegierte aus 27 Staaten werden im Vorfeld des Weltgipfels versuchen, die Konfliktpunkte zu beseitigen. Die eigentliche Konferenz beginnt am Montag. "Der Gipfel darf nicht scheitern", sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland. "Es wird schwierig, aber ab Samstag muss alles unternommen werden, um eine Lösung für die globalen Probleme zu erreichen."

"Die Europäer reisen mit schwerem Flutgepäck nach Johannesburg. Sie müssen sich dafür einsetzen, die Klimakatastrophe aufzuhalten", sagt Behrens. Greenpeace fordert, dass in Johannesburg der Startschuss für eine globale Energiewende erfolgt. Innerhalb der nächsten zehn Jahre müssen die Industriestaaten 20 Prozent ihrer Energieversorgung aus erneuerbaren Energien beziehen. Der Bau neuer Atomkraftwerke muss sofort gestoppt werden, das internationale Kyoto-Protokoll für den Klimaschutz noch in diesem Jahr in Kraft treten. Vor allem die USA, Kanada und Australien blockieren Vorschläge zum Klimaschutz.

Strittig sind weiter Fragen zur Haftung der Industrie und zum Schutz der Urwälder. Greenpeace will die Aktivitäten der Forst- und Holzindustrie durch verbindliche Abkommen kontrollieren lassen. Nur so ist eine weitere Zerstörung der letzten Urwälder zu verhindern.

"In Johannesburg geht es aber auch um eine grundsätzliche Wende", erklärt Behrens. "Die Welt braucht endlich eine Politik, die vorrangig auf Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit ausgerichtet ist. Wirtschaftliche Interessen allein dürfen nicht länger das Handeln bestimmen."

Zudem müssen sich die Regierungen auf eine Rahmenvereinbarung für ein globales Umwelthaftungsrecht einigen. Ab dem Jahr 2005 sollen dann Großkonzerne weltweit für ihre Umweltvergehen zur Verantwortung gezogen werden können. Ende Juli legte Greenpeace eine Studie über die schlimmsten Umweltsünden von 41 multinationalen Konzernen vor, für die das Umwelthaftungsrecht gelten würde. Dazu zählen die gefährlichen Dioxin-Altlasten in der tschechischen Chemiefabrik Spolana, die am 17. August vom Elbe-Hochwasser überflutet wurde.
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 24. August 2002

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