Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3432

Jugend: Klima, Urwald, Tiere geschützt? - Fehlanzeige!





Hamburg/Berlin, 09.08.2002: Eine Gruppe verschlafener Politiker ist am Mittwoch durch Berlins Straßen gezogen. Hinter dem ungewöhnlichen Protestzug steckten 25 Greenpeace-Jugendliche, die sechs Länderbotschaften besuchten. Dort forderten sie die Regierungschefs auf, den Weltgipfel in Johannesburg Ende des Monats zu einem Erfolg zu machen.

Angeführt wurde die Karawane der Politiker, die in Schlafanzügen steckten und Kopfkissen mit sich trugen, von den "Regierungschefs" der USA, Kanadas und Australiens. Sie liefen auf Stelzen und spielten mit Erdkugeln Jo-Jo. Der Weg führte die jungen Aktivisten zu den Botschaften der USA, Kanadas, Australiens, Südafrikas, Malaysias und Finnland. Dort überreichten die Demonstranten ihre Forderungen für den Weltgipfel. Die Botschaftsangehörigen versprachen, die Petitionen an ihre Regierungen weiterzuleiten.

Was die Jugendlichen wollten, ist einfach und klar: Die Regierungen sollen sich auf verbindliche Abkommen über Ziele, Zeitrahmen und finanzielle Mittel zur Lösung der globalen Umweltprobleme einigen. Als Mahnung führten die Protestierenden ein Banner mit: "Weltgipfel Johannesburg: USA, Kanada, Australien - Euer Egoismus kostet uns unsere Zukunft"

Der 16-jährige Justus Rollin aus Schwerin resümiert: "Zehn Jahre lang haben die Regierungschefs es versäumt, die Weichen für einen echten Umweltschutz zu stellen: Klima geschützt? Artensterben und Urwaldzerstörung gestoppt? - Alles Fehlanzeige! Der Weltgipfel in Johannesburg muss die überfälligen Entscheidungen treffen - wir haben keine Ersatzerde in der Hosentasche, unsere Zukunft steht auf dem Spiel!"

Die USA, Kanada und Australien mussten sich den Vorwurf gefallen lassen, sie blockierten immer wieder verbindliche Abmachungen zum Klima- und Umweltschutz. Deswegen bekamen sie von den Greenpeace-Jugendlichen Skateboards überreicht mit der Aufschrift: "Machen Sie den One-Eighty-Fakie-Finger-Flip!" - in der Sprache der jugendlichen Skateboardfahrer die Bezeichnung für eine 180-Grad-Wende.

Begleitet von heimatlos gewordenen "Urwaldtieren" - Jugendliche kostümiert als Orang-Utan, Wolf oder Pinguin - zogen die jungen Greenpeacer auch zu den Botschaften von Malaysia und Finnland. In diesen Ländern werden nach wie vor Urwälder mit atemberaubender Geschwindigkeit zerstört.

"Wir Jugendlichen wollen verhindern, dass dieser Weltgipfel wieder nur mit schönen Worten statt konsequentem Umweltschutz endet", erklärt die 15-jährige Friedrike Metternich aus Berlin. "Kein Land und kein Konzern darf sich in Johannesburg aus der Verantwortung stehlen."
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 9. August 2002
Erstellt: 9. August 2002

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