Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3407

Domfelsen bleibt - Nein zum Elbeausbau





Magdeburg, 02.08.2002: Der Widerstand gegen den Ausbau der Magdeburger Elbe wächst. Vier Aktivistinnen der Umweltorganisation ROBIN WOOD seilten sich heute Vormittag von der Neuen Strombrücke ab und entrollten ein Transparent. Darauf prangt in großen Lettern: "Domfelsen bleibt - Nein zum Elbeausbau".

Die vier Frauen gehören zur Crew der Robina Wald, einem selbstgebauten Holzfloß, mit dem sie über Elbe und Havel bis nach Berlin reisen, um öffentlichkeitswirksam für den Erhalt der letzten naturnahen Flüsse in Deutschland zu streiten.

In Magdeburg sollen Teile des Domfelsens, die in die Elbe ragen, durch Fräsen, Meißeln sowie durch so genannte Lockerungssprengungen beseitigt werden. Außerdem sollen 40.000 Tonnen Stein aus dem Fluss gebaggert werden. Dadurch würde ein so genannter Fahrrinnenkasten entstehen, der bei Niedrigwasser 50 Meter breit und zwei Meter tief wäre und es erlauben würde, dass zwei Schiffe nebeneinander diese Stelle der Elbe passieren.

"Die millionenschwere Ausbaumaßnahme am Magdeburger Domfelsen ist überflüssig, wirtschaftlich unsinnig und ökologisch verheerend", sagt Alexa Kessler, Sprecherin von ROBIN WOOD. Bei gerade mal zehn Schiffen, die täglich die Elbe passieren, kommt es nur äußerst selten vor, dass sie sich gerade unterhalb des Domfelsens begegnen. Selbst dann gibt es keine Probleme, weil eine Ampelanlage den Verkehr regelt.

Trotz des nicht erkennbaren Nutzens riskiert die Bundesregierung mit dem geplanten Elbausbau die Zerstörung einzigartiger Flusslandschaften. Denn die künstliche Flussverbreiterung bei Magdeburg würde den Wasserhaushalt massiv verändern - mit Folgen bis hinein in das stromaufwärts gelegene Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe. Dort droht den Auenwäldern, die wegen ihrer hervorragenden ökologischen Bedeutung unter Schutz gestellt wurden, die Austrocknung.

Auch eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie belegt, dass ein Ausbau der unteren Mittelelbe "gesamtwirtschaftlich nicht sinnvoll" ist. Zudem müsse "bei einer strombaulichen Regelung der Elbe-Reststrecke mit erheblichen und voraussichtlich nicht vermeidbaren Beeinträchtigungen vorhandener Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) gerechnet werden".

ROBIN WOOD fordert daher die Bundesregierung auf, endlich Konsequenzen aus den vorliegenden Fakten und dem breiten Widerstand der Menschen in der Region zu ziehen und das Ausbauprojekt in Magdeburg sowie alle weiteren Ausbaumaßnahmen an der Elbe sofort zu stoppen.
Autor: Robin Wood e.V.
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 2. August 2002

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