Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3350

Freie Ufer - lebendige Flüsse





Hamburg, 17.07.2002: Die Robina Wald schwimmt wieder. Am Donnerstag startet das legendäre Holzfloß von ROBIN WOOD am Dresdener Terassenufer am Steiger 17 zu seiner siebenwöchigen Tour über Elbe und Havel.

Ab Mittwoch um 15 Uhr ist das Floß startklar und kann bis Donnerstagmittag von der Dresdener Bevölkerung besucht werden. Mittwochabend zeigen die Floß-AktivistInnen um 21:30 einen Videofilm über den Elbausbau.

Die Tour, die unter dem Motto "Freie Ufer - lebendige Flüsse" steht, soll bis in die Hauptstadt Berlin führen. Unterwegs macht das Floß in zahlreichen Orten Station, u.a. in Wittenberg, Magdeburg, Brandenburg und Potsdam. An allen Anlegestellen können Interessierte Floßatmosphäre schnuppern und viel über ROBIN WOOD und das Engagement für naturnahe Flüsse erfahren.

Intakte Flüsse sind Lebensadern für Mensch und Natur. Sie beherbergen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, dienen vielerorts der
Trinkwassergewinnung und als wertvoller Erholungsraum. Mit ihren ursprünglichen Sandstränden und den größten Auenwäldern Mitteleuropas ist die Elbe einer der letzten, noch weitgehend naturnahen Ströme und daher auch als Biosphärenreservat geschützt. Entlang der Elbe nisten Eisvogel, Weiß-und Schwarzstörche, und auch Biber fühlen sich dort wohl. Die ausgedehnten Auen nehmen Hochwasser auf und schützen damit vor Überschwemmungen.

Doch Ausbaumaßnahmen gefährden diesen einmaligen Naturraum. Schon jetzt werden jährlich 100.000 Tonnen oder 4.000 Lkw-Ladungen Schotter in die Elbe gekippt, um den Fluss künstlich einzuengen und den Wasserstand zu erhöhen. Mit Steinen und Spundwänden wird das Ufer verbaut und der Flusslauf begradigt. Der wirtschaftliche Nutzen ist zweifelhaft, der ökologische Schaden immens.

"Um die Laster von der Straße zu holen, ist es sinnvoll, wieder mehr Güter auf Binnenschiffen zu transportieren", sagt Alexander Gerschner, Koordinator der ROBIN WOOD-Floßtour. "Aber das geht auch, ohne einmalige Flusslandschaften zu zerstören. Wir wollen, dass sich die Schiffe den Flüssen anpassen und nicht umgekehrt. Die geplanten Ausbaumaßnahmen sind überflüssig und ökologisch verheerend." ROBIN WOOD fordert daher von der Bundesregierung, alle Ausbaumaßnahmen an Elbe und Havel sofort zu stoppen.

Während der Floßtour können alle MitfahrerInnen hautnah das Leben am und mit dem Fluss genießen. Das vier mal zehn Meter große Gefährt ist ausgestattet mit einer Solaranlage, Sonnen- und Regendach sowie Schwimmwesten. Übernachtet wird an Bord oder in Zelten. Als Begleitfahrzeug dient ein Lastenfahrrad. Mit einem tragbaren Computer wird das digitale Logbuch geführt, das Interessierte jederzeit im Internet unter www.flosstour.de einsehen können.
Autor: Robin Wood e.V.
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Stand: 17. Juli 2002
Erstellt: 17. Juli 2002

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