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Radolfzell/Altenhof, 17.07.2002: Fledermäuse in Deutschland leiden unter akuter Wohnungsnot. Daran konnten Pioniersoldaten der Bundeswehr und der Polnischen Armee jetzt gemeinsam mit Naturschutzfachleuten der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) und des polnischen Verbandes pro Natura etwas ändern.Mit finanzieller Unterstützung des NaturSchutzFonds Brandenburg und dem technischen Know-how der NATO-Pionierbrigaden der Nachbarstaaten wurden ehemalige Militärbunker und verlassene Bergwerkstollen in Brandenburg und Westpolen als Winterquartiere für Fledermäuse gesichert.
Fünf Wochen lang haben die deutschen und polnischen Soldaten aus Gera und Brzeg/Brieg gemeinsam auf beiden Seiten der Grenze gearbeitet. Ich hoffe, dass dieses
Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert. Projekt nur der Anfang einer längeren Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen ist. Denn das
Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert. Projekt dient nicht nur den Fledermäusen, sondern auch der Völkerverständigung. sagte Euronatur-Projektleiter Dr. Eugeniusz Nowak, der gerne noch eine zweite Projektphase anschließen würde.
In der jetzt durchgeführten ersten Phase wurden auf polnischem Gebiet sieben verschiedene Stollen und Höhlen (zwei davon sollten während des Krieges als Rüstungsfabriken dienen) und ein Panzerwerk des Ostwalls als Fledermausquartiere angepasst; d.h. massive Metallgitter gegen Eindringlinge wurden eingebaut, überflüssige Öffnungen zugemauert, Wandstrukturen verbessert u.a.m. Auf deutscher Seite wurden auf dem ehemaligen NVA-Gelände Altenhof, am Werbellinsee, sieben Fahrzeughallen und ein Mannschaftsbunker fledermausgerecht umgebaut.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Fledermäuse weit verbreitet. Besonders in ländlichen Gegenden konnte man sie am Abend fast überall um die Ecken flitzen sehen. Kaum zu glauben, dass heute alle 22 der in Mitteleuropa nachgewiesenen Fledermausarten mehr oder weniger stark gefährdet sind; eine Art ist bereits ausgestorben.
Die Hauptgefährdungsursachen sind zum Einen die intensiv betriebene
Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft, die mehr und mehr wichtige Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zerstört. Zum Anderen finden Fledermäuse immer weniger geeignete Unterschlupfmöglichkeiten: Alte Bäume mit Höhlen sind in Wäldern, Gärten und Parkanlagen rar geworden und an Gebäuden, in denen sich die Tiere noch in einem ruhigen Winkel einnisten können, sind Dächer und Wandverkleidungen oft mit Holzimprägnierungsmitteln behandelt. Sogar Höhlen und Bergwerksstollen bieten nur noch selten Zuflucht: Meist sind die Eingänge vermauert oder gesprengt, und wo der Zugang offen ist, hat der Höhlentourismus Einzug gehalten.
Da kommen ungenutzte unterirdische Militäranlagen den nachtaktiven Fledertieren gerade recht. Hier finden sie geeigneten Unterschlupf, um die Winterzeit zu überdauern und nach der baulichen Optimierung der Anlagen dauert es meist nur kurze Zeit bis die Fledermäuse ihr neues Reich besiedeln.
Das Euronatur-
Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert. Projekt ist eingebettet in weitere Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben zum Schutz der Fledermäuse. So hat das von 1999 bis 2001 durchgeführte und vom
Das B. wurde 1986 als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in Bonn gegründet.Bundesumweltministerium unterstützte
Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert. Projekt Fledermausquartiere beiderseits der Oder etliche interessante Ergebnisse erbracht: Man weiß nun, dass Arten wie das Große Mausohr weite Wanderungen unternehmen, um ihre bevorzugten Winterquartiere zu erreichen. Bis zu 260 km, von Rehefeld südlich von Dresden bis nach Bad Freienwalde nordöstlich von Berlin, flogen die Mausohren. Und sie waren nicht nur im Winter in diesen Quartieren unterwegs. Per Lichtschranke konnte ermittelt werden, dass sie die Bunker im Sommer ebenfalls häufig als Unterschlupf für den Tag nutzen. Eine Tatsache, die die ganzjährige Sicherung der Einflugstellen erforderlich macht.
Nicht nur der Arterhaltung und der biologischen Vielfalt ist mit den Projekten gedient, sondern auch die den Militäranlagen nahgelegenen Gemeinden, wie Altenhof im Landkreis Barnim, werden von ihren neuen Nachbarn profitieren: So lautlos und unsichtbar die Flattermänner den meisten von uns erscheinen, so effektiv sind sie bei der Jagd. Alle europäischen Fledermausarten sind insektivor, d.h. sie haben es auf Insekten abgesehen und gerade kleinere Arten, wie die Wasserfledermaus vertilgen auch zahlreiche sechsbeinige sommerliche Plagegeister wie Bremsen, Fliegen und Stechmücken. Eine einzige Wasserfledermaus frisst von April bis Oktober über 60.000 Insekten.
Besuchen Sie auch die Homepage von
www.euronatur.de