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Köln, 14.07.2002: In Reih' und Glied versuchen sich acht Soldaten in neuen sauberen Uniformen und im Gleichschritt. Eine Art Ausbilder ruft ihnen auf der staubigen Straße etwas im Kommandoton zu. Und das passiert alles im geschäftigen Leben der kleinen Basarstraße. Respektlos tutet ein vorsintflutlicher LKW gerade mit Getöse vorbei und hüllt diese acht paradierenden Soldaten in eine solche Staub-Sand-Wolke, daß sekundenlang von ihnen und ihrem Offizier nichts mehr zu sehen ist. Keiner weiß, wie die Regierung von Hamid Karzai mit den Kommandanturen der weiter unter Waffen stehenden Nordallianz umgehen wird. Die Regierung hat sich entschlossen, einen Teil der alten Milizen als Kern einer neuen Regierungsarmee für Afghanistan zu akzeptieren. Und als sichtbares Zeichen für die Bevölkerung bekommen sie dann die neuen Uniform von Kabul.
Als wir im Regierungsgebäude des größeren Ortes Hodschaghar sitzen und an den schattigsten Platz gebeten werden - in den letzten Wochen werden fast immer über 40 Grad im Schatten gemessen - sagt man uns auf Anfrage mit Überzeugung: Die neuen Soldaten in den neuen Uniformen seien die, die auf Befehl von Hamid Karzai hörten und Mitglieder der neuen nationalen Armee seien.
Der Präsident von Hodschaghar sitzt uns würdig mit seinem Turban gegenüber und berichtet uns, wie es früher auf den jetzt kahlen Berghängen um den Ort ausgesehen hat. Seinen Erzählungen zufolge müssen wir uns eine malerische Landschaft vorstellen, an den Hängen duftende, dichte Pistazienwälder. Im Tal von Desht e Quale, so hören wir später vom Gemeindevorsteher, habe es vor 30 Jahren um den Kokcha-Fluß an beiden Ufern einen dichten Dschungel mit wilden Tieren gegeben. Und in diesen Dschungel hätten sich die Menschen aus der Ortschaft wegen der wilden Tiere oft nicht hineingetraut.
Dieses Bild hat sich gründlich gewandelt, weil es durch Abholzung einen wahren Raubbau an den Wäldern gegeben hat. Von 1980 an hatte die Sowjetarmee ein gesteigertes Interesse an einer Strategie der verbrannten Erde;
Die Abtragung lockerer Bodenteile der Erdoberfläche durch Wasser oder Wind wird als Erosion bezeichnet. Erosion hat den Rest besorgt und die gesamte Landschaft zerstört. Zerstört ist auch das
Das Klima-System setzt sich zusammen aus dem inneren und dem äußeren System.Klima, wie wir uns auf dem Weg zurück zum Fluß eingestehen müssen. Jede Woche gibt es jetzt einen Sandsturm, der wirklich durch alle Ritzen pfeift, Häuser, Kliniken, Autos und den Basar in Mitleidenschaft zieht. In Tadschikistan hat dieser Sandsturm auch schon den Namen "Afghani" bekommen. Früher, so erzählen uns die älteren Afghanen, gab es die Sandwinde im Winter, nie aber im Sommer.
Wenn wir in etwas sechs Monaten mit den drei ganz großen Aufgaben - den Schulen, den Krankenhäusern und Kliniken, und der Kokcha-Brücke - so weit sein werden, daß wir neue Kapazität und Spenden haben, dann müssen wir uns an die Wiederaufforstung der langen, sanften und jetzt kahlen Berghänge machen - Baumschulen sind dann gefragt.
Der erste Schritt in diese Richtung wird von Josef Grundner mit unserem Afghanen Taj Paiwang schon unternommen. Das Areal rund um das Avicenna-Krankenhaus wird mit Bäumen bepflanzt und die jeden Tag bewässert werden.
Cap- Anamur-Mitarbeiter, die in den Nuba-Bergen waren, haben immer wieder von dem schönen jahrhundertealten großen Affenbrotbaum erzählt, unter der sich selbst die Äquatorsonne aushalten läßt.
Wir werden jetzt vor dem Haus von Cap Anamur in Desht e Quale drei Bäume pflanzen, die als Symbol für die Trinität "
Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit, Schulen, Kokcha-Brücke" stehen sollen. Drei Bäume der Hoffnung für Zukunft des neuen Afghanistans.